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München - Der FC Barcelona beruft für den Montag eine Dringlichkeitsversammlung ein. In dieser könnte der Abschied einiger Protagonisten beschlossen werden.

Mit der historischen 2:8-Demütigung endete für den FC Barcelona am Freitagabend eine Ära. Die Frage ist nun, wer dem unausweichlichen Umbruch zum Opfer fällt. 

Den Montag haben die Katalanen zum Schicksalstag erklärt, schließlich gibt es keine Zeit zu verlieren. Daher hat der Klub eine Dringlichkeitsversammlung des Vorstands einberufen.

Der erste, der bei dieser seinen Hut nehmen muss, wird wohl Trainer Quique Setién sein. Sein Aus soll bereits beschlossene Sache sein, das berichten die spanischen Medien übereinstimmend. 

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Tritt Präsident Bartomeu zurück?

Bei allen anderen Personalien herrscht allerdings noch Rätselraten.

Am gewaltigsten wackelt wohl der Stuhl von Sportdirektor Éric Abidal. Der Franzose hatte sich in den vergangenen Monaten vor allem mit Lionel Messi überworfen und musste sich von dem Superstar öffentlich scharfe Kritik gefallen lassen. Kaum vorstellbar, dass er nicht einen großen Teil der Verantwortung für die Misere bei Barca übernehmen muss. 

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Auch Präsident Josep María Bartomeu könnte die Krise sein Amt kosten. Bei den Fans steht der 57-Jährige schon länger in der Kritik - unter anderem aufgrund von fragwürdigen Personalentscheidungen, der finanziell schlechten Situation des Klubs und der Barcagate-Affäre.

In einer Umfrage der Marca, die nach dem 2:8-Debakel gegen den FC Bayern durchgeführt wurde, gaben 62 Prozent der Barca-Anhänger den Wunsch an, vorgezogene Neuwahlen abzuhalten, um Bartomeu mit sofortiger Wirkung zu ersetzen. 

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"Wir müssen Entscheidungen treffen. Einige haben wir schon getroffen, über andere werden wir in den nächsten Tagen nachdenken", sagte Bartomeu nach dem Spiel. Dabei dürfte der Spanier auch über einen möglichen Rücktritt nachdenken.

Pochettino könnte Setién beerben

Bei der Dringlichkeitsversammlung wird der Barca-Vorstand auch klären müssen, in welchem Umfang der unausweichliche Umbruch stattfinden soll. Welche Spieler sollen den Klub verlassen? Der gegenwärtige Eindruck: Eine ganze Menge.

Der 33-jährige Gerard Piqué - ein Protagonist der erfolgreichen Ära - hatte nach dem Abpfiff des Debakels stellvertretend für seine Generation seinen Rücktritt angeboten. 

Die Sport berichtet, dass Barca am liebsten fast den kompletten Kader verscherbeln würde, der zuletzt satt, müde, motivationslos und schlichtweg zu alt gewirkt hatte. Alle Spieler außer: Messi, Marc-André ter Stegen, Frenkie de Jong und Clément Lenglet. 

Großer Ausverkauf bei Barca?

Die Fans gaben in der Marca-Umfrage sechs Spieler an, die in Katalonien bleiben sollen: Messi, ter Stegen, Lenglet, Ansu Fati, Riqui Puig und Ronald Araujo. Bei den Katalanen riecht es nach einem großen Ausverkauf. 

Die Frage ist, wer den gigantischen Umbruch leiten soll. Ex-Tottenham-Coach Mauricio Pochettino soll Favorit auf Setiéns Nachfolge sein, der niederländische Nationaltrainer Ronald Koeman sei Plan B. 

Bei Pochettino ist das Problem, dass er vor zwei Jahren einmal sagte, dass er niemals Barca trainieren würde. Der Argentinier hatte vor seinem Engagement bei den Spurs den Stadtrivalen Espanyol Barcelona gecoacht. 

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Mittlerweile hat Pochettino seine Absage zwar revidiert, als Wunschlösung geht er aber wohl trotzdem nicht durch. 

Barca-Fans fürchten um Messi

Diese ist ohne Zweifel die Barca-Legende Xavi. In der Umfrage sprachen sich 36 Prozent dafür aus, den 40-Jährigen als Trainer zu holen. Pochettino erhielt 15 Prozent der Stimmen. 

Dieser Hoffnung erteilte Xavi allerdings jüngst einen Dämpfer. "Ich glaube nicht, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Rückkehr ist", hatte der Spanier in der El Pais klargestellt. Vielleicht überlegt er sich aber ja noch einmal anders, denn auch Xavis Herz dürfte bei der Demütigung von Lissabon geblutet haben. 

Wer den Umbruch auch leiten wird, muss zunächst eines sicherstellen: Den Verbleib von Messi. Denn nach der Blamage in Lissabon sind seine Zweifel an dem Verlauf der nächsten Spielzeiten wohl so groß wie nie. Inter Mailand und Manchester City sollen laut Informationen der Marca ihre Chance sehen, den Ausnahmespieler aus Katalonien wegzulocken.

In Barcelona geht die Angst um. 

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