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Köln - Deutschland erreicht bei der Handball-WM vorzeitig das Halbfinale. Die Spieler sind nach dem erreichten Etappenziel heiß auf den Titel.

Das Halbfinal-Ticket ist vorzeitig gebucht, das vor dem Turnier ausgesprochene Ziel erreicht – jetzt will die deutsche Handball-Nationalmannschaft das WM-Märchen mit dem Titel vollenden.

Vor dem Halbfinale am Freitag, vor dem sich am Mittwoch am letzten Hauptrunden-Spieltag (Deutschland – Spanien ab 20.30 Uhr im LIVETICKER) noch entscheidet, auf wen Deutschland in Hamburg trifft, ist die Devise klar.

"Wir sind noch nicht fertig", sagte Kapitän Uwe Gensheimer nach dem Krimi-Sieg gegen Kroatien am Montag lächelnd. Patrick Wiencek stellte klar, "dass wir noch drei Spielen haben. Wir wollen alle gewinnen".

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Und DHB-Vize-Präsident Bob Hanning betonte bei SPORT1, er habe "noch keine Mannschaft erlebt, die ein Halbfinale nicht gewinnen will".

Euphorie nach Kroatien-Spiel? Wiencek will mehr

Von großer Euphorie war nach dem hart erkämpften Erfolg gegen die Kroaten zumindest in der Mixed Zone wenig zu spüren.

Die Akkus der Spieler waren leer, die schlimme Verletzung von Martin Strobel, für den Tim Suton aus Lemgo nachnominiert wurde, trübte die Stimmung. Vor allem aber blickten die Spieler direkt nach vorne.

"Wir haben den ersten Step geschafft. Wir müssen auf dem Boden bleiben", sagte Wiencek, der eine überragende WM spielt.

Der nächste kleine Schritt ist zunächst einmal das finale Hauptrundenspiel gegen Spanien, in dem es im Fernduell mit Frankreich zumindest noch um den möglichen Gruppensieg geht (Die Tabelle der Hauptrunde).

Deutschland - Spanien: Vollgas oder Kräfte sparen?

Auch hier ähnelt sich der Tenor der Spieler und Verantwortlichen. Man wolle die Partie unbedingt gewinnen, um sich bestmöglich aus Köln zu verabschieden, erklärte Fabian Wiede.

Es gehe auch darum, den Schwung und die Welle mitzunehmen, sagte Hanning. Vollgas also auch gegen Spanien – oder doch nicht?

"Entscheidend für uns ist, dass wir ins Halbfinale eingezogen sind", betonte Christian Prokop. Natürlich wolle jeder das Spiel gewinnen. Doch "ob wir das bis zum bitteren Ende durchziehen, ist noch offen", sagte Prokop. Denn es gehe auch darum, "die Kräfte zu verteilen. Jeder wird seine Chance bekommen".

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Dänemark lieber schon im Halbfinale

Der Abschied aus Köln ist nur eine Zwischenetappe, das Ziel ist am Sonntag die Jyske Bank Boxen im dänischen Herning – und zwar um 17.30 Uhr. Denn dann findet das Finale statt.

In Hamburg warten zuvor entweder Dänemark, Norwegen oder Schweden auf die deutsche Mannschaft. Einen Wunschgegner gebe es zwar grundsätzlich nicht, betonten Trainer und Spieler.

Allerdings sagte Hendrik Pekeler: "Wenn wir noch zwei Spiele haben, würde ich die Dänen gerne in Hamburg treffen. Weil wir dann mit Heimvorteil spielen können."

Denn in einem möglichen Final-Duell mit Dänemark in Herning wäre Deutschland nach einer zweiwöchigen Heim-WM auf einmal auf der falschen Seite einer Gänsehaut-Kulisse.

Mit Super-Abwehr zum Titel?

Mit der besten Abwehr der Welt (O-Ton Hanning), für die langsam die Superlative ausgehen, ist definitiv "alles drin", sagte Pekeler.

Denn eine gute Defensive sorgt bekanntermaßen für Titel im Sport. Soll der ganz große Coup gelingen, muss sich in den finalen Spielen allerdings trotzdem auch der Angriff noch steigern.

Denn "wenn man im Halbfinale ist, will man auch ins Finale", sagte Wiede. "Und dann den Pokal hochstemmen."

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