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© SPORT1-Grafik: Paul Hänel/Getty Images
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Die Premier Leauge schwimmt im Geld. SPORT1 zeigt das Ranking der superreichen Klubbesitzer - ob Scheich, Porno-Milliardär oder ein deutscher Spross.

Die Premier Leauge schwimmt im Geld. SPORT1 präsentiert das Ranking der Klubbesitzer:

PLATZ 20: NORWICH CITY - FERNSEHKÖNIGIN UND FUSSBALLFAN: Frau, Fernsehköchin - und Ultra: Seit 2005 ist Delia Smith (71), eine weibliche und reifere Version von Jamie Oliver mit einem gewissen Hang zu Ei-Gerichten, zusammen mit ihrem Ehemann Michael Wynn-Jones Hauptaktionärin bei Norwich City. Die beiden haben ihr Geld vor allem mit dem Verkauf von Kochbüchern (sie) und dem Verlegen von Magazinen gemacht (er). Unter den Premier-League-Bossen sind sie mit einem geschätzten Vermögen von 31 Millionen Euro die ärmsten, in Sachen Kult macht ihnen aber niemand was vor. 2005 sorgte Smith für Aufsehen, als sie sich in der Pause während des Heimspiels gegen Manchester City ein Mikro schnappte und die Fans leicht lallend zum Support aufrief. Smith dementierte später entschieden, dabei betrunken gewesen zu sein.

PLATZ 19: SWANSEA: MORGAN-FAMILIE: Der walisische Klub gehört einem Konsortium lokaler Unternehmer und Mäzenen. Die bekanntesten unter ihnen sind die Mitglieder der Morgan-Familie. Familien-Oberhaupt Martin wurde zum Multimillionär, als er 1999 sein Reisebüro verkaufte. 2002 investierte man einen Teil der Millionen in den Traditionsklub. Zum Vorstandsvorsitzenden machte sich Martin, geschätztes Vermögen 42 Millionen Euro, aber nicht. Dieses Amt schusterte er einem gewissen Huw Jenkins zu, einem früheren Jugendtorwart und lebenslangem Fan des Klubs. Wieso Jenkins das Amt übernahm? "Weil ich der hohlste von allen war".

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PLATZ 18: FC EVERTON - GEIZIGER KÜNSTLER: Als Kind soll Bill Kenwright (69) eher dem FC Liverpool zugeneigt gewesen sein, jedenfalls beharren Zeitgenossen seit Jahren, den jungen Kenwright regelmäßig auf den Tribünen von Anfield gesehen zu haben. Kenwright dementiert das entschieden, Fakt ist aber: Irgendwann muss das künstlerische Multitalent - er war schon Leadsänger der Band Bill Kenwright and the Runaways, Schauspieler, Film- und Theaterproduzent – ein glühender Fan des FC Everton geworden sein. Seit 1989 sitzt er im Aufsichtsrat, seit 1999 hält er Anteile am Klub, seit 2004 ist Kenwright, geschätztes Vermögen 45 Millionen Euro,  Hauptaktionär. In letzter Zeit hat sein Ansehen unter den Fans aber ein wenig gelitten. Entgegen des Trends gab er diesen Sommer nämlich nur 7,7 Millionen Euro auf dem Transfermarkt aus. Der Künstler hat sich zuletzt ein wenig geizig gegeben.

PLATZ 17: CRYSTAL PALACE - DIE FAN-INVESTOREN: 2010 übernahmen die vier wohlhabenden Fans Steve Parish (Foto), Martin Long, Stephen Browett und Jeremy Hosking den in finanziellen Schwierigkeiten steckenden und kurz vor dem Abstieg in die dritte Liga stehenden südlondoner Traditionsklub Crystal Palace. Unter der Führung von Parish, ein Versicherungsunternehmer mit geschätztem Privatvermögen von 61 Millionen Euro, kauften die vier auch den Selhurst Park von einer Bank zurück und sicherten sich so endgültig die Liebe der Fans.

PLATZ 16: WEST BROMWICH ALBION - EISERNER ALLEINHERRSCHER: 2005 übernahm Jeremy Peace, vorher schon Geschäftsführer, alle Anteile West Broms. Seitdem führt Peace, der seine 70 Millionen Vermögen als Broker und Investment-Banker gemacht hat, den Klub als Alleinherrscher. "Er führt den Klub mit eiserner Hand", hat der Daily Express 2013 über ihn geschrieben. Im Gegensatz zu allen anderen Klubs in der Premier League heißen die Cheftrainer bei West Brom nicht "Manager", sondern: "Cheftrainer" – und müssen akzeptieren, dass Peace ihnen auch schon mal die Aufstellung diktiert.

