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München - Zinédine Zidane und Real Madrid erleben eine turbulente Saison. Nach dem Sieg im Clásico haben die Königlichen aber gute Chancen auf gleich zwei Titel.

Den Moment des Erfolgs nutzte Zinédine Zidane, um etwas loszuwerden. 

Der Trainer von Real Madrid nahm sich nach dem 2:1 im Clásico gegen Barcelona die in Lobeshymnen verfallenen Journalisten zur Brust. Der Coach hatte die in den vergangenen Monaten immer wiederkehrenden negativen Berichte derselben Leute nicht vergessen. 

"Wenn es gut läuft, sehe ich mir solche Sachen nicht an. Und wenn es schlecht läuft, höre ich auch nicht hin", kritisierte Zidane. (So feierte die Presse Reals Clásico-Sieg)

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Positiv für den Franzosen: Die Forderungen nach einem Trainerwechsel sind in den vergangenen Wochen immer leiser geworden - und nun sogar verstummt. 

Real kann das Double holen

Immerhin sind die Königlichen auf der Jagd nach zwei Titeln! 

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In La Liga überflügelte Real durch den Clásico-Sieg Barca und liegt dank eines erneuten Patzers von Stadtrivale Atlético nur einen Punkt hinter dem Spitzenreiter auf Rang zwei. (Tabelle von la Liga)

Zusätzlich ist in der Champions League die Tür zum Halbfinale nach dem 3:1 im Hinspiel gegen Liverpool weit aufgerissen. 

Die Königlichen sind in Topform! 

Real kassierte letzte Niederlage im Januar

In Europas Topligen hat keine Mannschaft außer Manchester City so erfolgreiche Wochen hinter sich. 

Dabei stand Zidane im Januar wohl dicht vor der Entlassung. Im Pokal setzte es ein bitteres 1:2 beim Drittligisten CD Alcoyano. Kurz nach der Blamage gab es dann erneut Aufruhr. Ein Marca-Insider berichtete davon, dass Zidane "seit zwei oder drei Monaten" nicht mehr mit ihnen reden würde. Zu diesem Zeitpunkt hatte in Madrid nach einem katastrophalen Saisonstart keiner mehr an die Meisterschaft und erst recht nicht an einen Erfolg in der Champions League gedacht.

Kein Wunder: Die Königlichen hatten sich in der Gruppe mit Mönchengladbach und Inter nur hauchdünn weitergezittert und standen dicht vor dem Aus in der Gruppenphase. (Alles zur Champions League)

Es folgte jedoch nicht die Entlassung von Zidane, sondern die Wiedergeburt der Königlichen! 

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Die letzte Niederlage kassierte das "weiße Ballett" am 30. Januar! Damals gab es ein 1:2 gegen Levante, als der Gegenwind für Zidane mal wieder zunahm. (Alles zu La Liga)

Zidane hält Druck auf seine Stars hoch

Doch das Team reagierte und ist seit 13 Pflichtspielen unbesiegt. Satte elf Siege und nur zwei Remis gab es seit diesem Ausrutscher im Januar.

Und Zidane hält den Druck auf seine Elf dennoch hoch. "Wir müssen weitermachen, haben noch nichts gewonnen. Das heute war ein Spiel, drei Punkte. Das ändert nichts. Wir sind im Rennen, wie die anderen. Wir sind sowohl in der Champions League als auch in der Liga am Leben. Wir müssen weitermachen. Wir können, wie alle Teams, Schwierigkeiten bekommen, müssen aber keine Angst haben", lautete die Ansage des Trainers. 

Der 48-Jährige ist mit seinem Team weit entfernt von Spektakel-Fußball. Doch Real gelingt es seit Monaten immer besser, die Gegner zu kontrollieren. An seinem 4-3-3-System hält Zidane wieder konsequent fest.

Vor allem das Mittelfeld-Trio aus Casemiro, Luka Modric und Toni Kroos ist in der Formation ein entscheidendes Puzzleteil für die Wende. Kroos agierte zuletzt überragend und krönte seinen Auftritt auch im Clásico mit dem Tor zum zwischenzeitlichen 2:0. (Spielplan und Ergebnisse von La Liga)

Toni Kroos ist bei Real Madrid in Topform
Toni Kroos ist bei Real Madrid in Topform © Imago

Das Trio ist mehr denn je in der Verantwortung, denn in der Abwehr musste Zidane notgedrungen ohne die allesamt verletzten Routiniers Sergio Ramos, Raphael Varane, Dani Carvajal und Marcelo einen kleinen Generationenwechsel einläuten. 

Militao und Mendy spielen stark auf

Zidanes Glück: Mit Éder Militao und Ferland Mendy sprang ein Youngster-Duo in die Bresche. Dazu füllten Nacho Fernández und Lucas Vázquez die Viererkette zuletzt auf. 

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Im Angriff fanden in Abwesenheit des mal wieder verletzten Eden Hazard die Flügelspieler Marco Asensio und Vinícius Júnior immer besser in die Spur und entlasteten Torjäger Karim Benzema.

Vor allem kämpferisch ist Real eine Macht geworden!

"Wir hatten zuvor erst ein sehr anspruchsvolles Spiel gegen Liverpool und trotzdem hat das Team eine optimale Leistung gezeigt. Die Spieler legen einen erstaunlichen Wettbewerbsgeist an den Tag und sind bestrebt, sich zu übertreffen", erkannte Sportdirektor Emilio Butragueno nach dem Sieg gegen Barca.

Nacho Fernández: "Wir sind da"

Auch Keeper Thibaut Courtois meinte nach der Regenschlacht im Clásico: "Die Mannschaft kann kämpfen, das haben wir getan."

Nun winken Real acht Spieltage vor Schluss nach der furiosen Aufholjagd in der Liga auf einmal doch noch zwei Titel.

Und das Selbstvertrauen der Königlichen ist wieder groß. Verteidiger Nacho Fernández hatte ebenso wie Zidane noch eine Botschaft für die Journalisten: "Wir sind da!"

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