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München - In der Schweiz scheint Gianluca Gaudino endlich angekommen zu sein. Das ewige Talent kommt in den letzten Spielen bei den Young Boys Bern immer besser in Fahrt.

Der Mann mit der Nummer 11 auf dem Rücken nimmt Maß, läuft an, und zirkelt den Ball über die Mauer ins Eck. Traumtor!

Es ist bereits der zweite Saisontreffer von Gianluca Gaudino. Jenem Gaudino, der als 17-Jähriger unter Pep Guardiola beim FC Bayern in der Bundesliga debütierte.

Seither ist eine Menge Zeit vergangen. Über fünf Jahre, um genau zu sein. Fünf Jahre, in denen Gaudino zwischenzeitlich nahezu in der Versenkung verschwand.

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Doch nun meldet sich der 22-Jährige zurück. Zwei Tore und zwei Assists in den letzten vier Spielen für Young Boys Bern. Gaudino ist angekommen!

Bern wie der FC Bayern

"Ich bin unglaublich happy, dass ich bei Young Boys sein darf", sagte er unlängst demütig. "Hier herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre, der Teamgeist ist toll, daher fühle ich mich super wohl."

Derzeit liegt er mit seinem Klub auf Rang zwei der Tabelle, einen Punkt hinter dem FC Basel. Die Meisterschaft ist das Ziel. "Ich bin wieder in einer Mannschaft, die wie der FC Bayern in der Liga oben dabei ist, dominanten Fußball spielt. Das passt zu meinem Spielstil", erklärt er.

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Gaudino ohne Klub

Im August 2018 beginnt die wohl härteste Zeit in der Karriere des ehemaligen Talents vom FC Bayern. Nach einer Saison in der Serie A bei Chievo Verona, mit nur zwei Einsätzen in der Liga, wird der Vertrag des Mittelfeldspielers nicht verlängert. Gaudino ist vereinslos. Ein halbes Jahr lang wartet der damals 21-Jährige auf ein Angebot eines neuen Vereins. 

Anfang 2019 laden ihn die Young Boys Bern zum Probetraining ein. Gaudino hinterlässt einen guten Eindruck und der 13-fache Schweizer Meister bietet ihm einen Vertrag bis 2021 an, mit der Option auf ein weiteres Jahr. Gaudino akzeptiert.

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Durchbruch lässt auf sich warten

Für den feinen Techniker ist es bereits die zweite Station in der Schweiz. Von 2015 bis 2017 war Gaudino vom FC Bayern an den FC St. Gallen ausgeliehen. Auch hier wurde er weder glücklich, noch schaffte er den Durchbruch. Nun endlich die Wende.

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Gaudino stößt mitten in der vergangenen Saison zu den Young Boys und muss zunächst mit der Rolle des Ergänzungsspielers vorlieb nehmen. Trotzdem kommt er in der Rückrunde in elf Spielen zum Einsatz und steuert ein Tor und drei Assists bei.

Jetzt, in seiner zweiten Saison, scheint Gaudino den Entwicklungsschub zu erleben, den so viele schon so lange prophezeiten und erwarteten. In Abwesenheit einiger verletzter Spieler wächst er immer mehr in das Team und wird zu jenem Spieler, den die Verantwortlichen sich wünschen: ein Spieler, der Besonderes tut.

Gaudino bekommt die Kurve

Neun Ligaspiele hat Gaudino in dieser Saison bereits absolviert. Vor allem in den letzten vier Spielen zeigt er mit zwei Toren und zwei Assists starke Leistungen.

Sein Trainer Gerry Seoane ist voll des Lobes über den "neuen" Gaudino: "Dass er Fussballspielen kann, wissen wir. Er ist die Art Spieler, die man liebt. Diese Techniker, die im modernen Fussball immer mehr verschwinden, weil der Sport immer mehr von der Dynamik lebt."

Das Wunderkind, das seinem Ruf nicht gerecht werden konnte - Gaudino scheint die Kritker nun zu widerlegen.

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