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Cecs Fabregas und Radamel Falcao sind in Monaco nicht unumstritten
Cecs Fabregas und Radamel Falcao sind in Monaco nicht unumstritten © Getty Images
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München - Kein Kader in Europa ist so aufgebläht wie der von Monaco. 74 Spieler stehen unter Vertrag, 36 Akteure im Kader. Jetzt wird ausgemistet. Auch ein Ex-Weltmeister soll gehen.

Es war ein gewaltiger Kraftakt, mit dem die AS Monaco in der vergangenen Saison den Abstieg aus der Ligue 1 verhindert hat.

Bis zum Schluss mussten die Monegassen - vor zwei Jahren noch Halbfinalist in der Champions League - um den Klassenverbleib in Frankreichs höchster Liga bangen. 

Henry als Trainer erfolglos

Allerdings wurde dieser Erfolg im wahrsten Sinne des Wortes teuer bezahlt. Der Aktionismus, der in der letzten Spielzeit betrieben wurde, wirkt sich nun bereits in der Vorbereitung negativ aus. Mit dem Spanier Cesc Fàbregas, dem Ex-Schalker Naldo und Fodé Ballo-Touré lotste der Verein gleich drei namhafte Spieler an die Côte d'Azur, dazu wurden fünf weitere Profis leihweise geholt, und auf der Trainerposition gelang mit der Verpflichtung von Thierry Henry der vermeintlich größte Coup. 

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Der als Cheftrainer völlig unerfahrene Henry war wenige Wochen später allerdings schon wieder Geschichte. Sein Vorgänger Leonardo Jardim wurde auch wieder sein Nachfolger - und muss nun das teure Erbe nicht nur verwalten, sondern den zuletzt geradezu wahnwitzig aufgeblähten Kader ausmisten.

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Fàbregas steht auf der Streichliste

Ganz oben auf der Streichliste steht nach Informationen französischer Medien Top-Verdiener Fàbregas. Der Weltmeister von 2010, der ein Jahresgehalt von 7,2 Millionen Euro einstreicht, hat mit 32 Jahren seine beste Zeit als Fußballer wohl hinter sich. Dem Vernehmen nach schaut sich der Klub nach möglichen Abnehmern in China und Arabien um.

Um den Umbruch voranzutreiben, soll selbst der Verbleib von Klub-Ikone Radamel Falcao nicht mehr sicher sein.

Das Duo ist aber nur ein kleiner Teil des Problems bei den Monegassen, die sich im Verlauf der vergangenen Jahre einen Mammut-Kader von insgesamt 74 (!!!) Spielern zusammengestellt haben. Ungefähr die Hälfte davon ist bereits an andere Vereine ausgeliehen worden, vor allem an den Kooperationsklub Cercle Brügge in Belgien. 

Doch auch von zahlreichen der 36 verbliebenen Profis will sich der Verein trennen. Wie die Zeitung Le Parisien berichtet, sollen in den nächsten Wochen bis zu 20 Spieler abgegeben werden.

Monaco-Trainer Jardim ruft Konkurrenzkampf aus 

Trainer Jardim ruft schon mal einen verschärften Konkurrenzkampf aus. "Ich brauche Verstärkungen, um ein wettbewerbsfähiges Team zu bilden. Wir brauchen eine ausgewogenere Mannschaft mit mehr Konkurrenz, mehr Willen, um höhere Ambitionen formulieren zu können", forderte der Portugiese in der Sportzeitung L'Équipe.

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Diesem Kampf stellen müssen sich auch einige Akteure, die aus der Bundesliga bekannt sind: Der ehemalige Wolfsburger Keeper Diego Benaglio, Kult-Verteidiger Naldo und der Ex-Leverkusener Benjamin Henrichs.

Wie hoch die Chancen des Trios auf einen Verbleib im Fürstentum sind, lässt sich zurzeit noch nicht genau taxieren. Allerdings könnte ein Talent bald den Weg in die Bundesliga finden. Wie Le Parisien meldet, ist Borussia Mönchengladbach an einer Verpflichtung des 18 Jahre alten Innenverteidigers Jonathan Panzo interessiert, der vor zwei Jahren mit England U17-Weltmeister wurde.

Sollte der Transfer zustande kommen, wäre zumindest der erste Abgang schon mal unter Dach und Fach gebracht. 

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