Für diese Stars wird es wegen Ronaldo bei Juve eng
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München - Wenn nach Cristiano Ronaldo auch noch Zinedine Zidane in Turin anheuern sollte, würde dies das Machtgefüge bei Juventus gewaltig durcheinander wirbeln.

Cristiano Ronaldo und Zinedine Zidane haben gemeinsam dreimal die Champions League mit Real Madrid gewonnen.

Der Superstar auf dem Feld und der charismatische Trainer auf der Bank waren die wichtigsten Faktoren für den Erfolg der "Königlichen" auf der europäischen Bühne.

Nun aber, nur zwei Monate nach dem letzten Finalsieg über den FC Liverpool, sind beide nicht mehr in Madrid. Erst trat Zidane zurück, dann wechselte Ronaldo zu Juventus Turin.

Schon im Oktober aber könnten beide Ikonen des Weltfußballs wieder vereint sein - beim italienischen Rekordmeister.

Zidane soll Sportdirektor unterstützen

Nach Informationen der Online-Zeitung Libertad Digital, eines liberalen Wirtschaftsmediums, will Juventus nach Weltfußballer Ronaldo nun auch Zidane nach Turin locken - als rechte Hand von Sportdirektor Fabio Paratici. 

Italienische Medien wollen dagegen aus Kreisen der "Bianconeri" erfahren haben, dass an dieser Meldung nichts dran ist.  

Dabei erscheint eine Wiedervereinigung der beiden Weltstars in Turin auf den ersten Blick durchaus plausibel. Schließlich hat es Zidane in den vergangenen Jahren zuletzt wie kein Zweiter verstanden, Ronaldo in den wichtigen Spielen zur Höchstform zu treiben.

Ronaldo: "Ich bin anders als alle anderen"

Ronaldo unter Zidane praktisch nie verletzt

Mit seiner Trainingssteuerung hat es "Zizou" außerdem geschafft, dass der portugiesische Europameister nur sehr selten verletzungsbedingt ausgefallen ist. In den großen Spielen für Real war Ronaldo immer topfit.

Auch wenn er bei Juventus eher im Hintergrund arbeiten und nicht täglich mit den Spielern auf dem Platz stehen würde, dürfte man bei Juve auf seine Erfahrung im Umgang mit CR7 großen Wert legen.

Darüber hinaus wäre ein Engagement bei der "Alten Dame" eine Rückkehr zu dem Verein, dem Zidane noch heute viel zu verdanken hat. "Im Herzen bleibe ich immer ein Juventino", hatte er noch im vergangenen Jahr vor dem Champions-League-Finale mit Real gegen Juve von seinem Ex-Klub geschwämt.

Juventus holte ihn 1996 von Girondins Bordeaux, in Turin wurde er zum Weltstar. Mit den Weiß-Schwarzen gewann Zidane in fünf Jahren zwar nie die Champions League. Doch mit Frankreich wurde er in dieser Zeit Welt- und Europameister, ehe es ihn 2001 zu Real Madrid zog.

Kehrt Zidane früher zurück?

Andererseits aber ist es mehr als fraglich, ob Zidane seine Auszeit vom Fußball in drei Monaten schon wieder beendet. Ursprünglich war damit gerechnet worden, dass er sich ein ganzes Jahr lang vom Stress des Daseins als Real-Trainer erholen wollte.

Außerdem würde er mit einer Rückkehr bei seiner alten Liebe ein gehöriges Chaos anrichten. Und das nur wenige Monate, nachdem Ronaldo das Gefüge der Mannschaft durcheinandergewirbelt haben dürfte.

Denn die Position, die sich Agnelli angeblich für Zidane vorstellt, gibt es bei Juventus schon längst. Als Verbindungsglied zwischen Mannschaft und Verein fungiert schon seit Jahren mit Pavel Nedved eine andere Juve-Ikone.

Der ehemalige tschechische Nationalspieler wurde 2001 ausgerechnet als Nachfolger von Zidane verpflichtet - und gewann mit Juventus vier Mal die italienische Meisterschaft.

Nachdem er seine aktive Karriere 2009 beendet hatte, stieg er ins Management des Vereins ein und pflegt bis heute den täglichen Kontakt mit den Spielern. Daran änderte auch seine Beförderung zum Vizepräsidenten vor drei Jahren nichts.

Juventus oder Katar?

Mit gemischten Gefühlen dürfte auch Trainer Massimiliano Allegri die Spekulationen um Zidane verfolgen. Sollten sich nicht die gewünschten Ergebnisse einstellen, wäre er wohl früher oder später seinen Job los - und mit dem erfahrenen Zidane der Nachfolger eventuell schon gefunden.

Womöglich bräuchte sich der langjährige italienische Erfolgscoach gar nicht so viele Gedanken über ein solches Szenario zu machen.  

Denn Zidane hätte noch eine weitere Option, sich der möglichen Langeweile ohne Fußball zu entziehen. Nach seinem Rücktritt als Real-Coach soll der katarische Verband mit der Bitte an ihn herangetreten sein, die Nationalmannschaft zur Heim-WM 2022 zu führen. Dafür würde er angeblich 200 Millionen Euro erhalten.

Ganz abwegig ist diese Vorstellung nicht. Schließlich hat Katar Zidane schon einmal für dessen Dienste fürstlich bezahlt: Als Botschafter für die WM in vier Jahren.

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