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Die herbe Pleite in Lyon hat bei Monaco-Trainer Niko Kovac Spuren hinterlassen. Der Ex-Bayern-Coach gibt offen zu, dass seine Taktik in die Irre führte.

Ist er mit seinem Latein schon am Ende? 

Am Sonntagabend erlebte Niko Kovac in vielerlei Hinsicht eine böse Überraschung. 

Die erste: Die krachende 1:4-Pleite bei Olympique Lyon, die der Coach des AS Monaco mit seiner Mannschaft hinnehmen musste. Schon zur Halbzeit war das Match beim Stand von 0:4 entschieden. Vier Gegentore in 45 Minuten – und das obwohl Kovac seit seinem Amtsantritt vor allem die Defensive seiner Mannschaft stabilisieren wollte, die in den letzten Jahren nicht immer sattelfest war.  

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Kovac nach Pleite ratlos

Nach einem vielversprechenden Start steht der frühere Bayern-Coach mit den Monegassen nach acht Spieltagen mit elf Punkten nur auf Rang 12 – im grauen Mittelfeld der Ligue 1. Genau da wollte der Klub aus dem Fürstentum mit Kovac eigentlich heraus, der Sonntag zeigte allerdings, dass es noch einen großen Unterschied zu französischen Top-Klubs wie Lyon gibt.  

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Die Frage ist, was der Unterschied ist – und warum es diesen gibt. Kovac wirkte ob dieser Frage zumindest nach der Pleite bei OL ratlos. Der Kroate gab offen zu, dass sein Matchplan in desaströser Art und Weise scheiterte.  

"In der ersten Halbzeit haben wir alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. Wir haben falsche Entscheidungen getroffen und dabei schließe ich mich mit ein. Ich habe die Mannschaft aufgestellt, ich habe mich für die Formation entschieden", sagte Kovac bei der Pressekonferenz nach der Pleite. 

Dann redete er sich regelrecht in Rage: "In den Kontersituationen haben wir einige Fehler gemacht, denn wir haben nur reagiert und nicht agiert. Wenn der ballführende Spieler nicht unter Druck gesetzt wird, muss man sich fallen lassen, um die Tiefe zu verteidigen. Das haben wir nicht gemacht, es ist unglaublich." 

"So etwas noch nie von ihnen gesehen"

"Ich habe den Spielern in der Halbzeitpause gesagt, dass ich so etwas noch nie von ihnen gesehen habe und sie jetzt zumindest die zweite Halbzeit gewinnen müssen", fuhr Kovac fort: "Die zweite Halbzeit war dann auch besser aber die erste Halbzeit war wirklich sehr schlecht." 

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Außerdem gab der 49-Jährige zu, dass er mit einer anderen Taktik von Lyon gerechnet hatte – noch so eine Überraschung also. Er spielte mit Monaco auf Ballbesitz und setzte auf eine hohe Verteidigung. Ein Fehler, wie Kovac im Nachhinein meint:  

"Wir haben damit gerechnet, dass sie auf Konter spielen, denn sie haben dafür die physischen Attribute und die Geschwindigkeit. Ich habe aber nicht mit ihrem tiefen Spielaufbau gerechnet. Es war tiefer als erwartet. Wir haben zu hoch gespielt. Man muss sich anpassen." 

Fakt ist, dass sich Kovac mit seiner Mannschaft schnell anpassen muss, denn in den letzten fünf Spielen konnte Monaco nur einen Sieg einfahren. Der Druck steigt, denn die Ratlosigkeit, die der Coach nach der Partie in die Mikrofone aussprach, wirft die Frage auf, ob Kovac mit seinem Latein schon am Ende ist.  

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