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Verdienen Pini Zahavi (M.) und Co. bald weniger?
Verdienen Pini Zahavi (M.) und Co. bald weniger? © Getty Images
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Die FIFA geht endgültig auf Konfrontations-Kurs mit den Spieler-Beratern und will nun eine Obergrenze für deren Gehälter einführen.

Nur wenige Branchen haben einen so schlechten Ruf wie die der Spielerberater im Fußball. 

Kritik, Vorwürfe und Schlagzeilen gibt es fortlaufend. Prominentes Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit: Pini Zahavi, immerhin einer der größten und mächtigsten seines Fachs, wurde von Bayern Münchens Ex-Präsident Uli Hoeneß im CHECK24 Doppelpass als "geldgieriger Piranha" abgestempelt. 

Der Fußball Weltverband FIFA versucht schon länger, neue Regeln für die Spieleragenten einführen, die weitreichende Folgen haben könnten. Auf eine Videokonferenz am Donnerstag teilte die FIFA mit, dass die dritte und finale Konsultationsrunde mit allen beteiligten Parteien nun begonnen habe. 

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Spieler, Klubs, Ligen und Mitgliedsverbände aber auch Spielerberater sind an den Gesprächen beteiligt. 

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"Wir sind engagiert, einen Konsens und eine finale Vereinbarung zu erreichen", sagte Emilio García Silvero, Direktor der Rechtsabteilung der FIFA. Der vielleicht wichtigste Punkt auf der Agenda: Die Wiedereinführung eines Lizenzsystems für die Berater. Dieses war 2015 abgeschafft worden, nun sollen sich die Agenten wieder in regelmäßigen Abschnitten verifizieren lassen müssen. Familienmitglieder ohne Lizenz sollen nicht mehr als Berater akzeptiert werden. 

Deutlich weniger Geld für Berater?

"Das ist kein Projekt gegen die Berater, sondern für die Berater. Sie spielen eine wichtige Rolle im Fußballgeschäft", sagte García Silvero, der sich so mehr Transparenz auf dem Transfermarkt erhofft. Brisant ist aber auch, dass eine Obergrenze für Provisionszahlungen eingeführt werden soll. 

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Die Gelder sollen nun allesamt über ein "Clearing House" der FIFA laufen, einer Art Bank. Transparent und offen gelegt. Nur noch drei Prozent des Spieler-Gehaltes sollen demnach künftig an die beratenden Agenten fließen. Bisher sind eher acht bis zehn Prozent üblich. An einem Transfer soll der Berater in Zukunft maximal mit zehn Prozent der Ablösesumme beteiligt werden. Die FIFA geht davon aus, dass eine solche Regelung mit dem EU-Recht vereinbar sei, sagte FIFA-Direktor James Kitching. 

Auch der Zeitplan für die Neuerungen steht bereits. Bis Februar 2021 sollen die Gespräche abgeschlossen sein. Die Verabschiedung der neuen Regeln solle dann zwischen März und Juli vom FIFA-Council vollstreckt werden. Im September könnte das neue System dann weltweit Gültigkeit haben.

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