Leverkusen patzt bei Härtetest in Valencia
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München und Valencia - Der FC Valencia plant nach chaotischen Jahren den Angriff auf Spaniens Top-Trio und die Champions League - mit Michy Batshuayi als neuem Aushängeschild.

Ein kleines Emoji war der erste dezente Hinweis, wenig später folgte die offizielle Bestätigung: "Eine neue Fledermaus kommt nach Valencia", twitterte der sechsmalige spanische Meister und kündigte so die Ankunft von Michy Batshuayi an.

Damit fügt sich, was eigentlich längst zusammen gehört. Der "Batsman" stürmt in der kommenden Saison für "Los Ches", die Fledermäuse. Der Ex-Dortmunder soll eines der Gesichter des neuen FC Valencia werden. Der Klub schickt sich nach turbulenten Jahren an, die Dominanz der großen Drei FC Barcelona, Real Madrid und Atletico zumindest aufzuweichen.

Und die Vorfreude ist Batshuayi anzusehen. "Wenn du endlich das perfekte Teamlogo bekommst", twitterte er nach seiner Vorstellung und postete ein lachendes Bild von sich in der neuen Trainingskleidung.

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Lange hatte Borussia Dortmund nach der erfolgreichen Leihe in der vergangenen Rückrunde um eine Weiterbeschäftigung des belgischen Sturmtanks gekämpft, doch die Ablöseforderungen des FC Chelsea waren nicht zu erfüllen. Auch Valencia hat den 24-Jährigen zunächst nur ausgeliehen, über die Existenz einer Kaufoption von 50 Millionen Euro gibt es widersprüchliche Berichte.

Valencias Wandel der Transferstrategie

Ob der in den vergangenen Jahren finanziell arg gebeutelte Klub diese Summe überhaupt stemmen kann, steht ohnehin auf einem anderen Blatt und passt eigentlich nicht zur neuen Philosophie. Denn auch der laufende Transfersommer zeigt: Die Zeiten, in denen der indonesische Investor Peter Lim sein Geld mit überteuerten Spielerkäufen verbrannte, gehören der Vergangenheit an.

Sportdirektor Meteu Alemany, seit März 2017 im Amt, und Trainer Marcelino verfolgen eine klare Strategie. Talentierte Spieler, deren Karrieren woanders ins Stocken geraten, sind in Valencia willkommen. Prominentestes Beispiel ist der seit der EM 2016 als "Elfer-Depp" verschriene Simone Zaza, der in der Vorsaison mit 13 Toren Valencia nach dreijähriger Abstinenz zurück in die Champions League schoss. Hinzu kommen Talente aus dem eigenen Nachwuchs wie Jose Gaya und Carlos Soler.

Nun erhöht nicht nur Batshuayi die Qualität in der Offensive. Zuletzt holten die Blanquinegros auch noch Kevin Gameiro für 16 Millionen von Atletico Madrid und Russlands WM-Star Denis Cheryshev kam per Leihe vom FC Villarreal zurück. Zwar weist die Bilanz ein Minus von rund 20 Millionen Euro auf, der Verkauf des zuvor an Inter Mailand verliehenen Joao Cancelo an Juventus Turin spülte immerhin über 40 Millionen Euro in die Transferkasse.

Verbranntes Geld und verschlissene Trainer

Der Klient von Jorge Mendes war einer der letzten Überbleibsel der Transferoffensive im Sommer 2015, kurz nachdem Lim mit seinem Einstieg den Klub vor dem finanziellen Ruin rettete und mit Investitionen von über 140 Millionen Euro große Euphorie entfachte.

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Die Fans im maroden Mestalla, dessen Neubaupläne seit der Immobilienkrise 2008 auf Eis liegen, träumten von einer Rückkehr zu alten Glanzzeiten.

Doch die Träume platzten schnell. Trainer wie Gary Neville, Pako Ayestaran und Cesare Prandelli gaben sich zusammen mit dem regelmäßig aushelfenden Interimstrainer Voro in den letzten zwei Jahren die Klinke in die Hand. 2017 drohte gar der Sturz in die Zweitklassigkeit, den Voro mit Ach und Krach abwenden konnte.

Die Verpflichtung von Marcelino ebnete im vergangenen Sommer den Weg zum erfolgreichen Neustart. Der 53-Jährige hatte sich beim FC Villarreal mit erfolgreichem Offensivfußball einen Namen gemacht und legte auch mit den Fledermäusen furios los. Die erste Niederlage in La Liga gab es erst am 14. Spieltag.

Batshuayi träumt von Titel

Weil dem Team im Endspurt etwas die Puste ausging, wurde der Kader nun gezielt in der Breite verstärkt. Zudem blieben wichtige Leistungsträger. Der zuvor ausgeliehene Geoffrey Kondogbia wurde fest verpflichtet, gleiches plant man auch im Fall der PSG-Leihgabe Goncalo Guedes.

"Das ist ein starkes Team, das in der Champions League spielt und gegen die Besten kämpft", sagte Batshuayi bei seiner Vorstellung.

Für die neuen Saison hat er sich ehrgeizige Ziele gesteckt: "Ich bin hier hergekommen, um mit Valencia mehr als nur sechs Spiele in der Champions League zu spielen. Mein Wunsch ist es, in dieser Saison einen Titel mit Valencia zu gewinnen." Es wäre der erste seit dem Pokalsieg vor zehn Jahren und der nächste Schritt zurück zu altem Glanz.

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