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FC Dinamo Moscow v FC Anzhi Makhachkala - Premier League
FC Dinamo Moscow v FC Anzhi Makhachkala - Premier League © Getty Images
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Der frühere Weltstar setzt sich gegen Doping-Anschuldigungen vehement zur Wehr und behauptet, den erwähnten Arzt gar nicht zu kennen. Carlos zieht einen Anwalt zu Rate.

Brasiliens Fußballstar Roberto Carlos hat mit einem offenen Brief auf den nach ARD-Recherchen erhobenen Dopingverdacht reagiert.

Der frühere Seleção-Star wies die Vorwürfe, im Vorfeld der WM 2002 einen für die Verschreibung verbotener Mittel bekannten Arzt aufgesucht zu haben, energisch zurück und drohte mit der Einschaltung von Anwälten.

Carlos schaltet Anwalt an

"Ich bestreite vehement die von der ARD gemachten Anschuldigungen und bekräftige, dass ich niemals auf Mittel zurückgegriffen habe, die mir einen Vorteil gegenüber meinen Kollegen hätten verschaffen können", erklärte der langjährige Außenverteidiger von Real Madrid. Weil er den im Bericht genannten Arzt nicht kenne, seien seine Anwälte schon eingeschaltet worden. Die ARD solle für ihre Anschuldigungen "vor Gericht und öffentlich" Beweise vorlegen.

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Der 44-Jährige hatte jedoch zuvor von den für die Produktion der Folge "Brasiliens schmutziges Spiel" aus der ARD-Reihe Geheimsache Doping zuständigen Journalisten mehrfach die Chance erhalten, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen, aber alle Anfragen unbeantwortet gelassen. Sein Name steht in einem 200 Seiten starken Dossier der brasilianischen Anti-Doping-Agentur ABCD, das 2015 der Staatsanwaltschaft übergeben worden war. Dieser Bericht liegt der ARD-Dopingredaktion vor.

Carlos als 15-Jähriger in Behandlung?

Dort heißt es, dass eine Person, die beim vermeintlichen Dopingarzt Júlio César Alves zu jener Zeit Patient war, Roberto Carlos im Juli 2002 in der Praxis gesehen hatte. Gegenüber einem als Fußballmanager aus Europa getarnten Reporter ging der Arzt sogar noch weiter und bestätigte: "Roberto Carlos war bei mir in Behandlung. Der Nationalspieler. Er kam schon mit 15 zu mir. Da war er ein schmächtiger Junge. Ich habe seine Oberschenkel entwickelt."

Schon Ende Oktober 2002, vier Monate nach dem gegen Deutschland gewonnenen WM-Finale, hatte Alves gegenüber ESPN berichtet, dass zwei Spieler aus dem damaligen Siegerteam seine Praxis aufgesucht hätten. In einem erneuten TV-Interview im Juli 2013 bestätigte der Arzt mit Spezialisierung auf orthomolekulare Medizin, die mit teils überhöhter Dosierung von Nahrungsergänzungsmitteln Krankheit vermeidet bzw. behandelt, dass erneut zwei Seleção-Stars aus dem Perspektivkader für die Heim-WM 2014 seine Ratschläge gesucht hätten.

Nicht nur Fußball beschuldigt

Doch nicht nur der Fußball ist von den Dopingvorwürfen betroffen. Laut Alves gegenüber ESPN waren im Vorfeld der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro rund 25 Kader-Athleten aus diversen Sportarten bei ihm in Piracicaba, rund 150 km von São Paulo entfernt, zu Gast. Das brisante Dossier mit Namen und Fakten schlummert jedoch seit 2015 bei der Staatsanwaltschaft in der Millionen-Metropole.

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