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Neapel und München - Im Winter 2018 geriet Amin Younes mit Ajax Amsterdam überkreuz. Es begann eine schwierige Zeit für den Linksaußen. Seit dem Frühjahr zeigt er in Neapel aber alte Stärke.

Die Karriere von Amin Younes verläuft alles andere als geradlinig. Als er 2015 Deutschland verließ und sich Ajax Amsterdam anschloss, versprach er sich einen großen Karrieresprung. Diesen scheint er nun vier Jahre später zu vollziehen.

"Ich habe Fehler gemacht. Ich habe den falschen Menschen vertraut, war naiv. Das kreide ich mir an", zeigte sich Younes im Spätsommer 2018 in einem dpa-Interview geläutert: "Es war klar, dass ich im Sommer 2018 ablösefrei sein werde. Deshalb haben mir manche Leute Flöhe ins Ohr setzen wollen. Und ich habe sie mir leider reinsetzen lassen."

Amin Younes hatte seinen Wechsel zu Neapel schon im Winter 2017 forciert und sich dadurch bei Ajax ins Aus geschossen.

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Nachdem Younes dann auch noch eine Einwechslung in einem Ligaspiel verweigert hatte, wurde er danach nur noch in der zweiten Mannschaft "Jong Ajax" eingesetzt. Als er sich im Juni 2018 auch noch einen Achillessehnenriss zuzog, bangte Linksaußen um seine Karriere, die nun doch wieder Fahrt aufnimmt.

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Ancelottis Geduld zahlt sich aus

Denn trotz Verletzung und einer Halbserie ohne großartige Einsätze im professionellen Fußballgeschäft holte ihn Carlo Ancelotti im Sommer 2018 nach Italien. Der neue Trainer der SSC Neapel war überzeugt vom heute 25-Jährigen.

Bis in den Dezember machte er kein einziges Spiel für den italienischen Traditionsklub, kam dann Mitte Dezember zu einem Kurzeinsatz über 17 Minuten. Dem ruhigen und loyalen Umgang von Carlo Ancelotti mit seiner Verletzung zollte er großen Respekt: "Mit einem Trainer wie Carlo Ancelotti zu arbeiten, ist ein großer Ansporn."

Im Januar der Schock: Vor dem Rückrundenstart bereitete die Achillessehne erneut Probleme - wieder kein Spiel bis März. Die Saison war fast schon Geschichte, da erhob sich Amin Younes wie der Phoenix aus der Asche.

Am 17. März erzielte er beim ersten Startelf-Einsatz für Neapel gegen Udine gleich seinen ersten Treffer. Für Ancelotti war das keine Überraschung: "Er hat ernsthaft und professionell gearbeitet, weil es ihm gut geht."

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Debüt-Tor war nur der Anfang

Es begann ein echter Lauf für Younes. Schon eine Woche später gelang ihm der nächste Treffer gegen die AS Rom.

Bis zum Saisonende sollte der Deutsche in insgesamt zwölf Serie-A-Spielen an sieben Toren direkt beteiligt sein. Die Geduld Ancelottis zahlte sich aus. Auch Younes zeigte sich im Gespräch mit dem kicker hochzufrieden mit dem Saisonende: "Ich musste anfangs sehr viel schlucken, aber Leistung und Arbeit waren die besten Antworten, die ich als Fußballer geben konnte."

Telefonat mit dem Bundestrainer

So erhielt er auch von anderer Seite wieder positive Rückmeldung. Er habe mit Bundestrainer Joachim Löw ein "nettes Gespräch" geführt. "Er hat sich für mich gefreut, dass der Fokus wieder auf dem Fußball liegt und meine Formkurve nach oben zeigt. Löw sagte nicht, ich werde bald wieder dabei sein. Doch ich war über sein Interesse und den Anruf wirklich glücklich, denn es ist grandios, für Deutschland aufzulaufen."

Nach seinem Nationalmannschaftsdebüt 2017 war Younes gleich mit zum Confederations Cup nach Russland gefahren, wo er zwei Kurzeinsätzen kam. Im Halbfinale schoss Younes das Tor zum 4:1-Endstand gegen Mexiko. Nach dem Turniersieg stand der Dribbler noch vier Mal im DFB-Kader, wurde dann seit Oktober 2017 nicht mehr nominiert.

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Sollte Amin Younes seine Leistung aus den letzten Spielen der Serie-A-Saison allerdings im neuen Spieljahr weiter abrufen können, stehen die Chancen auf eine Rückkehr in die Nationalmannschaft wohl nicht schlecht.

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