Episch und umstritten: Der blutige Giganten-Fight
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München - Nach dem Mega-Fight zwischen Canelo Alvarez und Gennadi Golowkin üben zahlreiche Box-Fans Kritik. Oscar de la Hoya verspottet sie als "Tastatur-Krieger".

Der Mega-Fight zwischen Gennadi Golowkin und Saul "Canelo" Alvarez hat bei vielen Box-Fans einmal mehr einen schalen Beigeschmack hinterlassen.

Das knappe Urteil der Kampfrichter zu Gunsten von Sieger Alvarez wird von vielen Fans und Experten kritisiert, auch Golowkin und dessen deutscher Promoter Tom Löffler ließen deutlich durchblicken, dass sie den Punktsieg für den neuen Mittelgewichts-Weltmeister zwar akzeptieren, aber für ungerecht halten.

Nun hat sich der Promoter des Siegers, Box-Legende Oscar de la Hoya, in einem offenen Brief gewehrt.

Oscar De La Hoya ist Chef von Golden Boy Promotions
Oscar De La Hoya ist Chef von Golden Boy Promotions © Getty Images

Canelo-Promoter verspottet "Tastatur-Krieger"

Der 45-Jährige bezeichnete die Kritik als das Werk von "Keyboard-Warriors" (Tastatur-Kriegern): "Falls ich es zulasse, dass die solche Leute ein solches Mega-Event herabwürdigen, würde ich dem Sport, den ich so liebe, einen Bärendienst erweisen."

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Zudem verteidigte der erste Boxer, dem es gelang in sechs verschiedenen Gewichtsklassen Weltmeister zu werden, die Ansetzung der Punktrichter aus den USA.

"Nach dem Ergebnis des ersten Kampfes wurden die drei Kampfrichter von der Nevada State Athletic Comission unter höchster Sorgfalt ausgewählt. Sie sahen genau wie alle anderen einen knappen, umkämpften Kampf und haben ihn genau als solchen gewertet", schrieb er.

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De la Hoya verteidigt Wertung

Die Punktrichter Dave Moretti und Steve Weisfeld sahen den 29-jährigen Alvarez mit 115:113 vorn, Glenn Feldman (alle USA) wertete den Kampf mit 114:114. Der zuvor ungeschlagene Golowkin verlor somit die Titel der Verbände WBC, WBA (Super-Version) und IBO an seinen mexikanischen Herausforderer.

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Die in Sozialen Netzwerken weit verbreitete Meinung, Golowkin hätte den Sieg aufgrund der Mehrzahl an Schlägen verdient gehabt, teilt de la Hoya nicht: "Falls es im Boxen nur darum geht, möglichst viel zu schlagen, haben wir einen ganz anderen und weniger interessanten Kampf. Es geht um klares und sauberes Boxen sowie um effektive Aggressivität und Defensive. Nach diesen Kriterien entscheiden die Richter, welcher Boxer die jeweilige Runde gewinnt."

Dir Kritik von Golowkins Promoter Löffler nannte de la Hoya "den Kommentar, der mich vielleicht am meisten enttäuscht hat, denn er kommt von jemandem, der den Sport eigentlich kennt."

Löffler hatte beklagt: "Aus irgendeinem Grund scheinen wir in Vegas keine Entscheidung gegen Canelo zu bekommen." De la Hoya widersprach: "Natürlich kann GGG auch in Vegas nach Punkten gewinnen." Er müsse gegen einen solchen Gegner nur eben besser boxen.

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