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Hulk ist ein begnadeter Fußballspieler, der trotzdem nie auf der ganz großen Bühne stand. Jetzt könnte das nächste Kapitel einer ungewöhnlichen Karriere anstehen.

Ein Muskelmann, der schier unmenschliche Kraft zu haben scheint. Braucht man das in seinem Fußballteam? Der Brasilianer Givanildo Vieira de Souza, besser bekannt als Hulk, beweist seit Jahren: Ja!

Groß geworden in den Juniorenligen Brasiliens ging der wuchtige Stürmer einen ungewöhnlichen Karriereweg. Dieser führte ihn zwar nie in eine europäische Top-Liga, seine Statistiken sind aber allemal beeindruckend. 

Auf Vereinsebene war Hulk in 573 Spielen an 481 Toren direkt beteiligt. Ähnliche Effektivität erhofft man sich bei Besiktas Istanbul, denn dorthin scheint es den 34-Jährigen nun zu verschlagen.

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Die ungewöhnliche Karriere des Hulk

Es wäre bereits die sechste Nation, in der der Muskelprotz die Zuschauer begeistert. Knapp 115 Millionen Euro Ablöse wurden in seiner Laufbahn bislang für ihn gezahlt. Begonnen hat alles in seiner Heimat Brasilien. In den Jugendmannschaften von Sao Paulo und Vitória arbeitete er sich ran an den Profifußball. Als er endlich in der ersten Mannschaft von Vitória angekommen war, folgte schnell der erste kuriose Schritt.

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Im Sommer 2005 wechselte Hulk überraschend nach Japan zu Kawasaki Frontale. Im Januar 2007 ging es weiter zu Tokyo Verdy. Dort sollte sein endgültiger Durchbruch gelingen. Der Linksfuß erzielte 37 Tore in 42 Zweitligaspielen und hatte maßgeblichen Anteil am Aufstieg seines Vereins. Außerdem stammt aus dieser Zeit vermutlich sein Künstlername, da er in den grünen Trikots des Vereins stark der berühmten Comicfigur ähnelte.

Die ungewöhnliche erste Profistation hatte sich ausgezahlt. Hulk machte europäische Klubs auf sich aufmerksam und wechselte 2008 zum FC Porto. Dort passte er sich schnell an das höhere Niveau an. In seiner dritten Saison wurde der damals 25-Jährige zum Torschützenkönig der portugiesischen Liga. Außerdem gewannen er und sein Verein das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Europa League.

Vom FC Porto in eine Top-Liga?

Spätestens seit dieser Saison waren viele Top-Klubs heiß auf den Torjäger. Seine starke Physis in Kombination mit feiner Technik und herausragendem Abschluss würden jedem Verein gut zu Gesicht stehen. Entsprechend hoch war auch seine Ausstiegsklausel: 100 Millionen Euro.

Das schreckte die meisten Interessenten ab. Nach einer weniger erfolgreichen Folgesaison kam es zum nächsten unerwarteten Transfer. Anstatt mit Mitte 20 den Weg nach England, Spanien oder Italien zu suchen, wechselte Hulk für 37 Millionen Euro nach Russland zu Zenit St. Petersburg.

Dort knüpfte er nahtlos an seine Top-Leistungen aus Portugal an. Das war Grund genug für den brasilianischen Nationaltrainer, Luis Felipe Scolari, Hulk für die Heim-WM 2014 zu nominieren. Dort kam er in fünf von sechs Spielen zum Einsatz, blieb dabei aber ohne Torbeteiligung.

Zwei Jahre später neigte sich seine Zeit in Russland dem Ende entgegen. Sollte Hulk mit 30 Jahren doch noch einmal die Luft einer europäischen Top-Liga schnuppern? Mitnichten. Statt in den Westen ging es noch viel weiter in den Osten. Für fast 60 Millionen Euro sicherte sich Shanghai IPG die Tormaschine.

Hulk rasiert nach dem Sieg in der Europa League einem Betreuer den Kopf
Hulk rasiert nach dem Sieg in der Europa League einem Betreuer den Kopf © Imago

Hulks kurioses Liebesdrama

Und auch in China schoss Hulk alles kurz und klein. Erneut erreichte er fast so viele Torbeteiligungen wie Spiele und stieg schnell zum Kapitän auf. Fast vier Jahre sollte er im Reich der Mitte spielen, ehe im Dezember 2020 sein Vertrag auslief.

Neben seinen sportlichen Leistungen sorgte in den vergangenen Jahren vor allem sein Liebesleben für Aufsehen. Im Jahr 2019 verließ Hulk die Mutter seiner Kinder, um eine Beziehung mit deren Nichte einzugehen. Im März 2020 heiratete das Paar. Nun steht ein neues Kapital für die beiden an.

Seinen neuen Verein suche der Brasilianer nicht aufgrund des Geldes aus, sondern denke "daran, wo ich glücklicher sein kann", sagte er Globo Esporte. Bei Besiktas könnte er dieses Glück gefunden haben. Trotz seiner mittlerweile 34 Jahre wird Hulk weiterhin seinem Spitznamen gerecht. "Ich sehe mich immer noch in einer sehr guten Verfassung."

Die türkischen Fans dürfen sich also auf einen neuen Superhelden freuen.

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