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Berlin - Steffen Fäth hat eine enttäuschende Hinserie bei den Rhein-Neckar Löwen hinter sich. Doch im Nationalteam wird er zum X-Faktor. Prokop und Gensheimer schwärmen.

Einfache Tore aus dem Rückraum nennt der Handballer mitunter das, was zumindest für den Zuschauer für gewöhnlich unmöglich scheint. Würfe aus großer Distanz, die krachend in den Winkel fliegen.

Diese sind herausgespielt möglich, aber auch dann, wenn der Angriff ins Stocken gerät, wenn keine Lösung gefunden wird – ja, wenn einfach einer draufhalten muss.

In der deutschen Handball-Nationalmannschaft war für die Heim-WM für diese Rolle eigentlich Julius Kühn vorgesehen.

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Doch der 25-Jährige von der MT Melsungen zog sich Ende Oktober einen Kreuzbandriss zu, Handball-Deutschland war erst einmal geschockt. Kühn riss eine Lücke, die es zu stopfen galt. Die beste Lösung dafür heißt Steffen Fäth.

Prokop schwärmt von Fäth

Jener Fäth, der bei den Rhein-Neckar Löwen keine einfache Hinrunde erlebte und meist seiner Form hinterherlief? Ja. Denn Fäth "ist ein Spieler, der über Fähigkeiten verfügt, die nur wenige Handballer auf diesem Planeten haben", betonte Prokop nach dem Auftaktsieg bei der Handball-WM gegen Korea auf SPORT1-Nachfrage.

Deswegen sprach Prokop Fäth trotz der schwierigen Saison das Vertrauen aus – und lag damit goldrichtig. Denn der 28-Jährige dankte mit einer starken Leistung gegen Korea, als ihm vier - mitunter einfache - Tore gelangen, und sorgte für ein Aufatmen in und um das deutsche Team vor dem zweiten Spiel gegen Brasilien am Samstag (Handball-WM: Deutschland - Brasilien am Samstag um 18.15 Uhr im LIVETICKER).

Ungemein wichtig sei der gelungene Start für Fäth selbst gewesen, sagte Prokop, aber auch für das gesamte Team. Denn will die DHB-Auswahl ein erneutes Wintermärchen schreiben, braucht es die Waffe Fäth – und nicht das Sorgenkind.

"Man sieht, wie die ganze Mannschaft ihn beim Jubeln in den Arm nimmt und ihm wirklich zeigt: Junge, wir brauchen dich für das ganze Turnier", meinte ARD-Experte Dominik Klein: "Mit dem Vertrauen, was er in der Saison vielleicht nicht gezeigt hat, ist er in der Nationalmannschaft ein wichtiger Part."

Gensheimer freut sich für Fäth

Teamkollege Uwe Gensheimer erklärte auf SPORT1-Nachfrage: "Gerade für Steffen freut es mich sehr, weil er wirklich keine leichte Hinrunde hatte bei den Rhein-Neckar Löwen und nicht ganz so viele Einsatzzeiten hatte."

Diese schwierige Situation aus dem Verein habe Fäth aber im Kreise der Nationalmannschaft "ab dem ersten Tag der Vorbereitung niemanden spüren lassen", so Gensheimer: "Er hat einfach gezeigt, was in ihm steckt." Schon im Training habe Fäth "richtig gut gespielt".

Auch beim Medientermin in Berlin am Freitag ließ es sich Prokop nicht nehmen, Fäth ausdrücklich zu loben.

"Mir hat Steffen Fäth persönlich im Angriff sehr gut gefallen", sagte der Bundestrainer: "Wie er in Überzahl, aber auch mit langen Wegen über die Mitte seine Torgefahr gesucht hat, sodass wir dann von Martin Strobel organisiert über den Kreis spielten konnten. Das war ein guter Mix."

Für das weitere Turnier äußerte Gensheimer einen simplen Wunsch: "Ich hoffe, dass er so weiter macht."

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