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München - Eric-Maxim Choupo-Moting erlebt bei PSG eine unauffällige Saison - bis zu seiner Slapstick-Einlage. Trotzdem hat er bei Trainer und Team einen Stein im Brett.

Paris Saint-Germain verpflichtet Eric Maxim Choupo-Moting. Diese Schlagzeile mussten im vergangenen Sommer die meisten wohl zweimal lesen - oder im Kalender nachsehen, ob nicht zufällig doch der 1. April war.

Die Realität war jedoch, dass der Klub um Trainer Thomas Tuchel es tatsächlich ernst meinte und den damals 29 Jahre alten Mittelstürmer von Stoke City ins Pariser Starensemble holte. Wo und vor allem wie sollte der ehemalige Schalker in diesem von Weltklassespielern gespickte Kader seinen Platz finden? Diese Frage stellten sich Experten und Medien im vergangenen August.

Rund acht Monate später steht der 30-Jährige nach einer Slapstick-Einlage erneut im Fokus - ein guter Anlass für eine Bestandsaufnahme. Wirft man einen Blick auf Choupo-Motings bisherige Saisonleistungen, gibt es wenig, das heraussticht. Trotzdem hat er bei Trainer und Mannschaft einen Stein im Brett. SPORT1 wirft einen Blick auf das Phänomen Choupo-Moting bei PSG.

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Choupo-Moting mit Blitztor beim Ligadebüt

Während Choupo-Motings Pflichtspieldebüt für den aktuellen französischen Meister bei der 2:3-Niederlage beim FC Liverpool (er kam in der 80. Minute für Edinson Cavani in die Partie) nicht von Erfolg gekrönt war, setzte er fünf Tage später bei seinem Liga-Debüt ein erstes Ausrufezeichen: Gerade einmal fünf Minuten nach seiner Einwechslung gegen Stade Rennes markierte er sein erstes Tor für PSG.

Im Anschluss wurde es schon ruhiger um den Nationalspieler Kameruns. Nur weitere 39 Einsatzminuten in den vier darauffolgenden Champions-League-Partien sprechen für sich. Ein weiterer Schlag in den Nacken: Nicht einmal in den beiden Achtelfinal-Partien gegen Manchester United, für die sowohl Superstar Neymar als auch Edinson Cavani im Angriff verletzt fehlten, gewährte Tuchel dem gebürtigen Hamburger Einsatzzeit und entschied sich stattdessen für Angel Di Maria und Julian Draxler.

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Scorerpunkte-Bilanz wie auf Schalke

Auch in der Ligue 1 könnte es zumindest auf den ersten Blick besser laufen. In 18 von 27 möglichen Einsätzen durfte der Stürmer nur dreimal über 90 Minuten ran. Allerdings stehen für ihn in diesen insgesamt 655 Minuten auf dem Feld immerhin drei Tore zu Buche - was einen Schnitt von 0,4 Scorerpunkten pro 90 Minuten ergibt. Zum Vergleich: Bei Schalke war er durchschnittlich an 0,46 Toren je Spiel beteiligt, nur unwesentlich mehr bei deutlich weniger Konkurrenz.

Über die geringen Einsatzzeiten Choupo-Motings sagt Tuchel: "Es ist nicht einfach für ihn, einen Platz in der Startelf zu bekommen. Er hat Druck. Seine Stärke ist, nach 60, 70, 80 Minuten reinzukommen. Er tut sein Bestes. Er ist zuverlässig, fit, und er arbeitet, arbeitet, arbeitet. Er gehört zu dieser außergewöhnlichen Truppe."

In der Liga durfte er erst Anfang Februar gegen Girondins Bordeaux das zweite Spiel über die gesamte Spielzeit bestreiten. Verglichen mit der fußballerischen Eleganz, die die Zuschauer im Parc des Princes von ihren Stürmerstars normalerweise gewohnt sind, wirkte Choupo-Moting unbeholfen, teilweise sogar überfordert. Nur ein mickriger Torschuss nach 90 Minuten sprach eine deutliche Sprache.

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Slapstick-Fehlschuss verhindert vorzeitige Meisterschaft

Im Heimspiel gegen Straßburg folgte nun der jüngste Aufreger: Zwar markierte Choupo-Moting zunächst die Führung und brachte PSG damit auf Kurs Richtung vorzeitige Meisterfeier, leistete sich wenig später aber eine unglaubliche Slapstickeinlage. Er stoppte beim Stand von 1:1 auf der gegnerischen Torlinie einen Lupfer von Teamkollege Christopher Nkunku, der von ganz alleine ins Tor gerollt wäre, und lenkte den Ball stattdessen nur an den Pfosten.

Stattdessen kassierte PSG wenig später das zwischenzeitliche 1:2 und kam am Ende nicht über ein 2:2 hinaus - ein Sieg hätte den achten Meistertitel für den Hauptstadtklub bedeutet.

"Das ist schwer zu erklären. Ich habe die Wiederholung gesehen und es tut mir leid. Ich dachte, Nkunku passt zu mir, aber dann hat er doch selbst direkt draufgehalten. Ich dachte, der Verteidiger kommt noch ran. Ich dachte, dass der Ball vielleicht nicht reingeht. Es war ein falscher Reflex und ich habe die Chance ruiniert", erklärte Choupo-Moting seinen fatalen Fehlschuss nach der Partie.

Kylian Mbappé nahm seinen Teamkollegen nach der unglücklichen Aktion jedoch öffentlich in Schutz und twitterte: "Ich habe in dieser Saison schon viel mehr Chancen vergeben als du. Wir bleiben ein Team und wir unterstützen dich bis zum Schluss."

Solange Choupo-Moting diesen Rückhalt der Mannschaft und des Trainers hat, kann ihn wohl nichts und niemand aus der Bahn werfen - auch wenn seine Kritiker sich weiterhin fragen werden, wie der Stürmer ins Pariser Starensemble passt.

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