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Im Pokalfinale beweist Lukas Podolski erneut sein Können, seine Zukunft bei Vissel Kobe ist aber ungewiss. Wie geht es jetzt mit dem Ex-Nationalspieler weiter?

Unter tosendem Applaus der Fans verließ Lukas Podolski den Rasen des Olympiastadions in Tokio.

Der 2:0-Triumph mit Vissel Kobe gegen die Kashima Antlers war für den Weltmeister von 2014 der insgesamt vierte Pokalsieg in seiner Karriere (in England, Deutschland, der Türkei und nun Japan). Auch Teamkollege David Villa bekam reichlich Beifall, als er sich nach der Partie von den Fans verabschiedete. Der Spanier hängt seine Fußballschuhe an den Nagel.

Ob Podolski diesem Beispiel folgt?

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Vertrag von Podolski läuft aus 

Der Vertrag des Stürmers in Kobe endet am 31. Januar 2020. Der Ex-Nationalspieler war vor zweieinhalb Jahren von Galatasaray Istanbul ins Land der aufgehenden Sonne gewechselt.

In bislang 60 Pflichtspielen für den japanischen Erstligisten erzielte er 17 Tore und sammelte zwölf Vorlagen.

Einen neuen Vertrag erhielt der 34-Jährige trotzdem nicht. "Bisher ist noch kein Verantwortlicher des Klubs auf mich zugekommen. Von daher wird meine Zeit in Japan am Jahresende wahrscheinlich vorbei sein", sagte Podolski im Oktober zur Bild am Sonntag. Daran scheint sich bislang nichts geändert zu haben.

Fink wünscht sich Podolski-Verbleib

Vissels Trainer Torsten Fink wünscht sich hingegen einen Verbleib seines Landsmannes. "Lukas ist ein geiler Kicker, der den Unterschied machen kann, und ein absoluter Leader. Ich weiß, was ich an ihm habe, deswegen kämpfe ich um ihn", erklärte der 52-Jährige in der Sport Bild. Er wolle die "Resthoffnung" nicht aufgeben. 

"Japan bleibt ein Thema, das ist ein tolles Land. Es macht Spaß, hier zu spielen", sagte der Stürmer selbst jetzt nach dem Pokalsieg dem Kölner Express. Die japanischen Fans dürfen also hoffen. Podolskis Berater und langjähriger Freund Nassim Touihri lässt jedoch alle Möglichkeiten offen: "Es gibt mehrere Optionen für ihn. Er hat da keinen großen zeitlichen Druck. Am Ende muss das ganze Paket für ihn passen, das ist das Entscheidende."

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Rückkehr zur alten Liebe?

Die Fans des 1. FC Köln rund 9000 km weiter träumen von einem Comeback ihres "Prinz Poldi" in der Domstadt. Das machte die aktive Fanszene unter anderem mit einem XXL-Banner deutlich.

Und auch der der Linksfuß selbst hat zeigte sich nicht abgeneigt. "Ich habe immer gesagt und bleibe dabei, dass es für mich eine Herzensangelegenheit wäre, noch einmal für den FC zu spielen", sagte er kürzlich der Bild am Sonntag.

Zuletzt machte Kölns Sport-Geschäftsführer Horst Heldt im Kölner Stadt-Anzeiger den Fans zusätzlich Hoffnung. "Ich möchte nur sagen, dass ich mit Lukas im Austausch bin. Alles Weitere bespreche ich mit ihm und nicht über die Öffentlichkeit."

Kann Podolski dem 1. FC Köln überhaupt helfen?

Für eine Rückkehr spricht nüchtern betrachtet - abgesehen von der romantischen Vergangenheit - aber eigentlich nicht viel.

Sportlich ist Podolski mit seinen 34 Jahren nicht mehr auf absolutem Topniveau. In der vergangenen Spielzeit kam der gebürtige Pole auch verletzungsbedingt lediglich auf 16 Kurzeinsätze. 

Beim Effzeh geht es gerade wieder ein wenig bergauf. Aus den letzten drei Spielen holten die Geißböcke, zuvor seit Wochen auf einem Abstiegsplatz, ganze neun Punkte und stehen nun auf Rang 15 der Tabelle. (SERVICE: Tabelle der Bundesliga)

Im Sturm sind die Domstädter mit Anthony Modeste, Simon Terodde und Jhon Cordoba bestens aufgestellt. Wo wäre Platz für Podolski?

Dazu kommt die Tatsache, dass er in Kobe jährlich bis zu acht Millionen Euro netto verdient haben soll. Nur bei deutlichem Gehaltsverzicht könnte der FC seinen verlorenen Sohn überhaupt bezahlen.

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Engagement in Polen?

Neben einem Domstadt-Comeback wird aber auch über eine Rückkehr in sein Heimatland Polen spekuliert. Der 34-Jährige heizte selbst diese Diskussionen an.  

"Mein großer Traum ist es, irgendwann meine Fußballer-Karriere bei Gornik zu beenden", schrieb der Weltmeister auf seiner Homepage über den polnischen Erstliga-Klub.

Laut Informationen der polnischen Sportzeitung Przeglad Sportowy, gab es bereits konkrete Verhandlungen zwischen dem Verein und dem 130-maligen Nationalspieler.

"Unser Verein ist im ständigen Kontakt mit Lukas Podolski, aber wir möchten uns zum Charakter dieser Gespräche nicht äußern", sagte ein Klub-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

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Zeitlich würde ein Wechsel perfekt passen: Podolskis Vertrag läuft wie erwähnt am 31. Januar aus. Am 8. Februar steht das erste Liga-Spiel im Jahr 2020 an. Gornik Zabrze ist aktuell Tabellenzwölfter mit 16 Punkten. Nur vier Zähler trennen den Klub von den Abstiegsrängen. Ist dies für den Weltmeister von 2014 eine geeignete Herausforderung?

In Polen könnte er dem Bericht zufolge nicht nur sportliche Ziele verfolgen. Demnach habe er sich bereits über den gastronomischen Markt in der Region erkundigt. Im Rheinland betreibt er mit Partnern fünf Läden der Döner-Kette Mangal, drei Eiscreme-Filialen, das "Straßenkicker-Label", ein Brauhaus und demnächst auch eine 5100 Quadratmeter Multifunktionshalle. Offenbar gibt es Überlegungen, das Konzept auch in Polen fortzuführen.

Rückkehr nach Deutschland im Januar

Neben Gornik sollen nach Informationen des Kölner Stadt-Anzeigers auch MLS-Klub Chicago Fire, Klub-WM-Halbfinalist CF Monterrey aus Mexiko und Flamengo Rio de Janeiro Interesse am 34-Jährigen zeigen. 

An ein Karriereende wie bei seinem Kumpel Bastian Schweinsteiger glaubt zumindest sein Team-Kollege David Villa nicht. "Er ist auf jeden Fall immer noch stark. Und ich glaube, dass ein Karriereende erst mal noch nicht sein Plan ist", sagte der Spanier dem Sportbuzzer.

Auch der gebürtige Pole selbst sagte nach dem Pokalfinale zum Kölner Express, dass er gerne noch weiter spielen würde. "Das Paket muss stimmen", ergänzte er. 

Unabhängig von seiner Zukunftsentscheidung steht eins fest. Podolski wird Anfang des Jahres nach Deutschland reisen.

Am 12. Januar wird er in der Gummersbacher Schwalbe-Arena bei der siebten Auflage des "Schauinsland-Reisen Cup" mitspielen. Die Erlöse aus dem Turnier kommen seiner Stiftung für benachteiligte Kinder zugute.

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