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Viele hochkarätige Neuzugänge schlugen in Spanien nicht ein
Viele hochkarätige Neuzugänge schlugen in Spanien nicht ein © SPORT1-Grafik: Getty Images
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München - Spaniens Klubs nehmen viel Geld für Transfers in die Hand. Die Neuzugänge des vergangenen Sommers enttäuschen allerdings auf ganzer Linie. Darunter sind einige Stars.

Von Sparkurs war im vergangenen Sommer in Spanien nichts zu spüren, zumindest nicht im Fußball. Unglaubliche 1,5 Milliarden Euro gaben die Vereine in La Liga auf dem Transfermarkt zusammen aus.

Für 60 Prozent dieser astronomischen Summe sind die großen Drei des spanischen Fußballs verantwortlich: Der FC Barcelona, Real Madrid und Atlético Madrid. All drei rüsteten sich für eine erfolgreiche Zukunft. Funktioniert hat das bislang bei keinem der Klubs.

Joao Félix mit Startproblemen

Atlético war im vergangenen Sommer für den größten Knall auf dem Transfermarkt verantwortlich. Für 126 Millionen Euro sicherte sich Reals Stadtrivale die Dienste von Joao Félix, eines der am meisten versprechenden Talente der Welt.  

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Zu Beginn konnte der 20 Jahre alte Offensivspieler durchaus etwas von seiner sensationellen Technik, seinen atemberaubenden Dribblings und seiner Spielintelligenz zeigen. Diese Momente waren allerdings selten und nach einer einmonatigen Pause wegen eines verstauchten Knöchels wurden sie noch seltener.

Sechs Tore und zwei Vorlagen stehen nach 27 Pflichtspielen auf dem Arbeitsnachweis des Portugiesen. Nicht das, was die Rojiblancos vom einstigen Benfica-Spieler zu bekommen hofften.

Griezmann findet seine Rolle nicht

Vor Saisonbeginn fand eines der größten Transfertheater der letzten Jahre sein Ende. Für 120 Millionen Euro eiste der FC Barcelona - nach einem ewigen Hin und Her - Antoine Griezmann von Atlético los. Es war der lang erhoffte Coup, der die Offensive der Katalanen endgültig zum Maß aller Dinge machen sollte.

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Nach 37 Pflichtspielen für Barca steht der Franzose bei 14 Toren und vier Assists. Wirklich schlecht liest sich das zwar nicht, trotzdem ist seine Ausbaute weit von dem entfernt, weswegen ihn der stolze Klub verpflichtete.

Nachdem sich Mittelstürmer Luis Suárez verletzt hatte, wollte Griezmann mehr Verantwortung und eine ähnlich wichtige Rolle wie zuvor bei Atlético übernehmen. Ohne Erfolg. Für Barca läuft es momentan - vorsichtig ausgedrückt - durchwachsen.  

Hazard enttäuscht

Auch Real Madrid hatte einen königlichen Transfer zu bieten. Eden Hazard kam für 100 Millionen Euro vom FC Chelsea in die spanische Hauptstadt. Ähnlich wie bei Barcas Griezmann-Transfer ein lang gehegter Wunsch beider Parteien.

Die Ankunft hatte dann aber wenig Königliches. Hazards Übergewicht war schon bei seiner Vorstellung kaum zu verheimlichen, auf dem Platz wirkte der Belgier teilweise behäbig. Als er dann endlich immer besser in Form kam, folgte der große Rückschlag: Ein Haarriss im Fuß.

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Als sich der 29-Jährige Mitte Februar erholt hatte, zog er sich gleich die nächste Verletzung zu. Wegen einer Fissur des Wadenbeins könnte der Außenstürmer nun die komplette restliche Saison ausfallen. Dann bliebe es bei einem mageren Tor aus 15 Pflichtspielen.

Jovic spielt bei Real kaum eine Rolle

Neben dieser Mega-Deals der großen Drei enttäuschten auch weitere vielversprechende Verpflichtungen. Bei Barca trifft dies auf Frenkie de Jong zu. Der 22-Jährige wurde im Sommer von praktisch allen Top-Klubs gejagt, Barcelona hatte letztlich aber den Zuschlag erhalten. 75 Millionen Euro flossen an Ajax Amsterdam.

Sein fast grenzenloses Potenzial konnte de Jong in Katalonien nur selten abrufen. Er scheint seine Rolle im Mittelfeld noch nicht gefunden zu haben, obwohl er einen Stammplatz innehat.

Das zumindest hat er Luka Jovic voraus, der bei Real kaum zum Zug kommt und in den letzten drei Partien gar nicht im Kader von Real-Coach Zinedine Zidane stand.

Die Bürde von 60 Millionen Euro, die die Königlichen nach Frankfurt überwiesen, scheint schwer auf dem 22 Jahre alten Mittelstürmer zu lasten.

Am vergangenen Wochenende geisterte sogar das Gerücht durch Madrid, dass Jovic Real schon wieder verlassen könnte. Die As brachte einen Wechsel zum SSC Neapel ins Spiel. 

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Mendy als erster Lichtblick

Ferland Mendy, der siebtteuerste Transfer Spaniens, ist wohl der erste der Liste, der seinem Klub das bietet, was er versprochen hatte. Für 48 Millionen Euro hatte Real den 24-Jährigen von Olympique Lyon verpflichtet, um die linke Abwehrseite zu sichern.

Das tat der Franzose in den 22 Pflichtspielen, die ihm Coach Zidane gönnte, zumeist verlässlich.

Ansonsten wird der Sommer 2019 wohl als Transfer-Sommer der Enttäuschungen in die spanische Fußball-Geschichte eingehen.

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