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United-Keeper David de Gea trat im Halbfinale des FA Cups mehr als unglücklich auf
United-Keeper David de Gea trat im Halbfinale des FA Cups mehr als unglücklich auf © Getty Images
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München - David de Gea erlebte im Halbfinale des FA Cups einen rabenschwarzen Tag. Bei Manchester United ist er längst umstritten - eine Statistik belegt die Formkrise.

Am Sonntag wäre David de Gea wohl lieber im Bett geblieben. Oder hätte, wie im FA Cup bisher üblich, seinem Ersatzmann Sergio Romero den Vortritt gelassen.

So aber stellte sich das Pokal-Halbfinale für den Torhüter von Manchester United - mal wieder - nicht als sein Spiel heraus. Die Red Devils schieden durch eine 1:3-Niederlage gegen den FC Chelsea aus, die Serie von zuletzt 19 Spielen ohne Pleite riss - und de Gea hatte daran gewaltigen Anteil. 

Schon beim ersten Gegentor durch Olivier Giroud sah der Spanier zumindest unglücklich aus, beim 0:2 unterlief ihm dann ein kapitaler Fehler. Eine Minute nach der Pause bekam de Gea einen harmlosen Fernschuss von Mason Mount nicht zu fassen, der Ball kullerte ins Netz. Der Spott in den Medien und sozialen Netzwerken war ihm sicher.

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David De Gea kann den harmlosen Schuss von Mason Mount nicht parieren
David De Gea kann den harmlosen Schuss von Mason Mount nicht parieren © Getty Images

Mourinho stichelt gegen de Gea

Seit dem Jahr 2011 spielt de Gea bereits bei den Red Devils - so umstritten wie jetzt war er wohl noch nie. Für United-Legende Rio Ferndinand ist er nach dem Spiel "nicht mehr in einer Situation, verteidigt zu werden". 

Auch sein eigener Trainer nahm ihn nach der Partie nicht in Schutz. De Gea wisse selbst, dass er "so einen Schuss 100 Mal bei 100 Versuchen halten muss", sagte Ole Gunnar Solskjaer. Eine volle Breitseite kam unterdessen von einem Ex-Coach des Keepers.

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José Mourinho, der de Gea bei United trainiert hatte, stellte klar, dass sich sein ehemaliger Schützling "glücklich schätzen" sollte, dass er bei dem Traditionsklub einen solch lukrativen Vertrag unterschrieben habe. De Gea hatte sein Arbeitspapier in Manchester im September 2019 bis 2023 verlängert - nach langem Hin und Her und zu deutlich verbesserten Konditionen.

"Er hat einen phänomenalen Vertrag bekommen zu einem Zeitpunkt, wo er glücklich sein konnte, einen solchen Vertrag zu bekommen. Ein oder zwei Jahre zuvor war die Welt hinter ihm her, aber in diesem Moment waren die meisten Türen der großen Klubs zu", sagte Mourinho: "Wer sonst sollte David dieses Gehalt zahlen?"

Vom Weltklasse-Torwart zum Durchschnitts-Keeper

Eine Statistik von Opta unterstreicht die Meinung des jetzigen Trainers von Tottenham Hotspur. Laut dem Statistik-Modell der "Expected Goals" hat de Gea in den vergangenen beiden Spielzeiten genau so viele Tore kassiert, wie bei einem Durchschnitts-Keeper in der Premier League zu erwarten waren.

Das Modell kalkuliert unter anderem, wie viele Schüsse mit welch einer Genauigkeit und Qualität auf den Kasten eines Keepers gekommen sind, und errechnet dadurch, wie viele Gegentore zu erwarten sind. 

In der Saison 2017/18 hatte der 29-Jährige noch 14 Treffer mehr verhindert, als es von einem durchschnittlichen Premier-League-Torwart zu erwarten gewesen wäre. 2016/17 immerhin fünf mehr.

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Mourinho stellte trotz seiner Kritik klar, dass er de Gea noch immer für einen "sehr guten" Torwart halte. Auch Solskjaer verteidigte seinen Keeper am Montag dann doch wieder. "Er ist mental sehr stark", sagte der Norweger mit Blick in die Zukunft. 

De Gea ist "selbstgefällig"

Der frühere United-Star Paul Ince glaubt hingegen, dass de Gea einen echten Konkurrenzkampf nötig hat. "Mein Gefühl ist, dass er keinen Wettbewerb hat, er ist selbstgefällig", kritisierte der 53-malige englische Nationalspieler.

Die englische Stürmer-Legende Alan Shearer wird sogar noch deutlicher.

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"Ich denke, es ist Zeit, ihn als Nummer eins abzusetzen. Solche Fehler passieren ihm immer wieder", kritisierte der 49-Jährige in seiner Funktion als TV-Experte bei Sky. Das sehen auch einige Fans so. 

Derzeit scheint es möglich, dass de Gea in der kommenden Spielzeit tatsächlich seinen Stammplatz verliert. Eine Option als Nachfolger: der 23-jährige Dean Henderson, den United gerade an Sheffield United ausgeliehen hat.  

"Ich denke, man holt Henderson zurück, damit er die Nummer eins wird", glaubt Shearer. Dann könnte de Geas lange Zeit bei Manchester United ein unrühmliches Ende nehmen.

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