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Jürgen Klopp steht mit dem FC Liverpool kurz vor dem Titelgewinn in der Premier League
Jürgen Klopp steht mit dem FC Liverpool kurz vor dem Titelgewinn in der Premier League © Getty Images
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Der Ball wird auf der Insel definitiv noch bis Ende April ruhen. Die Premier League beschließt, dass in England wegen der Coronakrise länger pausiert wird.

Die englische Premier League verlängert ihre Zwangspause wegen der Corona-Pandemie bis mindestens 30. April. Diese Entscheidung verkündete die Liga nach einer Konferenz am Donnerstag.

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Die Premier League, der englische Verband FA, die Spielervereinigung (PFA) und weitere Gruppierungen erklärten zudem gemeinsam, dass die Saison 2019/20 "unbegrenzt" ausgedehnt würde. Das heißt: Die aktuelle Spielzeit soll unter allen Umständen zu Ende gebracht werden - egal, wie lange es dauert. Normalerweise sind nach dem 1. Juni keine Ligaspiele mehr angesetzt.

Auch Schottland betroffen

Zunächst hatte die reichste Fußball-Liga der Welt nur bis 3. April aussetzen wollen. Betroffen von der vorübergehenden Einstellung des Spielbetriebs sind auch die unteren Profiligen, der Frauenfußball sowie die Ligen in Schottland, Wales und Nordirland.

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Durch den milliardenschweren TV-Vertrag würde ein Abbruch der Saison die Vereine möglicherweise härter Treffen als die in anderen Ländern. Für Jürgen Klopp wäre es besonders bitter: Sein Verein, der FC Liverpool, war auf bestem Weg, den Meistertitel einzufahren.

Deshalb ist der neueste Beschluss für Klopp eine gute Nachricht. Seine Reds führen die Tabelle souverän an, zur ersten Meisterschaft seit 1990 fehlen Liverpool nur noch zwei Siege aus den verbliebenen neun Partien.

Zuletzt waren schon Rufe innerhalb der Liga laut geworden, die Saison abzubrechen - und für null und nichtig zu erklären. Klopp muss dies wie die Ankündigung eines Diebstahls vorgekommen sein.

Premier League bangt um Milliarden, Klopp um den Titel

Doch es ist nicht die Zuneigung für Liverpool, die das Fußball-Mutterland zu dieser Entscheidung brachte - es geht, wie überall, ums Geld. Im Falle eines Abbruchs würden der Premier League nach Berechnungen des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungs-Unternehmens KPMG zwischen 1,15 und 1,25 Milliarden Euro verloren gehen - mehr als jeder anderen Fußballliga.

Die Tür für die Ausdehnung der Saison bis in den Sommer hatte die Europäische Fußball-Union (UEFA) mit der EM-Verschiebung ins Jahr 2021 aufgemacht. Normalerweise sind nach dem 1. Juni keine Klubspiele mehr angesetzt, dann greift sonst die Abstellungspflicht für die Nationalmannschaften - diese aber wurde vom Weltverband FIFA aufgehoben.

Wie genau es in England weitergehen könnte - für Liverpool steht am nächsten Spieltag das Stadtderby beim FC Everton an -, blieb zunächst offen. Dennoch könnte die Entscheidung der Glitzerliga beispielgebend auch für die Bundesliga sein.

Allerdings hat der Entschluss eine gewisse Tragweite: Viele Spielerverträge enden am 30. Juni, die kommende Transferperiode müsste daher wohl ebenfalls verschoben werden. Hier wäre erneut die FIFA gefragt.

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