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Jamie Vardy ist bei Leicester City derzeit nicht zu stoppen
Jamie Vardy ist bei Leicester City derzeit nicht zu stoppen © Getty Images
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München - Leicester City steht aktuell auf Rang zwei der Premier League - auch dank der Tore von Jamie Vardy. Der Stürmer könnte sogar den Premier-League-Rekord brechen.

Die unheimliche Serie des FC Liverpool dominiert aktuell die Schlagzeilen, doch im Windschatten der Reds sorgt auch Leicester City für Furore.

Der Meister von 2016 liegt auf Rang zwei vor Englands Schwergewichten Manchester City, Chelsea und Manchester United. Gewaltigen Anteil am erneuten Erfolgslauf der Foxes hat Angreifer Jamie Vardy, der bereits bei der Sensationsmeisterschaft 2016 dabei war.

Er steht aktuell bei 16 Toren nach 16 Spielen in der Premier League und ist damit sogar noch treffsicherer als in den ersten 16 Partien der Meistersaison (15 Tore). "Ich bin in der Form meines Lebens", erklärte Vardy kürzlich seine Leistungen.

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Die Zahlen geben ihm Recht: Sein persönlicher Rekord aus Leicesters Meister-Saison von 24 Toren scheint nur noch Formsache zu sein, sogar Andy Coles (1993/94) und Alan Shearers (1994/95) Liga-Bestmarke von 34 Toren ist nicht komplett außer Reichweite.

Rodgers bringt Vardy wieder in Top-Form

Nach zwischenzeitlicher Tor-Flaute unter Ex-Trainer Claude Puel hat Brendan Rodgers den englischen Nationalspieler wieder wachgeküsst. "Ich bin froh, dass du da bist", soll Rodgers bei seiner Vorstellung zu Vardy gesagt haben.

Und dieser bedankte sich auf seine Art - mit Toren am Fließband. Dabei ist vor allem Vardys Eiseskälte vor dem gegnerischen Gehäuse bewundernswert. 34,2 Prozent seiner Torschüsse sind Treffer, in der Meistersaison waren es 20,9 Prozent.

"Er ist ein unglaublicher Spieler und hat alle Attribute, die große Klubs bei einem Stürmer suchen - schnell und hart arbeitend", lobte Rodgers seinen Goalgetter.

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Nach der Meistersaison wurde Vardy beinahe mit allen Topklubs in Verbindung gebracht und hätte sich seinen neuen Arbeitgeber nach Belieben aussuchen können. Während sein damaliger Sturmkollege Riyad Mahrez offensiv mit einem Wechsel kokettierte und später für knapp 70 Millionen Euro zu Manchester City wechselte, wurde es bei Vardy nie wirklich konkret.

Er hielt Leicester stattdessen die Treue - auch in Zeiten, in denen die Foxes im Mittelfeld rumdümpelten oder sogar um den Klassenerhalt kämpften. So entging Vardy möglicherweise eine Weltkarriere und ein Stammplatz im englischen Nationalteam, wo er bisher sieben Tore in 26 Einsätzen erzielte.

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Vardys beschwerlicher Weg zum Profi

Doch was Vardy bisher schon erreicht hat, kann sich angesichts seiner Vorgeschichte ohnehin sehen lassen. Mit 15 Jahren bei Sheffield Wednesday aufgrund seiner geringen Körpergröße aussortiert, erfüllte sich Vardy über Neuntligist Stocksbridge Park Steels, Siebtligist Halifax Town und Fünftligist Fleetwood Town den Traum vom Profi bei Leicester auf dem beschwerlichen Weg.

Englands Fußballer des Jahres 2016 hat daher auch schon eine eigene Jugendakademie eröffnet. In der "V9 Academy" werden wöchentliche Camps veranstaltet, in denen bis zu 60 Jugendtalente ohne Vertrag geschult werden. So könnte der 32-Jährige dazu beitragen, dass schon bald ein "neuer Vardy" entdeckt wird.

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Das Original hat offenbar inzwischen auch abseits des Spielfeldes zur Professionalität gefunden. So sollen der Konsum von Wodka, Wein und Softdrinks vor dem Spiel der Vergangenheit angehören, nur noch ein Energydrink ist Bestandteil der Spielvorbereitung.

Seine Ernährung hat er ebenfalls umgestellt, um auch mit 32 Jahren noch auf seine Spritzigkeit und Schnelligkeit zurückgreifen zu können.

Kehrt Vardy ins Nationalteam zurück?

Außerdem profitiert der Stürmer von der Tatsache, dass Leicester sich mit Ausnahme des FA-Cups voll auf die Liga konzentrieren kann, sodass Vardy genügend Regenerationszeit bleibt. Denn 2018 verkündete er bereits seinen Rücktritt aus dem Nationalteam.

Hält er seine imposante Torquote, wird Nationaltrainer Gareth Southgate vielleicht doch noch einmal versuchen, Vardy für die EM 2020 von einer Rückkehr zu den Three Lions zu überzeugen.

Dann könnte das Kapitel Nationalmannschaft auch noch zur Erfolgsgeschichte werden. Denn zweifelsohne ist Vardy momentan nicht für Rodgers "einer der besten Stürmer in Europa" - und hat das Zeug, auch außerhalb von Leicester für Furore zu sorgen.

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