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München - Paris Saint-Germain ist in der Ligue 1 weiter einsame Spitze. Jedoch wecken viele Spieler Begehrlichkeiten anderer Klubs. Bricht die Star-Elf in der kommenden Saison auseinander?

Paris Saint-Germain zieht weiter einsam seine Kreise in der französischen Ligue 1. Der französische Meister konnte am vergangenen Spieltag den zwölften Saisonsieg gegen den FC Nantes feiern.

Mit einem absolvierten Spiel weniger hat der Tabellenführer mit aktuell 36 Punkten fünf Punkte Vorsprung auf Verfolger Olympique Marseille. (SERVICE: Tabelle der Ligue 1)

Obwohl die Elf von Trainer Thomas Tuchel in der ersten Hälfte nicht glänzen konnte, war in der zweiten Hälfte wieder auf die Star-Angreifer Kylian Mbappé und Neymar Verlass.

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Mbappé brachte Paris in der 52. Minute mit einem Hackentrick-Traumtor nach einem Zusammenspiel mit Neymar und Angel di Maria in Führung. Kurz vor Schluss traf Neymar dann noch selbst per Foulelfmeter zum Endstand.

Solche Aktionen des Sturm-Duo könnten aber bald ein jähes Ende finden, wird der Scheich-Klub aktuell von diversen Abwanderungsgerüchten bestimmt. Bricht die Star-Elf in der kommenden Saison auseinander? Einiges spricht dafür.

Causa Neymar

Der Bund zwischen Neymar und PSG wäre eigentlich bereits in diesem Sommer durchtrennt worden. Der Brasilianer wollte zum FC Barcelona zurückkehren, machte auch öffentlich daraus kein Geheimnis, der Deal platzte jedoch. Der 27-Jährige war den Katalanen schlichtweg zu teuer.

Die Pariser verlangten mit 222 Millionen Euro exakt die Summe, die sie 2017 an Barca überwiesen hatten. Das Thema schien danach erst einmal gegessen. 

Jedoch wurden die Spekulationen nun wieder befeuert. Neymar soll sich laut Informationen der mundo deportivo mit seinem brasilianischen Nationalmannschaftskollegen Arthur getroffen haben.

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Überdies soll der Angreifer an der Geburtstagsfeier von Luis Suarez' Frau teilgenommen haben, bei denen auch Verantwortliche des FC Barcelona anwesend gewesen sein sollen.

Eine angebotene Vertragsverlängerung bis 2025 bei PSG habe er laut Medienberichten abgelehnt.

Für einen Wechsel spricht auch der schwere Stand bei den Fans, den er seit seinem öffentlich geäußerten Rückkehr-Wunsch zu Barca hat. Für Verwunderung sorgte der Torjubel im Spiel gegen Nantes. Nach seinem Treffer zum 2:0 hielt er sich den Zeigefinger an den Mund. Wollte er die Fans zum Schweigen bringen?

Es scheint also nur eine Frage der Zeit, bis Neymar die französische Hauptstadt verlassen wird. Ein Weggang würde für den Verein allerdings sportlich kaum aufzufangen sein, erzielte der Brasilianer in 66 Spielen für PSG bislang doch schon 56 Tore und bereitet 29 vor. Neymar war damit maßgeblich an den zwei französischen Meisterschaften, dem Pokalsieg sowie dem Ligapokalsieg beteiligt.

Mbappé macht Schlagzeilen

Auch der andere Megastar Kylian Mbappé beherrscht die Schlagzeilen. Zum einen wegen seines Traumtors per Hacke gegen Nantes, zum anderen wegen eines möglichen Wechsels zu Real Madrid.

Bei den Königlichen steht der 20-Jährige ganz oben auf dem Wunschzettel. Trainer Zinédine Zidane gilt als großer Bewunderer. "Ich war als erster Mensch in ihn verliebt", schwärmte der 47 Jahre alte Coach von Real Madrid zuletzt. 

Bereits im vergangenen Sommer sollen die Madrilenen mit PSG verhandelt haben. Laut der spanischen AS soll der 19 Jahre alte Brasilianer Vinícius "der Schlüssel zu Mbappé" sein. Trainer Zidane setzt derzeit noch nicht regelmäßig auf ihn, PSG soll Interesse haben. 

Bisher ist der französische Weltmeister auf keines der PSG-Angebote zu einer Verlängerung seines 2022 auslaufenden Vertrages eingegangen.

Ein Wechsel des Stürmers würde genau wie ein Neymar-Abgang ein riesen Loch in den Sturm reißen. In 14 Spielen schoss der Franzose in dieser Saison wettbewerbsübergreifend elf Tore und bereitete vier vor. 

