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Die Betroffenheit nach der Niederlage gegen die Tottenham Hotspur war nicht nur bei Alexandre Lacazette zu spüren
Die Betroffenheit nach der Niederlage gegen die Tottenham Hotspur war nicht nur Alexandre Lacazette anzusehen © Getty Images
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München - Nach der bitteren Niederlage gegen Stadtrivale Tottenham steht Arsenal kurz davor, die Europa League zu verpassen - und droht, den Status als Top-Team einzubüßen.

Was passiert nach dem Gunners-Schock?

Der FC Arsenal hat nach der Pleite im Nord-London-Derby gegen Tottenham (1:2) das europäische Geschäft fast schon aus den Augen verloren. 

Drei Spieltage vor Schluss fehlen dem Team von Trainer Mikel Arteta bereits fünf Punkte auf den Europa-League-Rang sechs.(SERVCE: Die Tabelle der Premier League). Die größte Hoffnung für die Gunners ist der FA-Cup. Dort stehen sie im Halbfinale und könnten sich mit dem Titelgewinn für die Europa League qualifizieren. 

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Doch auch dann wäre längst nicht alles gut im Hause Arsenal. Nach der Derby-Niederlage gingen die englischen Medien besonders mit der Hintermannschaft hart ins Gericht. Wie sehr Abwehrchef David Luiz unter dem temporeichen Premier League Spiel inzwischen leidet, wurde besonders beim 1:1 von Spurs-Angreifer Heung-Min Son deutlich. Alexandre Lacacette hatte die Gunners zuvor mit 1:0 in Führung gebracht (16.). 

Kolasinac und Mustafi machen keine gute Figur

Sead Kolasinac hatte Luiz allerdings mit einem ungenauen Zuspiel vor dem Gegentreffer in die Bredouille gebracht. Und auch Shkodran Mustafi sammelte gegen Top-Torjäger Harry Kane keine Pluspunkte. 

Arteta sprach nach der Niederlage von einem "heftigen Rückschlag". Doch der Spanier ist ein Optimist und sieht seine Truppe trotz alledem auf einem guten Weg: "Wenn wir die Fehler minimieren und so spielen, werden wir viele Fußballspiele gewinnen." 

Ende 2019 hatte der ehemalige Assistent von Pep Guardiola die Gunners von Ex-Coach Unai Emery übernommen. In seinem 3-4-3-System lässt er deutlich offensiver spielen als sein Vorgänger. Eine Entwicklung der Mannschaft ist seitdem durchaus zu sehen.

Doch sollte seine Mannschaft zum ersten Mal dennoch seit 1994 die internationalen Wettbewerbe verpassen, stellt sich die Frage: Was nun, Arsenal? 

Seit 2017 keine Champions League

Denn das erklärte Ziel Champions League ist für den Klub aus Nord-London längst nicht mehr zu erreichen. Seit der Saison 2016/17 war der einstige Stammgast nicht mehr in der Königsklasse vertreten.

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Das schlägt sich auf die Einnahmen nieder. Großverdiener Mesut Özil versucht der Klub daher dringend im Sommer loszuwerden. Der Weltmeister von 2014 verdient rund 17 Millionen im Jahr. Der Sun zufolge liegen die Optionen des Spielgestalters entweder in der türkischen Süper Lig oder in der US-amerikanischen MLS. Özil selbst macht allerdings keine Anstalten, seinen gut dotierten Arbeitsplatz zu räumen.

Aus den vergangenen zwei Transferperioden steht zudem ein Transferminus von über 100 Millionen Euro zu Buche. Allein um das Financial Fairplay im Auge zu behalten, wird Arsenal wohl den unzufriedenen Top-Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang abgeben müssen. Wechselt der Gabuner nicht und sitzt seinen bis Sommer 2021 laufenden Kontrakt aus, gehen den Gunners bis zu 50 Millionen Euro Ablöse flöten. In dieser Situation könnte sich das der Klub kaum leisten.

Was mit Sorgenkind Mattéo Guendouzi passieren soll, darüber hält sich Arteta bedeckt. Der 21-Jährige spielt derzeit gar keine Rolle mehr. Nach mehreren Auffälligkeiten warf ihn der Coach sogar gänzlich aus dem Kader. Angeblich sind PSG und der FC Barcelona am hoch veranlagten Mittelfeldmotor interessiert. Arsenal muss ihn zu Geld machen. Zirka 40 Millionen Ablöse winken. 

Leihe Ceballos wichtig für Arteta

Sich ein Top-Team für die kommende Saison zurecht zu basteln, gestaltet sich unter den finanziellen Zwängen immer schwieriger. Beispiel: Mittelfeldmotor Dani Ceballos spielt unter Arteta in der spielstarken Zentrale eine wichtige Rolle. Arsenal will den von Real Madrid ausgeliehenen Spanier fest verpflichten. Doch der 23-Jährige weckt Begehrlichkeiten. Laut Express baggern auch der FC Valencia und der AC Milan an ihm.

Besonders in der Innenverteidigung muss Arsenal aufstocken. Es braucht Physis und Schnelligkeit, um dem Tempo der Top-Teams stand zu halten. Verteidiger-Talent Malang Sarr von OGC Nizza bringt diese Fähigkeiten mit. Das Problem: Auch RB Leipzig soll am 21-Jährigen Franzosen interessiert sein - ein zahlungskräftiger Champions-League-Teilnehmer.

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Weghorst Aubameyang-Nachfolger?

Im Sturm müsste Lacazette die Aubameyang-Lücke als verbliebener Top-Mann stopfen. Jedoch steht der Franzose in Verbindung mit Real Madrid. Als möglicher Neuzugang stand vergangene Woche Wolfsburgs Wout Weghorst im Raum. Der Knipser hat bei den Niedersachsen noch einen Vertrag bis 2023. Eine Ablöse von rund 30 Millionen Euro wäre fällig.

Im Angriff könnten immerhin Eigengewächse wie Eddie Nketiah (21) und Joe Willock (20) den nächsten Schritt gehen. Top-Talent Gabriel Martinelli (19) braucht wegen anhaltender Verletzungprobleme Zeit. 

Egal ob international oder nicht: Nach dieser Spielzeit droht dem FC Arsenal seinen Status als Top-Team vorerst zu verlieren. 

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