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RB Bragantino steigt in die erste Liga Brasiliens auf. Damit ist auch der vierte Klub des Red-Bull-Imperiums erstklassig. Der Erfolg kommt nicht von ungefähr.

Der beste Torschütze ist schon 31 und auch der Name des Klubs passt auf den ersten Blick nicht zum Red-Bull-Imperium.

Doch der schnelle Erfolg des CA Bragantino macht das jüngste Familienmitglied im Kosmos des Getränkeherstellers dann doch wieder zu einem typischen RB-Klub.

Erst im März dieses Jahres von Red Bull übernommen, gelang dem Verein aus der Nähe von Sao Paulo nun mit einem 3:1-Erfolg gegen Guarani vorzeitig der Aufstieg in die Série A in Brasilien - und damit der Durchmarsch aus der 3. Liga.

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Fünf Spieltage vor Schluss ist der Verein aus der 160.000-Einwohner-Stadt Braganca bei 15 Punkten Vorsprung nicht mehr von einem der vier aufstiegsberechtigten Plätze zu verdrängen. 

Rangnick will Brasilien-Standort stärken

"Jetzt geht es darum, bis Weihnachten eine Mannschaft für die Regionalmeisterschaft von Sao Paulo und die Série A 2020 zusammenzustellen", sagte Ralf Rangnick, seit Sommer als Head of Sport and Development Soccer bei der Red Bull GmbH, dem kicker. "Wir wollen den Kader mit jedem Transferfenster mehr zu einer richtigen RB-Mannschaft machen."

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Aktuell bilden noch Routiniers wie der 31 Jahre alte Goalgetter Ytalo oder der ebenfalls 31 Jahre alte Innenverteidiger Ligger das Gerüst des designierten Meisters der Série B.

Als Rangnick im Sommer den Job beim Red-Bull-Konzern übernahm, sprach er davon die Standorte New York und Braganca hinsichtlich der Talentförderung weiterentwickeln zu wollen. "Der Wunsch ist, dass wir die beiden Vereine so aufstellen, dass wir jährlich einen Bernardo oder Adams entwickeln", sagte Rangnick damals.

Aufstieg von CA Bragantino überrascht Rangnick

Der schnelle Erfolg CA Bragantinos hat nun aber selbst Rangnick überrascht. "Ich habe schon viel erlebt im Fußball, aber dass so etwas funktioniert, ist unglaublich. Da wurde richtig gut gearbeitet", sagte der 61-Jährige jetzt dem kicker.

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Genau Zahlen nannte der Konzern bei der Übernahme des Klubs im Frühjahr nicht. Laut brasilianischen Medien sollen aber die Gehälter signifikant von zunächst umgerechnet 90.000 Euro für die gesamte Mannschaft auf 450.000 Euro angestiegen sein. Auch die Siegprämie von 2.000 Euro übertreffe aktuell sogar die entsprechenden Zahlungen des brasilianischen Meisters Palmeiras.

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Red Bulls Aufstieg zum Fußballimperium begann 2005 mit der Übernahme des SV Austria Salzburg, der seither als Red Bull Salzburg die österreichische Bundesliga dominiert.

RB Leipzig (Übernahme: 2009) hat sich spätestens mit der zweiten Champions-League-Teilnahme in Deutschland etabliert. Und die New York Red Bulls (2006) gewannen in 13 Jahren drei Mal die MLS.

Bragantino-Erfolgsstory mit Hindernissen

Am Standort in Brasilien verlief der Aufstieg allerdings etwas holpriger.

Denn der Erfolg blieb zunächst aus. 2007 gründete der österreichische Konzern den Verein "Red Bull Brasil", um einen Talente-Pool für die europäischen Ableger in Österreich und später auch Deutschland zu generieren.

Der Klub kam letztendlich nie über die Viertklassigkeit hinaus und produzierte nur zwei "Spieler-Exporte" mit André Ramalho und Miguel Coronel (beide Salzburg). Im März 2019 erfolgte dann die Fusion mit CA Bragantino - der in der kommenden Saison auch als RB Bragantino in der Série A antreten soll und damit endgültig im RB-Kosmos angekommen.

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