PLATZ 15: BORNEMOUTH - DER UNBEKANNTE RIESE: 2011 übernahm der russische Geschäftsmann Maxim Demin für eine Handvoll Euro die Anteile am damaligen Drittligisten AFC Bournemouth. Viel ist nicht bekannt über Demin, der keine Interviews gibt und sich nur selten im Stadion blicken lässt. Nur, dass er sein Geld mit Ölgeschäften gemacht haben soll und rund 140 Millionen Euro schwer ist. Irgendetwas muss er aber richtig gemacht haben: Seit dieser Saison spielt Bournemouth zum ersten Mal in der 125-jährigen Geschichte in Englands höchster Spielklasse.

PLATZ 14: WATFORD - DIE SPIELERVERSCHIEBER: Seit dieser Saison spielt der FC Watford wieder in der Premier League – sehr zur Freude von Sir Elton John, der seit 1976 schon Präsident und zwischenzeitlich auch Besitzer war. 2012 übernahm aber die italienische Pozzo-Familie den Traditionsklub und gliederte ihn in ihr kleines Fußballklub-Imperium ein. Giampaolo Pozzo, geschätzte 165 Millionen Euro schwer, und seinen Kindern gehören auch Udinese Calcio in der Serie A und der spanische Erstligist Granada. Grund für die Klubanhäufung: Noch lieber als Fußballvereine kauft Pozzo nämlich Spieler – und schiebt diese zwischen den einzelnen Klubs hin und her.

PLATZ 13: ASTON VILLA - SOLVENTER KÄUFER GESUCHT: 2012 übernahm der amerikanische Unternehmer Randy Lerner für rund 90 Millionen Euro den Traditionsklub aus Birmingham. Lerner gehörte damals auch der NFL-Klub Cleveland Brown, seinen Einstieg in den Soccer begründete er damit, dass er als Student in Cambridge eine Schwäche für den europäischen Fußball entwickelt hätte und schon damals Aston Villa toll gefunden habe. Doch die Wirtschaftskrise setzte Lerner zu, sein Privatvermögen schrumpfte auf geschätzte 900 Millionen Euro. Immer noch komfortabel, aber Lerner war eben kein Milliardär mehr. 2012 verkaufte er Cleveland, seit 2014 versucht er auch, Villa loszuwerden. Bisher ohne Erfolg. Wohl auch, weil er den Wert seiner Anteile auf rund 280 Millionen Euro taxiert hat.

PLATZ 12: WEST HAM UNITED - PORNOMILLIARDÄR: "Living off immoral earnings", ein Vergehen, das es so wohl nur in England geben kann. 1982 wurde David Sullivan verknackt, weil er zu viel Geld im Porno-Geschäft verdient hatte. In den Siebzigern machte der Fotograf ein Vermögen mit dem Verkauf von erotischen Bildern, der Produktion von billigen Pornofilmen und einem kleinen Sex-Shop-Imperium. Nachdem er 71 Tage in Haft verbracht hatte, machte er in Zeitungen, kaufte die Daily Sport und wurde schließlich sogar zum Milliardär. Nachdem Sullivan von 1993 bis 2009 Eigentümer von Birmingham City gewesen war, erfüllte er sich zusammen mit seinem ewigen Partner David Gould einen Kindheitstraum und kaufte sich seinen Herzensklub West Ham United.

PLATZ 11: STOKE CITY - WETTMILLIARDÄR UND WIEDERHOLUNGSTÄTER: Bereits von 1989 bis 1997 war John Coates Besitzer von Stoke City. 2005 kehrte der Besitzer des Sportwettanbieters Bet365, mittlerweile 1,3 Milliarden Euro schwer,  zurück und übernahm die Anteile wieder. 2008 folgte der Aufstieg in die Premier League, mittlerweile gehört Stoke zu den etablierten Teams. Größter Transfercoup diesen Sommer: Die Verpflichtung von Ex-Bayer Xherdan Shaqiri.

PLATZ 10: FC LIVERPOOL - DER RETTER AUS BOSTON: 410 Millionen Euro zahlte John Henrys Gesellschaft Fenway Sports Group, um die Anteile des FC Liverpool von George Gillett and Tom Hicks zu übernehmen. Das Duo war nicht nur äußerst unbeliebt bei den Fans gewesen, sondern hatte Liverpool auch an den Rand der Insolvenz gebracht. Zum Verkauf wurden sie per Gerichtsbeschluss gezwungen. John Henry dagegen ist bei den Fans beliebt. Wohl auch, weil er weiß, was er tut. Dem 65-Jährigen gehören auch die Boston Red Sox, ein Nascar-Team und die Zeitung Boston Globe. Henrys Privatvermögen wird auf 1,4 Milliarden Euro geschätzt.

