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München - Manchester United steht so schlecht da wie lange nicht. Ole Gunnar Solskjaer steht in der Kritik. Arsène Wenger bringt sich als Retter ins Spiel.

Seit Sir Alex Ferguson seinen Dienst quittiert hat, geht es mit Manchester United beinahe kontinuierlich bergab. Dem englischen Rekordmeister droht die schlechteste Saison seit fast 30 Jahren.

Seit Platz 13 in der Spielzeit 1989/90 – zwei Jahre bevor Ferguson seine Rekord-Amtszeit antrat – war ManUnited am Ende einer Saison nie schlechter als Platz sieben. Aktuell liegen die Red Devils auf Rang acht.

Im League Cup erreichten sie am Mittwochabend mit Ach und Krach die vierte Runde. Die Mannschaft von Trainer Ole Gunnar Solskjaer verhinderte eine Blamage gegen Drittligist Rochdale AFC gerade so im Elfmeterschießen.

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Solskjaer nimmt es mit Humor

Solskjaers sarkastischer Kommentar: "Wie Sie wissen, sind wir im Elfmeterschießen besser als in gescheiten Spielen."

Der Norweger steht nach dem verpatzten Saisonstart unter Zugzwang. Von Vereinsikonen und Beobachtern hagelt es Kritik.

"Es ist erschreckend, wie sehr sie abgestürzt sind", macht sich Roy Keane Sorgen. "Sie werden es wirklich schwer haben, unter die Top Sechs zu kommen", befürchtet José Mourinho. Und Ex-Liverpool-Coach Graeme Souness behauptet sogar: "Das ist die schlechteste Mannschaft, die sie jemals hatten."

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Wenger: Trainer von ManUnited ein "Traumjob"

Ein möglicher Nachfolger von Solskjaer hat sich bereits in Stellung gebracht. Ausgerechnet Arsenal-Legende Arsène Wenger sagte bei beIN Sports, dass er "Ideen" habe, wie man ManUnited wieder in die Spur bringen könnte.

"Manchester United ist ein Traumjob. Für jeden Coach. Ich habe Selbstvertrauen, ich habe Mut", erklärte Wenger, der seit seinem Aus bei den Gunners im Sommer 2018 vereinslos ist.

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Bei der sportlichen Bewertung geht der Franzose schonungslos zur Sache. "Das Team hat keine Spielstruktur, kein Pressingsystem. Es gibt ein Team, aber es muss gecoacht und entwickelt werden", führt Wenger aus.

Pogba steht neben sich selbst

Doch die Gründe für die sportliche Krise sind vielfältiger. Der Mannschaft fehlt seit Jahren ein absoluter Topstar, wie es Wayne Rooney oder Cristiano Ronaldo einst waren.

Paul Pogba sollte als Rekordtransfer einer werden. Aktuell ist der Weltmeister jedoch ein Schatten seiner selbst.

In der Offensive herrscht Flaute. Lediglich acht Mal traf ManUnited in den ersten sechs Premier-League-Spielen – nur ein Drittel der Ausbeute von Manchester City.

Die Abgänge von Romelu Lukaku und Alexis Sanchez wiegen schwer. Die Verantwortlichen verzichteten darauf, für entsprechenden Ersatz zu sorgen. Die Hoffnungen ruhen auf Anthony Martial, der allerdings seit Jahren seine Vorschusslorbeeren nicht rechtfertigen kann, Jesse Lingaard und auf dem Youngster-Duo Marcus Rashford und Mason Greenwood.

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Abwehr als Mutmacher

Einzig die Defensive um Solskjaers Wunschverteidiger Harry Maguire und Neuzugang Aaron Wan-Bissaka steht bislang recht stabil. Insgesamt fehlt es dem Team jedoch an Erfahrung. Von den Stammspielern sind lediglich Juan Mata und Ashley Young über 30 Jahre alt.

Die Zusammenstellung des Kaders ist neben Trainer Solskjaer der Hauptansatzpunkt der Kritiker. "Ole braucht noch drei oder vier Transferfenster und mehrere 100 Millionen Pfund, um die Truppe wieder auf Vordermann zu bringen. Du kannst natürlich Jugendspieler einbauen - aber du brauchst einen stabilen Kern", brachte es Gary Neville auf den Punkt.

Wenger bildet sich allerdings ein, es auch anders lösen zu können.

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