vergrößernverkleinern
Iranische Fans bei der Basketball-WM
Iranische Fans bei der Basketball-WM © Getty Images
Lesedauer: 2 Minuten
teilenE-MailKommentare

Weibliche Fußball-Fans im Iran dürfen erstmals seit 40 Jahren wieder ein Spiel im Stadion besuchen. Der Ansturm auf die Tickets ist gewaltig.

Historischer Tag für Frauenrechte im Iran: Beim WM-Qualifikationsspiel am Donnerstag in Teheran zwischen Gastgeber Iran und Kambodscha haben Frauen zum ersten Mal seit knapp 40 Jahren freien Zutritt zum Stadion. Rund 3500 Zuschauerinnen werden im Azadi-Stadion, das Platz für 100.000 Zuschauer bietet, erwartet.

Meistgelesene Artikel

Das erste Kartenkontingent war in weniger als einer Stunde ausverkauft, zusätzlich freigegebene Sitze waren auch in kurzer Zeit vergriffen, berichteten staatliche Medien. Für die Begegnung wurden separate Eingänge, eine eigene Tribüne und Toiletten für Frauen eingerichtet.

FIFA droht mit Ausschluss 

Der Weltverband FIFA hatte die Aufhebung des geltenden Verbots, das Frauen nach Lesart der erzkonservativen Geistlichen vor dem Anblick halbnackter Männer und einem vulgären Umfeld bewahren soll, gefordert. Die Diskriminierung von Frauen ist laut der Statuten des Weltverbandes verboten.

Anzeige

Die FIFA hatte als Sanktion mit dem Ausschluss der Nationalmannschaft von allen Wettbewerben gedroht - daraufhin hatte iranische Fußball-Verband FFIRI nachgegeben.

"Ich kann immer noch nicht glauben, dass das passieren wird", sagte Fußball-Journalistin Raha Poorbakhsh der französischen Nachrichtenagentur AFP: "Nach all den Jahren, in denen ich in diesem Bereich arbeite, in denen ich alles im Fernsehen gesehen habe, kann ich jetzt alles persönlich erleben", sagte Poorbakhsh.

Jetzt aktuelle Fanartikel der internationalen Top-Klubs bestellen - hier geht's zum Shop! | ANZEIGE 

Iranerin Khodayari zündet sich an 

Für Entsetzen hatte der Tod der Iranerin Sahar Khodayari gesorgt, die sich selbst in Brand gesetzt hatte. Die 30-Jährige sollte sich am 2. September wegen Störung der öffentlichen Ordnung und Beleidigung der Polizei vor Gericht verantworten. Die Anhörung wurde zwar verschoben, dennoch soll Khodayari bei dem Termin erfahren haben, dass ihr bis zu sechs Monate Haft drohen.

Sie hatte im März versucht, bei einem Spiel ihres Lieblingsvereins Esteghlal Teheran in der asiatischen Champions League als Mann verkleidet ins Azadi-Stadion zu gelangen. Als Reaktion auf die drohende Gefängnisstrafe zündete sich Khodayari vor dem Gerichtsgebäude an und erlitt dabei schwere Verbrennungen, denen sie erlag.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image