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Chelsea will Problem-Fans künftig das Konzentrationslager Auschwitz besichtigen lassen
Chelsea will Problem-Fans künftig das Konzentrationslager Auschwitz besichtigen lassen © Getty Images
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München - Der FC Chelsea bekämpft den Rassismus von Teilen seiner Fans mit neuen Mitteln. Statt Stadionverbot sollen die Anhänger auf Bildungsreise - nach Auschwitz.

Der FC Chelsea geht einen völlig neuen Weg im Umgang mit rassistischen Anhängern.

Wird ein Fan der Blues in Zukunft rassistisch und/oder antisemitisch auffällig, bekommt er nicht mehr automatisch ein Stadionverbot. Stattdessen kann er an einem Bildungskurs im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz teilnehmen. Andernfalls verliert er sein Saison-Ticket.

Das bestätigte ein Klub-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die Sun darüber berichtet.

Initiative von Abramowitsch selbst

"Wenn du die Leute einfach nur ausschließt, werden sie ihr Verhalten niemals ändern", sagte Chelsea-Geschäftsführer Bruce Buck in der Sun. "Diese Methode gibt ihnen die Möglichkeit, zu verstehen, was sie getan haben, und kann sie dazu bringen, sich künftig besser verhalten zu wollen", ist sich Buck sicher.

Die Initiative wurde offenbar von Klubbesitzer Roman Abramowitsch selbst angestoßen. Der Russe ist selbst jüdischen Glaubens. Chelsea engagiert sich seit Jahren aktiv gegen antisemitischen Gesänge, die unter Teilen der englischen Fans verbreitet sind. Tottenham Hotspur beispielsweise ist oft Ziel antisemitischer Gesänge, weil der Klub beliebt bei Londons jüdischen Einwanderern war.

Früher hätten sie die Leute aus dem Stadion geholt und für bis zu drei Jahre verbannt, erklärte Buck: "Jetzt sagen wir 'Du hast was Falsches getan. Du hast die Wahl. Wir können Dich verbannen oder Du kannst einige Zeit mit unserem Sozialarbeiter verbringen, um zu verstehen, was Du falsch gemacht hast.'"

Erst im Juni hatten bei einer offiziellen Reise 150 Anhänger zusammen mit Mitarbeitern des Premier-League-Zweiten das Konzentrationslager besucht. "Stadion-Verbote wirken bei uns nicht", erklärte Buck. Sie hätten fünf Jahre gebraucht, um das zu verstehen.

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