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Im Dezember verpasste Hansi Flick den Welttrainer-Titel, Jürgen Klopp triumphierte. Das wird nach dem Klub-WM-Titel nicht mehr passieren. SPORT1-Chefreporter-Kommentar.

463 Tage hat Hansi Flick beim FC Bayern benötigt, um in 68 Pflichtspielen sechs Titel einzufahren!

Durchschnittlich holten die Münchner mit ihm alle 77 Tage einen Pokal und 2,63 Punkte pro Spiel. Kaum ein Superlativ könnte die Leistung Flicks und seines Trainerteams beschreiben - und doch wurde ihm nicht die Ehre zuteil, zum Welttrainer gekürt zu werden, obwohl er bei der Wahl im Dezember 2020 bereits fünf Titel gewonnen hatte.

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Statt Flick wurde Jürgen Klopp zum Welttrainer gekürt. Klopp war überrascht, Flick enttäuscht. Die FIFA teilte seinerzeit mit, dass es ein enges Rennen war, am Ende waren die beiden sogar punktgleich.

Welttrainer: Wie Klopp Flick hinter sich ließ

Flick hatte unter den Fans und Journalisten die Nase vorn. Klopp hatte die meisten Stimmen von Kapitänen und Trainern der Nationalmannschaften gewonnen. Zwar stimmten die europäischen Nationaltrainer mehrheitlich für den Bayern-Trainer, Klopp aber hatte große Mehrheiten in Asien, Afrika, in der Karibik und in Ozeanien.

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Verlor Flick am Ende aufgrund mangelnder Bekanntheit? Sportlich jedenfalls hatte er jedes Argument auf seiner Seite.

Mit dem Gewinn der Klub-Weltmeisterschaft sollte sich dieses Thema zukünftig erledigt haben, denn 135 Länder haben das Finale zwischen dem FC Bayern und Tigres (1:0) übertragen. Jene Klub-WM, die beinahe überall sonst auf der Welt einen noch deutlich größeren Stellenwert genießt als in Europa.

FC Bayern auf einer Stufe mit FC Barcelona von 2009

Mexiko-Klub Tigres vertrat als Champions-League-Sieger Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik. Bayerns Halbfinal-Gegner Al Ahly war der Afrika-Vertreter. Auch in Asien, Ozeanien und in Südamerika wird man zum FC Bayern geblickt haben, der mit seinem Sixpack unter der Regie von Flick Historisches geschafft hat. Nur der FC Barcelona holte 2009 bisher sechs Titel in einer Saison.

Klopp wurde zum zweiten Mal Welttrainer, weil er im Stechen mit Flick unter den Trainerkollegen vorne lag.

Bei der nächsten Wahl sollte sich dieses Thema erledigt haben, denn Flick, der als erster Trainer überhaupt Klub-Weltmeister und Weltmeister mit einer Nationalmannschaft wurde, hat den FC Bayern nicht nur sportlich an die Weltspitze geführt, sondern auch menschlich hervorragend vertreten.

Flick zeigt beste Seite des FC Bayern

Kaum eine Pressekonferenz verlief ohne ein gebührendes Lob für den gegnerischen Trainer und dessen Spielstil. Er stand für Fotos mit ihnen bereit, sendete in puncto Fairness und Respekt große Zeichen, obwohl der Bayern-Trip in die Wüste aufgrund etlicher Widerstände nicht nur Flick alles abverlangt hat.

Der Fußballwelt wird Flicks Katar-Krönung nicht entgangen sein.

Daher ist es ganz gleich, ob die Bayern in dieser Saison einen, zwei oder drei Titel holen - bei der nächsten Welttrainer-Wahl kann es nur einen verdienten Sieger geben und keine Überraschung: Hansi Flick!

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