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Die Fans von Newcastle United müssen derzeit einiges mitmachen
Die Fans von Newcastle United müssen derzeit einiges mitmachen © Imago
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Newcastle United nimmt derzeit viel Geld ein für Tickets, die für die ausgeschlossenen Fans unbrauchbar sind. Das sorgt für Entrüstung - und eine starke Aktion.

Die Fans des englischen Erstligisten Newcastle United haben mit einer beachtlichen Aktion für Aufsehen gesorgt. Anstatt viel Geld für eine teures Pay-per-View-Angebot zu bezahlen, gaben sie ihr Geld lieber an die Bedürftigen der Region ab. 

Doch der Reihe nach: Nicht nur die Streaming-Kosten verärgerten die Fans zuletzt. Den treuesten Anhängern der Magpies wird dieser Tage übel mitgespielt. Denn viele von ihnen haben ihre Jahres-Karten für die neue Saison bereits bezahlt, da sie häufig langfristige Verträge mit dem Klub haben. Weil die Pandemie den Sport aber auch auf der Insel nach wie vor fest im Griff hat, sind die Eintrittskarten bis auf Weiteres nutzlos. Die Fans bleiben ausgeschlossen und vorerst auf den Kosten für die Tickets sitzen. 

Eine der führenden Fan-Gruppen, der Newcastle United Supporters Trust, schätzt, dass Newcastle bereits sieben Millionen Pfund durch im voraus bezahlte Jahreskarten eingenommen hat. Der Vorsitzende der Fan-Gruppe, Alex Hurst, sagte dem Guardian: "Der Klub hat uns bestätigt, dass von den Inhabern der insgesamt 30.000 Jahreskarten 18.000 mit Langzeitverträgen ausgestattet sind. Das bedeutet, dass einigen der loyalsten Fans des Klubs hunderte Pfund fehlen, in Zeiten, da das Geld unglaublich knapp ist." 

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Dies müsse umgehend gestoppt werden. "Die Idee, dass der Klub Fans zur Kasse bittet, für Tickets zu Spielen, die sie nie sehen werden, ist absurd. In Zeiten von Rekordzahlen bei der Arbeitslosigkeit ist das moralisch falsch."

Newcastle-Fans spenden Geld lieber

Zwar habe der Verein versprochen, das Geld zurück zu zahlen, sich aber nicht auf einen Zeitpunkt festgelegt. Doch damit nicht genug. 

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Denn viele Newcastle-Fans zahlen derzeit nicht nur für unbrauchbare Tickets. Auch für die Übertragung in Internet und TV mussten sie zuletzt tief in die Tasche greifen. Das 1:4 ihres Klubs gegen Manchester United am Samstag war teil eines umstrittenen Pay-per-View-Angebots der Premier League. Wer am Wochenende eines von mehreren ausgewählten Spielen sehen wollte, musste 14,95 Pfund zahlen (16,37 Euro). Zusätzlich zu sonstigen Abo-Kosten, die für das allwöchentliche Fußball-Vergnügen womöglich sonst ohnehin schon anfallen. 

Das ging einigen Anhängern dann doch zu weit, was uns zu der eingangs angesprochenen Fan-Aktion bringt: Unter dem Slogan "Charity not PPV" forderte eine gemeinnützige Kampagne die Fans auf, das Geld für die Spiel-Übertragung lieber zu spenden. Und viele Newcastle-Anhänger folgten dem Aufruf. Unter anderem für lokale Tafeln, die bedürftige Menschen ernähren, wurde so viel Geld eingesammelt. 

Über 20.000 Pfund spendeten alleine die Newcastle-Fans am Wochenende, berichtet die BBC

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