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München - Acht Jahre lang war Jérémie Aliadière beim FC Arsenal unter Vertrag. Der Franzose enthüllt nun, was seinen damaligen Trainer Arsene Wenger zu seltenen Wutanfällen trieb.

Arsène Wenger ist für sein ruhiges und sachliches Auftreten bekannt.

Es fällt schwer, sich vorzustellen, wie der Franzose so richtig die Fassung verlieren kann. Doch dass Wenger dazu durchaus in der Lage ist, verriet nun der ehemalige Gunners-Stürmer Jérémie Aliadière.

Der ehemalige U21-Nationalspieler Frankreichs, der zwischen 2001 und 2007 beim FC Arsenal unter dem mittlerweile 70-Jährigen spielte, erlebte in dieser Zeit zwei dieser Fälle. 

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Ausraster in Old-Trafford-Kabine

"Arsène war absolut verrückt", erzählte der Angreifer, der bis 2017 beim französischen Zweitligisten FC Lorient unter Vertrag stand, bei Goal.

Hintergrund: Im Februar 2011 ließen sich Wengers Gunners im Old Trafford von Manchester United in der ersten Hälfte mit 5:1 abfertigen. Als die Trainerlegende zur Halbzeitansprache ansetzte, sei die Hölle ausgebrochen, schilderte Aliadière. "Er hat Flaschen durch den Raum geworfen, sie gingen überall hin. Er schrie und fluchte - und Wenger fluchte normalerweise nie."

Arsenal hatte zu diesem Zeitpunkt 13 Punkte Rückstand auf die "Red Devils".

Um im Rennen um den Titel zu bleiben, wäre ein Auswärtssieg für das Team um Patrick Viera, Thierry Henry und Dennis Bergkamp also Pflicht gewesen. Doch die Gunners plagten Verletzungssorgen.

Uniteds Dwight Yorke sorgte mit einem Hattrick für eine frühe Vorentscheidung, der unerfahrene Aushilfs-Innenverteidiger Igor Stepanovs war total überfordert. "Wir wurden in der ersten Halbzeit erschlagen. York und Andy Cole haben uns absolut umgebracht", erinnerte sich Aliadière ungern an die Schmach zurück.

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Das damals 17 Jahre alte Talent war nur als Ergänzungsspieler im Old Trafford dabei. Wengers Tobsuchtsanfall bekamen jedoch alle Spieler zu spüren, ergänzte der Franzose, der 2017 seine Karriere beendete. "Er wollte auf niemanden mit dem Finger zeigen. Fünf Minuten lang wurde er verrückt, bevor er sich langsam beruhigte." 

Wenger schrie Sylvain Wiltord an

Bei einem weiteren großen Wutanfall nahm Wenger aber einen einzelnen Spieler genau ins Visier.

"Es war Sylvain Wiltord. Wir wurden angewiesen, unsere Handys nicht in der Umkleidekabine zu benutzen. Also kommt er eines Tages in die Umkleidekabine und beginnt ein Meeting, unterhält sich mit allen Spielern und plötzlich klingelt Sylvains Telefon", sagte Aliadière.

Der Regelbruch des Europameisters von 2000 habe Wenger aus der Haut fahren lassen: "Er fing an, ihn richtig anzuschreien, und bestrafte ihn mit einer Geldstrafe von 10 oder 12 Riesen."

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Wiltord habe sich von Wengers Wutattacke nicht einmal besonders beeindrucken lassen, behauptete Aliadière: "Sylvain es absolut egal war, er setzte einfach sein Gespräch am Telefon fort. Verrückt. Aber es war zu der Zeit, als es ein bisschen Spannung zwischen ihm und Wenger gab."

Bis auf diese zwei Ausraster sei Wenger jedoch tatsächlich immer der sachlich orientierte Coach gewesen, für den ihn viele halten. "Selbst wenn wir schlechte Spiele hatten, versuchte er immer, sich Zeit zum Abkühlen zu geben. Er wollte klar denken, bevor er sich mit den Spielern unterhält." 

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