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München - Der FC Barcelona startet in La Liga so schlecht wie seit 29 Jahren nicht mehr. Doch die Probleme des Teams von Ronald Koeman liegen nicht nur auf dem Platz.

Der FC Barcelona ist "zerbrochen".

So titelte die katalanische Zeitung Mundo Deportivo nach dem erneuten Rückschlag des Teams von Ronald Koeman in La Liga. Bei Atlético Madrid kassierte Barca eine 0:1-Niederlage und rutschte auf Rang zwölf ab. (Service: Tabelle von La Liga)

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Damit machte der Vizemeister den schlechtesten Saisonstart seit 29 Jahren perfekt. Kein Wunder, dass die inländischen Medien kein gutes Haar an der Koeman-Elf ließen. "Houston, wir haben ein Problem," schrieb beispielsweise die Sport.

Koeman: "Ich bin verantwortlich"

"Als Trainer bin ich verantwortlich. Wir müssen die Resultate verbessern und hart an uns arbeiten, vor allem in der Defensive. Aber auch in der Offensive müssen wir uns verbessern", erklärte Koeman nach der erneuten Niederlage.

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Kurios: Bei den fünf schlechtesten Saisonstarts Barcas in diesem Jahrhundert stand viermal ein niederländischer Trainer an der Seitenlinie. Auch Louis van Gaal und Frank Rijkaard hatten so ihre Probleme am Anfang einer Spielzeit.

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Von den vergangenen fünf Ligaspielen der Katalanen gingen drei verloren – darunter war auch das 1:3 im Clasico zu Hause gegen Real Madrid.

Keeper ter Stegen patzt

Zu allem Überfluss patzte beim entscheidenden Gegentreffer gegen Atlético auch noch einer, auf den sich die Blaugrana in den vergangenen Jahren stets verlassen konnten: Torwart Marc-André ter Stegen.

Der DFB-Keeper verließ bei einem gegnerischen Konter den Strafraum und wurde von Torschütze Yannick Carrasco in der Nachspielzeit der ersten Hälfte getunnelt. Der Belgier hatte anschließend keine Mühe, den Ball aus 20 Metern ins leere Tor zu schießen.

Für diese Aktion sah sich ter Stegen Kritik ausgesetzt – auch vom eigenen Trainer. "Das darf nicht passieren", konstatierte Koeman. Dem Gegentreffer war allerdings auch ein unnötiger Ballverlust vorausgegangen.

Der Rückstand auf Tabellenführer Real Sociedad San Sebastian beträgt bereits 13 Punkte, allerdings hat Barcelona auch zwei Spiele weniger absolviert. Auch Konkurrent Real Madrid schwächelte zuletzt, liegt bei einem Spiel mehr allerdings sechs Zähler vor Barcelona.

Der historisch schwache Saisonstart hat Spuren hinterlassen bei dem Klub, der in den vergangenen Monaten reichlich Schlagzeilen abseits des Sports schrieb.

Koeman verteidigt Messi-Ausraster

Der Wirbel um einen möglichen Wechsel von Superstar Lionel Messi, der Streit um die Gehaltskürzungen aufgrund der finanziellen Probleme im Zuge der Corona-Krise, der Rücktritt von Präsident Josep Bartomeu. In den vergangenen Monaten ging es in Barcelona drunter und drüber.

Kein Wunder, dass Koeman sich vor der Partie bei Atlético schützend vor seinen Superstar stellte. "Ich finde, dass Leute wie Messi mehr Respekt verdient haben", wetterte er. Dem Superstar war unter der Woche der Kragen geplatzt.

"Ich habe es satt, immer der Grund für alle Probleme im Verein zu sein", hatte ein sichtbar genervter Messi nach seiner Rückkehr von den Länderspielen mit Argentinien am Flughafen in Barcelona gesagt.

Piqué fällt lange aus

Die Journalisten hatten ihn zuvor nach seiner Meinung zur Kritik von Antoine Griezmanns Ex-Berater Eric Olhats gefragt. Dieser hatte France Football gesagt, dass Messi in Barcelona alles kontrollieren und "ein Terror-Regime" führen würde.

Neben den Problemen abseits des Platzes warten aber auch allerhand sportliche Probleme auf Koeman. Als wäre die Situation für de 57-Jährigen nicht schon schlimm genug, verletzten sich gegen Atlético gleich zwei Defensiv-Stützen schwer.

Rechtsverteidiger Sergi Roberto zog sich einen Muskelriss im Oberschenkel zu und wird voraussichtlich zwei Monate fehlen. Abwehrchef Gerard Piqué erlitt einen Anriss des Kreuzbands und eine Innenbanddehnung. Auch der 33-Jährige dürfte einige Monate fehlen.

Da auch Samuel Umtiti und Ronald Araujo in der Innenverteidigung ausfallen, hat Koeman mit Clement Lenglet nur noch einen fitten Mann für die Zentrale.

Der Niederländer ist aktuell wirklich nicht zu beneiden. Er muss Lösungen finden – und das möglichst schnell. Sonst ist der Titeltraum schon vor Weihnachten ausgeträumt.

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