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München - Der englische Meister Manchester City liegt bereits acht Punkte hinter Liverpool. Ist der Zauber von Pep Guardiola bereits wieder verflogen?

Pep Guardiola ist der erste Teammanager seit Sir Alex Ferguson, dem es in der Premier League gelang den Titel zu verteidigen.

In den vergangenen beiden Jahren gewann der katalanische Star-Coach mit Manchester City je zweimal die englische Meisterschaft, den League Cup, den Community Shield sowie einmal den FA Cup.

Trotz dieser sieben Titel ist #PepOut aber nach der unerwarteten 0:2-Niederlage gegen die Wolverhampton Wanderers auf Twitter plötzlich das Trending-Thema schlechthin. Spitzenreiter FC Liverpool (24 Zähler) hat nach acht Spieltagen bereits acht Punkte Vorsprung auf die Citizens (16).

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City-Spieler sollen nicht an Liverpool denken

In seiner vierten Saison scheint Guardiola an seine Grenzen zu stoßen, was verschiedene Gründe haben mag. "Wir wurden ein wenig nervös", sagte der City-Coach nach der zweiten Saisonpleite in der heimischen Liga. "Es sind schon einige Punkte Rückstand. Sie (Anm. d. Red.: Liverpool) lassen nicht viele Punkte liegen."

Er ergänzte: "Es ist besser, nicht daran zu denken, dass ein Team acht Punkte voraus ist. Der Vorsprung ist groß - das weiß ich. Aber wir sind erst im Oktober und haben noch viele Spiele vor uns", so Guardiola.

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Guardiola gehen die Innenverteidiger aus

Einer der Gründe für die aktuelle Misere ist das Verletzungspech. Mit Aymeric Laporte (Knieverletzung) und John Stones (Muskelverletzung) fallen zwei wichtige Leistungsträger seit Wochen aus, sodass Guardiola mit Nicolas Otamendi nur noch einen gesunden Innenverteidiger zur Verfügung hat.

Die englische Medien warfen dem Ex-Bayern-Coach schon vor Saisonbeginn vor, es sei fahrlässig gewesen, nur mit drei Innenverteidigern in eine Spielzeit mit Vierfachbelastung zu gehen. Das macht sich jetzt deutlich bemerkbar.

Im Sommer 2019 verließen mit Ex-Kapitän Vincent Kompany (RSC Anderlecht) und Eliaquim Mangala (ablösefrei zum FC Valencia) gleich zwei Innenverteidiger den Klub, die nicht adäquat ersetzt wurden. Abwehr-Talent Eric Garcia ist mit 18 Jahren noch zu grün hinter den Ohren und Mittelfeldabräumer Fernandinho nur eine Notlösung in der Abwehrmitte.

Sané verletzt - De Bruyne nicht zu ersetzen

Zudem fällt Leroy Sané seit der Vorbereitung wegen eines Kreuzbandrisses aus und wird erst im Frühjahr 2020 zurückerwartet. Noch schmerzlicher wird allerdings Kevin De Bruyne vermisst.

Bei der ersten Saisonniederlage (2:3 in Norwich) war der Top-Vorbereiter der Liga (acht Vorlagen) nur eingewechselt worden, an diesem Sonntag fehlte De Bruyne wegen einer Leistenverletzung ganz – und prompt unterlag der englische Meister gegen Wolverhampton.

Bereits vor der 0:2-Pleite hatte Guardiola auf eine Frage, wieso Mega-Talent Phil Foden so wenig Spielzeit bekommt, geantwortet, dass man mit Nachwuchsspielern keine Titel gewinnen werde. "Dafür brauchen wir die Kevin De Bruynes, David Silvas, Sergio Agüeros und Fernandinhos."

Erst Heimniederlage ohne Torerfolg seit 2016

Die drei letztgenannten kamen gegen die Wolves zwar zum Einsatz, doch Manchester blieb zum ersten Mal seit 2016 daheim im Etihad Stadium ohne Torerfolg – und verlor 0:2.

Mit ein Grund war auch der starke Gegner, der ManCity nicht ihr Spiel aufziehen ließ und ihnen so das Leben schwer machte. "Das Wichtigste ist, sie davon abzuhalten, zu spielen, Chancen zu kreieren", sagte Wolves-Coach Nuno Espirito Santo. "Und meine Spieler liefen wie verrückt."

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Der deutsche Nationalspieler Ilkay Gündogan sah es ähnlich: "Die Räume waren winzig klein. Es war sehr schwierig zu spielen. Wenn du nicht in der Lage bist, das erste Tor zu schießen, wurden wir vielleicht nervös und hatten nicht mehr zu 100 Prozent das Gefühl, dass das Vertrauen in uns da ist."

Guardiola: "Schon einmal geschafft und wir werden es wieder tun"

Abschreiben sollte man die Citizens im Meisterrennen dennoch nicht. Auch wenn sie wohl lieber den fehlenden Henkelpott der Champions League in den Trophäenschrank stellen wollen würden. In der Länderspielpause gilt es nun, Kraft und Selbstvertrauen zu tanken und dafür zu sorgen, dass die Verletzen wieder zurückkommen.

Und wenn jemand Grenzen sprengen kann, dann Guardiola und seine Truppe, die in der Vorsaison auch noch Liverpool einholten und englischer Meister wurden. 

"Wir sagten den Spielern: Kommt schon, Jungs, wir haben noch viele Spiele zu spielen, wir haben es schon einmal geschafft und wir werden es wieder tun", gab Guardiola kämpferisch die Marschrichtung der Citizens vor. 

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