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Schulz
Schulz © Marc Tirl/Getty Images
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Ismaning - Für Ex-Profi Axel Schulz hätte der Mega-Fight in London auch ganz anders enden können. Joshua müsse sich weiter beweisen: Klitschko war lediglich die erste große Hausnummer.

Nach dem verlorenen Mega-Fight von Wladimir Klitschko gegen Anthony Joshua macht Ex-Boxprofi Axel Schulz im Gespräch mit SPORT1 deutlich, wie knapp Sieg und Niederlage im Schwergewicht beieinander liegen.

Der K.o. in der elften Runde sei unglücklich gewesen. Klitschko hätte genauso als Sieger aus dem Kampf gehen können, denn im Schwergewicht könne ein einziger Schlag einen Kampf entscheiden: "Wenn Wladimir nach seinem Treffer in der sechsten Runde noch mehr Power gehabt hätte, wäre der Kampf vielleicht anders ausgegangen."

Zwar hat Klitschko nun zum zweiten Mal in Folge einen Kampf verloren, doch Schulz sieht zumindest eine Besserung im Vergleich zur letzten Niederlage: "Als Klitschko gegen Fury geboxt hat, kam er mit dessen unorthodoxem Stil nicht klar. Aber mit Joshua hatte er jemanden, der mitboxt. Der Kampf war von beiden sensationell."

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Revanche oder Rücktritt?

Für die große verbleibende Frage - ob sich Klitschko nach dieser Niederlage um eine Revanche gegen Joshua bemühen oder sich lieber aus dem Profigeschäft zurückziehen soll - hat auch Schulz keinen Rat.

"Er muss selbst entscheiden, wie er weitermacht. Wladimir muss sich in Ruhe hinsetzen mit seinem Team und seiner Frau entscheiden, welchen Weg er gehen will."

Neue Impulse im Schwergewicht

Eines steht für Schulz fest: Beide Boxer haben am Samstagabend ihren Teil zu einem tollen Kampf und auch zur Zukunft des Boxens beigetragen.

"Der Kampf hat dem Schwergewicht neue Impulse gegeben - dass man sich auch mit 110 Kilo leichtfüßig im Ring bewegen kann. Und er hat dem Schwergewicht neuen Glanz verliehen. Die Menschen haben gesehen, dass mit Joshua frischer Wind reinkommt. Das war ein Riesenschritt für das Boxen", so Schulz.

Klitschko war erster Härtetest

Der Sieg über Klitschko dürfte dem 27-jährigen Joshua weiteren Aufwind in seiner Karriere verleihen. Die Chance, das Schwergewicht in Zukunft zu dominieren, besteht. Doch Schulz stellt auch fest, dass Klitschko nur der erste richtig große Gegner war, den der Brite besiegt hat.

"Seine Bilanz von 19 Kämpfen und 19 K.o.-Siegen ist beeindruckend, doch der Kampf gegen Klitschko war der erste Härtetest für ihn. Man muss auch abwarten, vielleicht wird sein nächster Kampf nicht so gut."

Ob Joshua tatsächlich das Zeug zum Klitschko-Erben hat, wird sich erst noch zeigen. Zumal auch die Konkurrenz nicht schläft: "Es werden einige aus den USA und England versuchen, ihm das streitig zu machen", sagte Schulz.

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