vergrößernverkleinern
UEFA Champions League: Barcelona v Liverpool
Craig Bellamy feiert seinen Treffer im Februar 2007 in Barcelona mit einer Ausholbewegung © Getty Images
teilenE-MailKommentare

In seiner Autobiografie "Running Man" äußert sich Ex-Liverpool-Star John Arne Riise über einen dramatischen Zwischenfall mit Teamkollege Craig Bellamy.

In einem Auszug aus seiner Autobiografie "Running Man" hat John Arne Riise im Guardian schockierende Details aus der Saison 2006/07 und den berüchtigten Golfschläger-Eklat zum Besten gegeben.

Im Achtelfinale der Champions League traf Riises Klub FC Liverpool auf den FC Barcelona und reiste im Februar 2007 zur Vorbereitung fünf Tage an die Algarve, wo es zu einem Rieseneklat kam.

Liverpool: Mannschaftsabend ufert aus

Ein feuchtfröhlicher Abend in einem Restaurant in Portugal eskalierte dermaßen, dass der Norweger bei einer Auseinandersetzung mit Craig Bellamy um die Fortsetzung seiner Karriere bangte.

Anzeige

Aber der Reihe nach: Bei einem Mannschaftsabend entdeckte Bellamy eine Karaoke-Anlage und forderte seinen Teamkollegen in bereits angetrunkenem Zustand mehrmals zum Singen auf.

Riise wurde eigenen Angaben zufolge zunehmend wütender und fauchte Bellamy an: "Ich werde nicht singen. Halt den Mund oder ich hau dir eine rein", heißt es in der Autobiografie des 38-Jährigen.

Bellamy soll zurückgebläfft haben, dass er Riise töten werde, ehe sich die Situation wieder beruhigte. Im Anschluss kehrte Riise ins Hotel zurück, Zimmerkollege Daniel Agger blieb noch im Restaurant.

ANZEIGE: DAZN gratis testen und internationalen Fußball live & auf Abruf erleben

Später in der Nacht wachte der Liverpool-Star auf, weil die Tür zu seinem Zimmer geöffnet wurde, doch nicht Agger kam herein, sondern ein völlig aufgebrachter Bellamy – mit einem Golfschläger.

Der Waliser - im Schlepptau hatte er Steve Finnan, der jedoch nur teilnahmslos dastand - positionierte sich am Fuße des Bettes und holte schwungvoll zum Schlag aus.

Erster Schlag geht ins Leere

"Er versuchte, meine Schienbeine zu treffen", schreibt der ehemalige norwegische Nationalspieler, "das wäre das Ende meiner Karriere gewesen, aber ich habe meine Beine gerade noch wegziehen können."

Riise hüpfte aus dem Bett und hörte Bellamy lallen: "Keiner disst mich so vor den Jungs. Mir macht es nichts aus, wenn ich ins Gefängnis gehe. Meine Kids haben genug Geld für die Schule und alles. Das macht mir nichts aus. Ich mache dich fertig."

Sagte es und holte erneut aus, doch dieses Mal traf Bellamy und verletzte Riise an der Hüfte. Der nächste Schlag landete auf dem Oberschenkel. Finnan machte keine Anstalten, eingreifen zu wollen.

Riise ließ sich nicht provozieren, redete stattdessen auf Bellamy ein, der sich langsam beruhigte und schlussendlich das Zimmer verließ. Doch nicht nur der Waliser soll sich komplett danebenbenommen haben.

ANZEIGE: Jetzt das Trikot des FC Liverpool bestellen - hier geht's zum Shop!

Eigenen Angaben zufolge beobachte Riise, wie Torhüter Jerzy Dudek singend in Handschellen auf den Rücksitz eines Polizeiwagens verfrachtet wurde.

Der Norweger ließ sich noch in der Nacht von einem Arzt, der daraufhin Rafa Benitez informierte, behandeln. Liverpools Trainer sei "spürbar schockiert" gewesen, aber zugleich auch "ruhig und kontrolliert wie immer".

Am nächsten Morgen beim Frühstück sei die Stimmung angesichts der skurrilen Ereignisse der Nacht bei den meisten Spielern fröhlich und ausgelassen gewesen, was Riise als Leidtragender jedoch umso mehr ärgerte.

Nach einer halbseidenen Entschuldigung von Bellamy - der zudem 80.000 Pfund zahlen musste, während Riise nicht bestraft wurde - war die Sache vom Tisch.

Reds siegen dank Bellamy und Riise

Der spätere Finalist Liverpool siegte trotz der Vorfälle wenige Tage später im Achtelfinal-Hinspiel mit 2:1 in Barcelona – kurios: dank der beiden Torschützen Bellamy und Riise, dessen Tor sogar vom Waliser vorbereitet wurde.

Bellamy feierte seinen Treffer, indem er eine Ausholbewegung wie mit einem Golfschläger machte…

Nächste Artikel
previous article imagenext article image