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Italien-Legionär Robin Gosens spricht bei SPORT1 über seine Entdeckung, die erste Teilnahme an der Champions League, Zlatan Ibrahimovic und den Traum von der Bundesliga.

"Am verrücktesten ist der Moment, wenn ich hinterher mit den ganzen Stars abklatsche. Dann denke ich: Alter, what the f*ck."

Diese Worte klingen, als kämen sie von einem Fan, der gerade seine großen Idole getroffen hat. Tatsächlich stammen sie aber von einem 25 Jahre alten Deutschen, der die internationale Profi-Bühne im Sturm erobert hat.

Gosens: "Habe einfach mein Leben gelebt"

Die Karriere des Robin Gosens ist in der Tat beeindruckend. Mit 18 Jahren war er noch beim Niederrheinligisten VfL Rhede in der A-Jugend aktiv und tat die Dinge, die ein Jugendlicher eben so macht.

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So auch vor dem Tag seiner Entdeckung, als er einem Scout von Vitesse Arnheim eher zufällig aufgefallen war. "Ja, ich war mit den Jungs draußen. Wir hatten immer das Gefühl, dass es besser läuft, wenn wir vorher unterwegs sind", erklärte er bei Split It!, dem interaktiven SPORT1-Format auf Instragram. Auf die Frage, ob er mit Restalkohol im Blut gespielt habe, antwortete Gosens lachend: "Das kann ich jetzt natürlich nicht beweisen, aber die Wahrscheinlichkeit ist da."

Bergamo mit Remis gegen Manchester City 

Mittlerweile ist der gebürtige Emmericher für Atlanta Bergamo aktiv - und spielt dieses Jahr erstmals in der Champions League. "Wir genießen das noch. Uns ist jetzt aber bewusst geworden, dass wir gar nicht so schlecht kicken können", meinte Gosens mit Blick auf das 1:1 gegen den englischen Meister Manchester City am vergangenen Spieltag.

An das Gefühl, Champions League spielen zu dürfen, wird sich der Deutsche nach eigener Aussage womöglich nie gewöhnen. Die Chancen, sich auch in der nächsten Saison auf dem internationalen Parkett präsentieren zu können, stehen gut. Auf Platz fünf stehend beträgt der Rückstand Bergamos auf einen CL-Platz in der Serie A nur zwei Punkte. Mit drei Toren und zwei Vorlagen in zehn Spielen ist Gosens maßgeblich daran beteiligt, Platz drei aus dem Vorjahr zu bestätigen.

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Zlatan-Rückkehr? "Wäre geil!"

Ein erneute Rückkehr von Zlatan Ibrahimovic in die Serie A würde der Linksverteidiger derweil begrüßen. "Das würde mich freuen und ich würde direkt versuchen, das Trikot abzustauben. Ist doch geil, wenn die Topspieler in die Liga kommen, in der man selbst spielt." Und wie fände er einen Transfer des Schweden zu Atalanta? "Das wäre natürlich noch geiler. Aber ich glaube, das könnte gehaltstechnisch schwer werden", erklärte Gosens.

Einen Wechsel von Ibrahimovic zum SSC Neapel könnte sich Gosens gut vorstellen. Aus seiner Sicht würden die heißblütigen Fans aus dem Süden Italiens gut zur Mentalität des Schweden passen.

Rassismus in Italiens Stadien

Ein Problem in Italien ist der immer wiederkehrende Rassismus. Für Gosens ein Unding. "Wenn man hinter einem Verein steht als Fan, dann sollte man hinter JEDEM stehen und nicht irgendwelche für minderwertig erachten und - durch irgendwelche Affengeräusche - niedermachen."

Der 25-Jährige fordert, klare Kante zu zeigen, um den Rassismus aus den Stadien und der Gesellschaft zu verbannen. Sein Statement: "Wir sind meiner Meinung nach an einem Punkt angelangt, an dem nun wirklich jedem klar sein sollte, dass jeder Mensch gleich ist. Und Leute, die das nicht verstanden haben, die haben - glaube ich - ein riesengroßes Problem mit sich selbst."

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Traumziel Schalke - DFB-Team im Hinterkopf

Als großer Schalke-Fan macht Gosens keinen Hehl daraus, wo er gerne mal spielen würde. "Ich habe immer gesagt, dass Schalke mein Herzensverein ist. Wenn man sich jetzt aussuchen darf, wo man spielen kann, nimmt man natürlich den Herzensverein."

Im Hinblick auf die aktuelle Situation bei den Königsblauen hebt er besonders Trainer David Wagner hervor. "Er versucht, Vollgas-Fußball zu spielen, spielt ein richtig geiles Pressing nach vorne, sucht immer mit fast allen Spielern den Weg nach vorne, versucht, zwischen die Linien zu spielen. Das ist schon ein Trainer, der eine richtig geile Philosophie hat."

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Bei der Thematik Nationalmannschaft bleibt Gosens beschenden: "Bei meinem Weg bin ich mir auch bewusst, dass Nationalmannschaft sowieso absurd klingt für mich und nur ein Bonus wäre für all das. Ich kämpfe hart dafür, werde weiter meine Leistung abrufen. Und dann schauen wir mal, was dabei herauskommt."

Dennoch weiß auch der Senkrechtstarter, dass er durch sein spielerisch hohes Niveau als Stammspieler in der Champions League, nicht mehr sehr weit vom DFB-Team entfernt sein kann. 

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