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Der Tod Diego Maradonas macht die Welt betroffen. In Argentinien ist die Trauer noch größer. SPORT1-Redakteur Daniel Fromm erinnert sich an seine Reise durch Südamerika.

Nur noch wenige Tage bis zur WM 2014 in Brasilien. Auf meiner Reise durch Südamerika soll natürlich die WM das große Highlight werden.

Doch bevor es direkt an den Zuckerhut geht, bereise ich das wundervolle Land Argentinien. Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist. Die Menschen dort haben oftmals nicht viel, sind aber trotzdem unglaublich lebensfroh, freundlich und hilfsbereit. Ich bin beeindruckt.

Es gibt allerdings eine Sache, die mich noch mehr fasziniert. Die große Leidenschaft der Argentinier für Fußball.

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Maradona berührt die Menschen

Klein, groß, jung oder alt. Frau oder Mann. Jedem geht plötzlich das Herz auf. Und der erste Gedanke gilt immer: Diego Armando Maradona!

Die Menschen vergöttern ihn. Welche Eskapaden auch immer er sich in seinem Leben geleistet hat, seinem Legendenstatus können sie alle nichts anhaben.

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Maradona hat den Argentiniern den WM-Titel geschenkt, er ist ein Mann des Volkes, ein Anführer, der für jedermann greifbar ist. Allesamt Dinge, die ihm vom bisweilen unnahbaren und beinahe außerirdisch wirkenden Lionel Messi unterscheiden.

Ein Beispiel: Als ich mich auf meiner Reise mit einer Gruppe Backpackern aus Brasilianern und Argentiniern unterhalte, wirft einer angesichts der anstehenden WM die Frage auf, ob denn nun Messi oder Neymar besser sei.

Argentinien neidisch auf Pelé

Lange dauert die Diskussion allerdings nicht, weil die beiden heutigen Weltstars in kürzester Zeit durch die Namen Maradona und Pelé ersetzt werden. Ähnliche Diskussion, aber eben noch eine Stufe höher.

Mir wurde erzählt, dass die Argentinier sehr lange neidisch auf ihre brasilianischen Nachbarn blickten. In der Ära Pelé ließen die Brasilianer sie immer wieder spüren, dass sie nur die Nummer zwei in Südamerika sind.

Der Frust der Argentinier wuchs und gipfelte darin, dass sie Gott um eine Antwort auf Brasilien und deren Superstar anflehten.

Messi wird nie ein Gott

Und knapp ein Jahrzehnt später war es dann soweit. Gott schenkte den Argentiniern Maradona - und der enttäuschte sie nicht.

Der "Goldjunge" führte sein Land bei der WM 1986 quasi im Alleingang zum Titel. Nie zuvor oder danach prägte ein Spieler derart ein Turnier.

Argentinien erhob Maradona in den Gott-Status. Für Messi wird das immer unerreicht bleiben.

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