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Tuchel: "Traurig, weil ich keine Lösung für Cavani habe"

Auch über Edinson Cavani wird viel spekuliert. Sein Abgang soll so gut wie beschlossene Sache sein. Der Mittelstürmer war auch gegen Nantes weitgehend nur Zuschauer. Eine Rolle, mit der sich der Uruguayer in dieser Saison anfreunden musste.

Der Angreifer fehlte aufgrund einer Hüftverletzung acht Pflichtspiele und verlor seinen Status als unumstrittene Stammkraft. Für ihn startete zumeist Mauro Icardi und sorgte für Aufsehen. In der laufenden Saison kommt der 32 Jahre alte Cavani auf nur 434 Einsatzminuten in zehn Spielen.

Auf die kurze Einsatzzeit des Uruguayers angesprochen, erklärte Trainer Tuchel der L’Equipe: "Er hat sich früh in der Saison verletzt. Es war nicht seine Schuld, aber Mauro Icardi hat sehr gut gespielt während dieser Zeit. Wenn wir mit dieser Taktik weiterspielen, haben wir viele gute Spieler. Ich bin traurig, weil ich keine Lösung für Cavani habe. Er hat das nicht verdient. Er verhält sich sehr professionell, ist in guter Verfassung, er gibt dem Team Kraft. Ich denke da viel drüber nach. Er kennt meine Meinung, aber er ist enttäuscht, das ist klar."

Guerreiro empfiehlt BVB Cavani

Laut dem italienischen Transfer-Experten Gianluca Di Marzio seien LA Galaxy-Vertreter zuletzt nach Paris gereist, um dort Gespräche mit Cavani zu führen. Der Uruguayer soll angeblich der neue Star-Spieler in Kalifornien werden und bereits zum Saisonstart 2020 auf dem Platz stehen.

Angesichts der jüngsten Entwicklungen beim französischen Hauptstadtklub scheint dies nicht unwahrscheinlich. Für einen Wechsel würde auch sprechen, dass Cavani  laut Aussagen seines Halbbruders ein erstes Angebot zur Vertragsverlängerung bei PSG ablehnte. 

Auch über eine mögliche Rückkehr nach Italien, wo der Uruguayer bereits von 2007 bis 2013 für US Palermo und den SSC Neapel auflief, wird spekuliert. Ab kommender Saison wäre Cavani sogar ablösefrei zu haben. 

BVB-Star Raphael Guerreiro machte zuletzt bei den Schwarz-Gelben Werbung für Cavain. "Ein Typ wie Edinson Cavani würde helfen", sagte Guerreiro im Gespräch mit 1909 – der schwarzgelbe Talk. Er könne mit der Handynummer des Uruguayers weiterhelfen. 

Tuchels Zukunft ungewiss

Doch nicht nur auf dem Platz könnte PSG auseinanderbrechen, auch Tuchels Zukunft ist ungewiss.

Immer wieder wird er als ein Top-Kandidat beim FC Bayern in Verbindung gebracht, um dort im Sommer anzuheuern.

"Ich bin nicht interessiert, weil ich Trainer von Paris Saint-Germain bin", sagte Tuchel Anfang November über die Spekulationen.

Die Chancen, dass der frühere Trainer von Borussia Dortmund im Sommer an der Isar übernehmen könnte, schätzt man vereinsintern nach SPORT1-Informationen als eher gering ein.

Aber wenn es nicht die Bayern werden, wird es ja vielleicht ein anderer Verein. Der Vertrag des 46-Jährigen läuft noch bis 2021. Viel hängt vom Abschneiden in der Champions League ab. Zuletzt scheiterte PSG zweimal in Folge im Achtelfinale. Sollte PSG erneut früh rausfliegen, könnte Tuchels Zeit in Paris im Sommer enden - freiwillig oder unfreiwillig.

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Weitere Verträge laufen aus 

Darüber hinaus laufen im Sommer fünf weitere Verträge aus, darunter der des Abwehrchefs Thiago Silva.

Laut Informationen der L'Equipe macht Sportdirektor Leonardo bisher keine Anstalten, den Vertrag mit dem 35 Jahre alten Innenverteidiger zu verlängern. Der brasilianische Nationalspieler hatte zuletzt erklärt, gerne weiterhin für PSG spielen zu wollen.

Auch die Verträge von Eric Maxim Choupo-Moting, Thomas Meunier, Layvin Kurzawa und Adil Aouchiche verlieren 2020 ihre Gültigkeit. Überdies enden nach Ablauf der Saison die Leihen von Mauro Icardi und Sergio Rico.

Viel zutun für die Verantwortlichen in der französischen Hauptstadt, PSG steht am Scheideweg.

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