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München - Noch vor kurzem galt der Abgang von Granit Xhaka beim FC Arsenal als beschlossen. Doch dank Coach Arteta vollzieht der Ex-Gladbacher einen kuriosen Wandel.

Dieser kalte Abend am 27. Oktober des vergangenen Jahres war ziemlich schlimm für Granit Xhaka im Trikot des FC Arsenal:

Bei seiner Auswechslung gegen Crystal Palace (2:2) wird der Schweizer von den eigenen Fans gnadenlos ausgepfiffen. Auch Xhaka reagiert heftig, schmeißt sein Trikot auf den Rasen und quittiert die Anfeindungen mit einem lauten "Fuck Off".

Entliebt und vorbei. Der Abgang des 27 Jahre alten zentralen Mittelfeldspielers bei den Gunners, vor der Saison noch zum neuen Kapitän für den sich zu Girondins Bordeaux erstreikten Laurent Koscielny ernannt, gilt damit als beschlossene Sache.

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Doch dann übernimmt Ende Dezember Mikel Arteta als neuer Coach für den gefeuerten Unai Emery - und leitet damit Xhakas wundersame Auferstehung ein.

Xhaka bei Arsenal plötzlich unersetzlich

Die ist keine Eintagsfliege, sondern nachhaltig. Nicht erst seit dem glanzvollen Einzug ins FA-Cup-Finale dank des 2:0 am Samstag gegen Manchester City ist Xhaka bei Arsenal plötzlich nicht mehr wegzudenken.

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Zahlen gefällig? Auch gegen Pep Guardiolas Star-Ensemble leistete sich der frühere Akteur von Borussia Mönchengladbach fast keinen Fehlpass. Xhaka unterband zig gegnerische Aufbauversuche - so wie er es zuletzt immer tat.

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Mehr noch: Seit Artetas Amtsantritt stand der Schweizer Fußballer des Jahres (2017) in 19 von 23 Spielen über 90 Minuten auf dem Feld, glänzte auch nach dem Restart auf Anhieb, und erzielte Ende Juni gegen Norwich (4:0) nach 32 torlosen Auftritten seinen ersten Saisontreffer in der Premier League.

Was die Statistik in der Liga, wo auch ein 2:1 gegen Meister FC Liverpool gelang, noch beeindruckender macht: Spielt Xhaka durch, verliert Arsenal keine Partie.

Xhaka als Arsenals "Defibrillator"

Vor einem Dreivierteljahr noch viel gescholten - nun in den sozialen Netzwerken und von den englischen Medien mit Lob überhäuft:

Ungeachtet der beiden Tore von Pierre-Emerick Aubameyang sei es Xhaka gewesen, der Arsenal gegen City auf Kurs gehalten habe, schrieb der Guardian - und fand einen besonderen Vergleich. 

Xhaka sei "nicht so sehr das Herz der Mannschaft, sondern viel eher ihr Defibrillator".

Ob es an der nach dem Eklat gegen Crystal Palace entzogenen Kapitänsbinde liegt? Festzuhalten ist jedenfalls, dass Xhaka auf einmal mehr denn je wie ein Leader auftritt.

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Xhaka agiert in der souveränen Manier eines Feldmarschalls - was Selbstlosigkeit für die Mannschaft nicht ausschließt. 

Im Duell mit den Citizens rettete der Mann mit der Nummer 34 in höchster Not gleich zweimal, klärte zunächst einen Schuss von Raheem Sterling, dann noch einmal auf der Linie gegen Riyad Mahrez.

Xhaka stopfte viele Löcher, sorgte zugleich mit hohem Tempo dafür, dass das eigene Angriffsspiel ins Rollen kam.

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Arteta: Ein Vorbild für alle Teamkollegen

"Er ist ein Spieler, dessen Engagement über alles Normale hinausgeht", hatte Arteta bereits nach dem Norwich-Spiel bei arseblog.com Xhaka gewürdigt. "Er lebt für seinen Beruf und ist ein großartiges Vorbild für jeden seiner Teamkollegen."

Auch nach dem Finaleinzug nun gegen City hob Arsenals Coach den Schweizer und seine Wirkung auf die Kollegen hervor.

Wie genau sich der Wandel Xhakas vollzog, der während des Winter-Transferfensters noch mit einer Rückkehr nach Deutschland zu Hertha BSC in Verbindung gebracht wurde, wirkt im Nachhinein recht einfach zu beantworten.

Arteta scheint die Rolle des 1,85 Meter großen und 82 Kilogramm schweren Fighters mit dem starken linken Fuß klarer definiert zu haben. Soll heißen: Mehr Rustikales statt Kreatives. Lieber Ballbesitz sichern und Gefahren antizipieren, statt Schönspielerei und zu viel Risiko.

"Es war wichtig, ihm eine Gelegenheit zu bieten, aus seinen Fehlern zu lernen", sagte Arteta kürzlich dazu.

Womöglich wird es demnächst ja wieder ziemlich schön und sogar noch besser für Granit Xhaka im Trikot des FC Arsenal: Wenn er von Aubameyang vielleicht die Kapitänsbinde zurückbekommt.

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