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Der FC Barcelona feiert gegen Real Valladolid einen enorm wichtigen Sieg. Die Umstände sorgen allerdings für Irritationen - und eine Menge Wut.

"Falls Barca die Meisterschaft gewinnt, dann wird dieses Spiel im Gedächtnis bleiben."

Die Schlagzeile der Marca war nur eine von vielen nach der Partie zwischen dem FC Barcelona und Real Valladolid. Sie fasste die Aufregung am Abend des Ostermontags aber wohl am besten zusammen. 

Barca feierte gegen den Außenseiter einen hauchdünnen 1:0-Sieg, der die Katalanen bis auf einen Punkt an Tabellenführer Atlético Madrid heranbrachte. So weit so normal. Ansonsten war an diesem Spiel aber herzlich wenig normal. (Service: TABELLE von La Liga)

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Im Mittelpunkt: die Leistung des Schiedsrichters.

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Wurde der FC Barcelona bevorteilt?

"Diebstahl in Barcelona", titelte die spanische Tageszeitung El Norte de Castilla nach dem Abpfiff. Nun muss dazu gesagt werden, dass das Blatt seinen Sitz in Valladolid hat, ganz exklusiv hatte es diese Meinung allerdings nicht. 

Doch was war eigentlich passiert?

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Kern der heftigen Kritik waren vor allem zwei Entscheidungen des Schiedsrichters Santiago Jaime Latre. Die erste ereignete sich in der 65. Spielminute beim Stand von 0:0. Barcas Außenverteidiger Jordi Alba bekam den Ball aus kurzer Distanz gegen die Hand. Ein klares Handspiel, doch es stellte sich die Frage, ob es sich auch um ein strafbares handelte. Eine knifflige Entscheidung.

"Im Basketball wäre die Aktion tadellos gewesen. Es würde als Abfangen oder Steal bezeichnet werden und die Statistik von Jordi Alba aufbessern", echauffierte sich Valladolids Bürgermeister Oscar Puente auf Twitter und griff die Kritik der regionalen Zeitung auf: "Im Fußball nennt man das einen Elfmeter. Und wenn diese Entscheidung im Zeitalter des VAR nicht überprüft wird, kann es auch als Diebstahl bezeichnet werden."

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Absurde Rote Karte für Valladolid

Doch damit nicht genug: In der 79. Minute schickte Latre Valladolids Oscar Plano nach einem harmlosen Foul an Ousmane Dembélé mit einer Roten Karte vom Feld. Nur wenn man den taktischen Aspekt des Fouls bedenkt, könnte man überhaupt Gelb geben. Aber Rot? 

In Unterzahl kämpften die Gäste - die sich inmitten des Abstiegskampfs befinden - aufopferungsvoll. In der 90. Spielminute traf dann allerdings Dembélé doch noch zum Siegtreffer für Barca.

"Meine ganze Unterstützung gilt den Spielern von Valladolid, die im Camp Nou eine Fußball-Lektion gelernt haben", schrieb Valladolids Bürgermeister Puente. Der 52-Jährige sprach zudem von einer "unfassbaren Schande", einer "Schamlosigkeit", einer "Unanständigkeit" und eben von "Diebstahl".

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In den sozialen Netzwerken wüteten aber nicht nur Fans des Klubs aus der Stadt in Nordspanien, sondern auch Anhänger von den beiden großen Klubs aus der Hauptstadt.

Viele Fans von Real und Atlético fühlten sich ebenfalls betrogen - immerhin fuhr Barca drei wichtige Punkte ein, die im Meisterrennen noch entscheidend sein könnten. (Service: SPIELPLAN von La Liga)

Irritationen um Messi 

Bei all dem Wirbel um die Entscheidung des Schiedsrichters ging eine kuriose Szene fast unter. 

Lionel Messi war mit der Leistung des Schiedsrichters - zumindest in der ersten Halbzeit - nämlich auch nicht zufrieden. Der Superstar von Barca wurde von TV-Kameras und Mikrofonen dabei erwischt, wie er sich auf dem Weg in die Kabine lautstark über Latre beschwerte. 

"Der Schiedsrichter will mir eine Gelbe Karte geben, unglaublich", war auf einer Aufzeichnung deutlich zu hören. Brisant, denn mit einer weiteren Verwarnung wäre Messi im Clásico am kommenden Wochenende gesperrt gewesen. Er kam aber davon - auch im zweiten Durchgang. 

Sollte Barca mit Messi bei Real Madrid gewinnen, stehen die Chancen nicht schlecht, dass der lange Zeit kriselnde Klub doch noch die Meisterschaft gewinnt. Viele Fans und Experten werden dann auf das Duell mit Valladolid zurückblicken.

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