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Alexis Sanchez ist seit einem Jahr bei Manchester United © SPORT1-Grafik- Getty Images
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München - Heute vor einem Jahr wechselte Alexis Sanchez vom FC Arsenal zu Manchester United. Damals waren die Erwartungen hoch - heute herrscht Ernüchterung.

Mit der Empfehlung von 80 Toren und 45 Vorlagen in 166 Partien für den FC Arsenal kam der Chilene Alexis Sanchez am 22. Januar 2018 bei Manchester United an.

Auf den Tag ein Jahr ist das nun her. Die Erwartungen an den ehemaligen Spieler des FC Barcelona waren groß.

Die United-Verantwortlichen statteten den damals 29-jährigen Hoffnungsträger mit einem Vertrag bis 2022 aus, der Sanchez rund 30 Millionen Euro brutto pro Saison bescheren soll. Damit ist er der wohl bestbezahlteste Profi der englischen Premier League.

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Dazu überwies United um den damaligen Trainer Jose Mourinho eine Ablösesumme von angeblich 34 Millionen Euro. Im Gegenzug kam noch der ablösefreie Wechsel des Ex-Dortmunders Henrikh Mkhitaryan aus Manchester nach London hinzu. Wohlgemerkt für Alexis Sanchez, der zum Zeitpunkt des Wechsels nur noch ein halbes Jahr an die Gunners gebunden war.

United setzte große Hoffnungen in die teure Soforthilfe.

Doch Sanchez blieb hinter den hohen Erwartungen zurück.

Sanchez: 7,5 Millionen Euro pro Tor

Ein Jahr später stehen für den Linksaußen wettbewerbsübergreifend 32 Einsätze im Trikot der "Red Devils" auf dem Papier. Lediglich vier Tore gelangen Sanchez. Hinzu kommen neun Vorlagen. Sein letzter Treffer gelang ihm im Oktober 2018 gegen den Abstiegskandidaten Newcastle United.

Jedes Tor kostete Man United demnach rund 7,5 Millionen Euro an Gehalt für den heute 30-jährigen Sanchez. Das vielleicht teuerste Missverständnis der Fußball-Geschichte?

Zum Vergleich: Bundesligist Borussia Dortmund verpflichtete das englische Talent Jadon Sancho im Sommer 2017 für 7,84 Millionen Euro aus der Akademie von United-Stadtrivale Manchester City. Fast die gleiche Summe muss United für ein Tor von Sanchez berappen.

Heute wird der englische Nationalspieler Sancho im Portal transfermarkt.de mit einem Marktwert von 70 Millionen Euro aufgeführt.

Kurzeinsätze sind das höchste der Gefühle

Nachdem Sanchez seinem Klub den ganzen Dezember über mit einer Oberschenkelverletzung fehlte, lief er am 05. Januar 2019 auf - sein bis dato letzter Einsatz für United. Ein Startelfeinsatz im FA-Cup gegen den Zweitligisten FC Reading, der nach 64 Spielminuten und einer Torvorlage für Romelu Lukaku beendet war.

Die letzten Spielminuten in der Premier League sammelte Sanchez am 2. Januar bei einem Kurzeinsatz über 27 Minuten beim Sieg gegen Newcastle United, zu dem Sanchez immerhin einen Assist zum entscheidenden Treffer von Marcus Rashford zum 2:0-Auswärtserfolg beisteuerte.

Beim darauffolgenden Sieg gegen Tottenham fehlte Sanchez aufgrund erneuter Oberschenkelprobleme im Kader von Trainer Ole Gunnar Solskjaer. Den Heimsieg gegen Brighton am vergangenen Wochenende erlebte der einstige Hoffnungsträger über die komplette Spielzeit auf der Ersatzbank.

Entmutigt von Mourinho - Wende unter Solskjaer?

Der 1,68 Meter kleine Sanchez liebäugelte laut der Times bereits vor dem Jahreswechsel mit einem vorzeitigen Abschied von Manchester United. Paris Saint-Germain galt als potenzieller Abnehmer. Damals sei er vor allem von Trainer Jose Mourinho und seiner Taktik entmutigt gewesen, heißt es weiter.

Da sein Trainer nun aber nicht mehr "The Special One" ist, könnte sich das Blatt unter Interimscoach Solskjaer gewendet haben. Sanchez äußerte sich gegenüber dem Mirror zu den Ambitionen unter dem neuen Trainer. Ziel sei es, "die Saison unter den ersten vier Mannschaften zu beenden und natürlich Titel" zu gewinnen. Jedoch sei es zuvor seine eigene Herausforderung, "in die Startelf zu kommen, zu spielen und Tore zu machen", gab sich Sanchez kämpferisch.

Und auch Solskjaer setzt auf den bisher enttäuschenden Linksaußen. Er sei überzeugt, dass Sanchez von der Rotation und der Bewegung im Offensivspiel profitieren werde, so der Norweger zum Evening Standard. Sanchez werde "ein Gewinn für uns" sein. 

Macht sich das teure Missverständnis am Ende doch noch bezahlt?

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