PLATZ 9: LEICESTER: SCHALL UND RAUCH: Im August 2010 einigte sich Leicester City mit dem thailändischen Duty-Free-Shop-Betreiber King Power auf eine Partnerschaft. Für drei Jahre sollte King Power Hauptsponsor des damaligen Zweitligisten werden. Wo man gerade dabei war, kaufte sich King-Power-Boss Vichai Raksriaksorn, zwei Milliarden Euro schwer, gleich mal ein paar Anteile am Klub. Wenig später übernahm er die Wölfe ganz. Als sich die Fans gerade an den Namen ihres neuen Eigners und Präsidenten gewöhnt hatten, mussten sie einen neuen Zungenbrechernamen lernen: Seit 2013 heißt der neue Leicester-Boss Vichai Srivaddhanaprabha. Der sieht nicht nur genauso aus wie der alte, sondern ist sogar der selbe. Wegen seiner Verdienste um die thailändische Wirtschaft verlieh der thailändische König den Raksriaksorns den neuen Namen. Wie auch immer: 2014 stieg Leicester auf.

PLATZ 8: FC SOUTHAMPTON - SCHWEIZER ERFOLGSGESCHICHTE: Was gab es für einen Aufstand, als Katharina Liebherr nach dem überraschenden Tod ihres Vaters Markus im Jahr 2010 die erst im Vorjahr erworbenen Anteile am FC Southampton nicht nur nicht verkaufte, sondern auch beschloss, sich ums Tagesgeschäft zu kümmern. Für Fußball hatte sich die mittlerweile 39-jährige Schweizerin mit deutschen Wurzeln bis dahin nicht interessiert. Liebherr, Spross der deutschen Industriellenfamilie, die mit Baumaschinen, Flugzeugteilen und Kühlschränken ein Vermögen verdient hat, feuerte Trainer, tauschte Manager aus, ohne ihre Zustimmung dufte kein Spieler verpflichtet werden. Dann machte sie Ralph Krueger, einen früheren Eihockeytrainer zum Vorstandsvorsitzenden. Eishockey! In England! Mittlerweile lästert niemand mehr über Liebherr, die ein Privatvermögen von 2,6 Milliarden Euro besitzen soll. 2012 stieg Southampton wieder in die Premier League auf, diese Saison starten die "Saints" in der Europa League.

PLATZ 7: FC SUNDERLAND - IMMOBILIENMOGUL: 2009 kaufte sich der US-amerikanische Immobilienmogul Ellis Short den AFC Sunderland. Im Fußball war Short, der mit der früheren Tennisspielerin Eve Zimmerman verheiratet ist, bis dahin nicht weiter aufgefallen. Dennoch machte sich der 3,2 Milliarden Euro schwere Eigentümer 2010 auch zum Vorstandsvorsitzenden und feuerte in der Folge munter Trainer um Trainer. Sportlicher Erfolg blieb aber eher aus – im Gegenteil in den letzten Jahren fiel Sunderland in der Tabelle immer weiter zurück. Mittlerweile murren auch die Fans. Sie fordern: Short soll endlich seine Schatulle öffnen und Stars holen.

PLATZ 6: MANCHESTER UNITED - DER SÜNDENFALL: 2003 begann der US-Milliardär Malcolm Glazer an der Börse frei gehandelte Aktien von Manchester United aufzukaufen. Bis Mai 2005 hatte er 75 Prozent zusammen und nahm den Klub von der Börse. Am 28. Juni 2005 hielt Glazer schließlich 98 Prozent am Rekordmeister, seitdem ist United Privateigentum der Glazer-Familie, der auch NFL-Klub Tampa Bay Buccaneers gehört und deren Privatvermögen auf rund 4 Milliarden Euro geschätzt wird. Grundsätzlich ist gegen Glazers Vorgehen wenig einzuwenden, allerdings legte der Milliardär den Kaufpreis von insgesamt rund einer Milliarde Euro auf den Klub um. Manchester United, bis dahin komplett schuldenfrei und der reichste Klub der Welt, muss seitdem jedes Jahr 110 Millionen Euro an die Glazers zurückzahlen. Auch deswegen wendeten sich viele Fans ab, gründeten unter anderem den FC United of Manchester, der mittlerweile in der sechsten Liga spielt.

