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Keine drei Tage nach dem Sieg im Supercup gegen Chelsea muss Liverpool in Southampton ran. In der Vorbereitung setzt Jürgen Klopp auf ungewöhnliche Methoden.

Als "größte Bananenschale der Geschichte" hatte Jürgen Klopp die Ansetzung der Partie des FC Liverpool in Southampton am vergangenen Samstag bezeichnet.

Nur knapp 64 Stunden nachdem seine Mannschaft in Istanbul den UEFA Supercup gegen Europa-League-Sieger FC Chelsea erst im Elfmeterschießen gewonnen hatten, mussten die Reds schon wieder in der Liga ran.

"Alle warten darauf, wahrscheinlich sind alle Schlagzeilen schon geschrieben. Ich würde die Schlagzeile bevorzugen: 'Die Mentalitätsriesen waren in der Stadt'", hatte der Klopp seiner Mannschaft vor der Partie an der Südküste Englands mit auf den Weg gegeben, wie aus einem Artikel von The Athletic hervorgeht.

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Klopp lässt Uhren in Zimmern der Spieler zurückdrehen

Dass es beim 2:1-Erfolg aber am Ende tatsächlich für den saisonübergreifend elften Erfolg in der Premier League in Serie und damit einen neuen Vereinsrekord reichte, dafür überließ der 52-Jährige nichts dem Zufall.

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Zur besseren Regeneration beschlossen die Verantwortlichen, nach dem Supercup noch eine Nacht in Istanbul im Hotel zu übernachten, anstatt sich direkt auf den Rückflug zu machen. Zudem wurden die Uhren in den Zimmern um zwei Stunden auf die englische Zeit zurückgestellt, um den Biorhythmus der Spieler nicht unnötig durcheinander zu wirbeln.

Auch nach dem Aufstehen verfolgte die Mannschaft einen strikten Plan. Gleich in der früh machten sich Chefphysiotherapeut Lee Nobes und der langjährige Masseur Paul Small daran, die geschundenen Gliedmaßen der Profis zu behandeln, während die Ersatzspieler unter der Leitung des Fitnesstrainers eine intensive Einheit absolvierten.

NASA-Technologie und Videoanalyse zur Vorbereitung

Selbst auf dem vierstündigen Rückflug nach Liverpool wurden die Akteure im Flugzeug behandelt. Wichtigstes Werkzeug war dabei die "Game-Ready-Vereisungsmaschine", die regelmäßig neu befüllt und an die Spieler weitergereicht wurde. Bei diesem von Wissenschaftlern und Ärzten mit Hilfe der NASA-Raumanzugtechnologie entwickelten Gerät zirkuliert kaltes Wasser aus einem Eisspeicher durch eine Hülle, die auf den verletzten Bereich des Körpers aufgebracht wird und sowohl Kompressionen als auch Eisbehandlungen ermöglicht.

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Während die Spieler nach der Ankunft direkt nach Hause zu ihren Familien fuhren, gab es für Klopp und seine Mitarbeiter noch einiges zu tun. Gemeinsam mit Co-Trainer und Chef-Videoanalyst Peter Krawietz wurde eine Videoanalyse des FC Southampton gemacht, um sich optimal auf die Spielweise der Saints vorzubereiten.

Bereits am Freitag ging es für den Liverpool-Tross dann schon wieder nach Melwood, ins Trainingszentrum der Reds, wo den Spielern die Bedeutung von Ruhe und Ernährung in den folgenden 24 Stunden eingetrichtert wurden. Um seine Mannschaft nicht zu überanstrengen, ließ Klopp lediglich eine leichte Trainingseinheit von knapp einer Stunde absolvieren.

Frische Kräfte beleben das Mittelfeld der Reds

Um 18 Uhr flog die Mannschaft dann weiter nach Southampton ins noble Hilton at the Ageas Bowl. Nach dem gemeinsamen Abendessen wurden die angeschlagenen Spieler erneut behandelt, ehe es ins Bett ging.

Im Spiel selbst setzte Klopp dann auf frische Kräfte im Mittelfeld, Fabinho machte Platz für Georginio Wijnaldum, Alex Oxlade-Chamberlain rückte eine Position nach hinten für Jordan Henderson, dessen Position in der Offensive nahm Roberto Firmino ein.

Am Ende zahlte sich die akribische Arbeit aus, Liverpool gewann das Spiel im St Mary's Stadium und übernahm damit die Tabellenführung.

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