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Die Polizei in Rio de Janeiro ermittelt gegen den brasilianischen Superstar Neymar. Neben dem Vergewaltigungsvorwurf wiegt auch sein Gegenschlag schwer.

Für Brasiliens Fußballstar Neymar könnte der Gegenangriff auf den Vergewaltigungs-Vorwurf mit der Zurschaustellung des kompletten WhatsApp-Chats zwischen ihm und dem vermeintlichen Opfer zum Eigentor werden.

Denn die für Cyberkriminalität zuständige Polizeidienststelle in Rio de Janeiro will gegen den Stürmer von Frankreichs Meister Paris St. Germain nun auch wegen Veröffentlichung intimer Fotos ohne Zustimmung der betroffenen Person ermitteln.

"Ich werde ein Verfahren eröffnen, dabei Videos und Nachrichten einsammeln, und zunächst auch versuchen, Neymar anzuhören sowie sein Handy vorübergehend beschlagnahmen, um die Dinge anzusehen, bevor sie bearbeitet und ins Internet gestellt wurden", kündigte der zuständige Kommissar Pablo Sartori an.

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Vorfall wird auch in Sao Paulo untersucht

Parallel dazu läuft bereits eine Untersuchung in Sao Paulo, wo am Freitag eine weibliche Person, deren Identität bislang geheimgehalten wird, in einer für Vergehen gegen Frauen spezialisierten Polizeistation gegen den 27-Jährigen Anzeige erstattet hat. Neymar soll die Frau am 15. Mai in einem Pariser Hotel mit Gewalt zu einem Geschlechtsakt gezwungen haben. Neymar bestreitet die Vorwürfe vehement, spricht davon, "in eine Falle getappt" zu sein.

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Beide hatten sich auf die einmalige Liebesnacht tagelang mit anzüglichen Bemerkungen per WhatsApp eingestimmt. Die Brasilianerin schickte gar freizügige Fotos. All dies publizierte Neymar zum Unschuldsbeweis in seinem Instagram-Profil. Die Fotos wurden jedoch vor der Veröffentlichung bearbeitet, zeigen nicht das Gesicht der Liebesaffäre, intime Stellen ihres Körpers wurden unscharf gemacht, was den möglichen Strafbestand aufheben könnte.

Am Sonntagnachmittag präsentierte sich Neymar wie seine Selecao-Kollegen nach einem freien Tag wieder zum Training im CBF-Quartier Teresopolis vor den Toren Rios. Dort bereiten sich die Brasilianer auf die am 14. Juni startende Copa America im eigenen Land vor.

Nationaltrainer Tite kommentierte den Vergewaltigungsvorwurf am Montag demonstrativ nicht. "Ich weiß um die Wichtigkeit der Angelegenheit, der realen Dimension. Ich weiß aber auch, dass es eine persönliche Geschichte ist, und es wird Zeit brauchen, damit die Leute die Fakten beurteilen. Ich werde mir das nicht erlauben", sagte der 58-Jährige, fügte jedoch hinzu: "Spielerisch ist Neymar nicht aus der Selecao wegzudenken, unersetzbar ist er aber nicht."

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