PLATZ 5: NEWCASTLE UNITED - HASSFIGUR: Seit 2009 schon versucht Mike Ashley, Newcastle United wieder zu verkaufen. Dabei hatte der Unternehmer, der mit dem Verkauf von Sportartikeln ein Vermögen von fast fünf Milliarden Euro anhäufte, den Klub erst 2007 durch einen Überraschungscoup erworben. Über Nacht hatte Ashley damals für 85 Millionen Euro rund 40 Prozent der Anteile gekauft und dem Aufsichtsrat daraufhin das Angebot gemacht, den Rest auch noch zu übernehmen. Zwei Jahre später aber sagte er, der Kauf sei ein Fehler gewesen. Verkaufen konnte er seine Anteile aber bis heute nicht. Also feuert er immer noch in schöner Regelmäßigkeit Trainer, Geschäftsführer und Spieler. Ashley ist wohl der unbeliebteste Eigentümer eines Premier League Klubs. Selbst wenn er nicht im Stadion ist, gibt es ihm zu Ehren ein Pfeifkonzert.

PLATZ 4.: FC ARSENAL - DER BESSERE GLAZER:  Stan Kroenke, schon mal gehört? Der Amerikaner gehört mit einem geschätzten Privatvermögen von fast 5,5 Milliarden Euro zu den reichsten Menschen der Welt, ihm gehört mit den Denver Nuggets (NBA), Colorado Rapids (MLS), Colorado Mammoth (Lacrosse), den St. Louis Rams (NFL) und dem FC Arsenal ein wahres Sport-Imperium. Und doch hat Kroenke es geschafft, weder sonderlich bekannt, noch sonderlich verhasst zu sein. Wie das? Vielleicht, weil Kroenke kein Spekulant ist – und das viele Geld trotzdem nicht aus dem Fenster wirft. Manchmal zum Leidwesen Arsene Wengers, der gerne den ein oder anderen Star mehr spendiert bekommen würde.

PLATZ 3: TOTTENHAM HOTSPUR - WETTE GEWONNEN: Joe Lewis wurde 1992 zum Milliardär, als er an der Börse auf einen Kurssturz des Pfunds wettete. Das Ereignis ging als "Black Wednesday" in die Geschichte ein und kostete die englische Volkswirtschaft damals rund 5 Milliarden Euro. Lewis dagegen ist seitdem stinkreich. Reich war er freilich vorher schon. Nachdem er mit 15 von der Schule abgegangen war, half er seinem Vater beim kleinen Catering-Familienunternehmen, das er später verkaufte, um Spekulant zu werden. Mittlerweile gehört er mit einem geschätzten Privatvermögen von 6,8 Milliarden Euro zu den reichsten Engländern, allein seine Kunstsammlung wird auf eine Milliarde geschätzt, und lebt auf den Bahamas. Tottenham kaufte er sich zwischen 2001 und 2011 und gliederte den Klub in seine Tavistock-Holding ein, zu der auch Restaurantketten, Golfklubs, Versicherungsunternehmen und Banken gehören. Der Klub ist für ihn ein Investitionsmodell. Ein lohnendes. Die Spurs machen Gewinn.

PLATZ 2: FC CHELSEA - DER ETABLIERTE OLIGARCH: Was gibt es zu Roman Abramowitsch noch zu sagen? Vielleicht, dass all die Hater und Schwarzseher nur teilweise Recht behalten haben. 2003 hat der Russe Chelsea übernommen und bis heute hat er nicht die Lust verloren. Obwohl sich die Erfolge nicht sofort einstellten, blieb Abramowitsch dabei, pumpte weiter Jahr für Jahr Unsummen in den Klub – mittlerweile dürfte Chelsea die Milliardengrenze für Spielerkäufe seit 2003 geknackt haben – und machte den Klub so zu einer wahren und mittlerweile etablierten Supermacht des Fußballs. Abramowitsch soll während der Finanzkrise sehr viel Geld verloren haben, sein Vermögen damals soll damals um zwei Drittel geschrumpft sein. Mittlerweile scheint er aber wieder dick im Geschäft. Sein aktuelles geschätztes Privatvermögen: 7,3 Milliarden Euro.

PLATZ 1: MANCHESTER CITY - REICHER ALS REICH: Tja, so ist das, wenn einem ein ganzes Emirat gehört: Da können die Mitbewerber noch so reich sein, doch Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan kann niemand das Wasser reichen. Der Spross des Herrscherhauses von Abu Dhabi und Vorstandsvorsitzender von Manchester City wird auf ein Privatvermögen von 26 Milliarden Euro geschätzt. Mittlerweile gehören der von der Scheich-Familie gegründeten City Football Group auch der neue MLS-Klub New York City FC, bei dem auch Fußball-Hipster Andrea Pirlo spielt, der australische Klub Melbourne City FC und die Yokohama Marinos aus Japan.

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