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Hamburg - IBO International Champion Artem Harutyunyan verteidigt in Hamburg seinen Titel gegen einen Argentinier. Vor dem Showdown erklärt er, warum Tattoos mehr schmerzen als Boxen.

Im Sommer 2016 machte sich Artem Harutyunyan bei allen Box-Fans in Deutschland einen Namen.

Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro gewann der deutsche Profi-Boxer mit armenischen Wurzeln Bronze im Superleichtgewicht (bis 63,5 Kilo) - und holte damit die erste olympische Medaille eines deutschen Boxers seit 2004.

Am Samstagabend steigt der Universum-Athlet beim ersten große Box-Highlight des neuen Jahres in Hamburg in den Ring und verteidigt seinen IBO International-Gürtel. (Der Boxabend in Hamburg am Samstag ab 21 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM)

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Harutyunyan denkt gerne an Olympia-Triumph

"Ich kann garantieren, dass wir sehr schöne Kämpfe liefern. Ich habe einen sehr starken Gegner und werde mein Bestes geben", verspricht der Profi der Universum Boxpromotion vor dem Kampf bei SPORT1.

An seinen Olympia-Triumph erinnert er sich immer noch sehr gerne zurück. "Ich reflektiere meine Vorbereitung und die Art und Weise, wie ich damals geboxt habe, um zu wissen, ob ich mich mit der Zeit gesteigert und verbessert habe", erzählt der 29-Jährige.

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Ungeschlagener Harutyunyan bereit für WM-Kampf

Seit 20 Jahren steht Harutyunyan, der als Baby mit seiner Familie aus Armenien nach Deutschland flüchtete, im Ring. 20 Jahre Disziplin, Fleiß und Hingabe für sein großes Ziel, den Weltmeistertitel.

Auch, wenn er sich auf das Hier und Jetzt konzentriert und nicht so weit in die Zukunft blicken will, sagt Harutyunyan: "Ich bin bereit, große Herausforderungen anzunehmen und eine Weltmeisterschaft zu boxen. Ob das in diesem oder im nächsten Jahr soweit ist, spielt keine Rolle, ich bin immer bereit dazu. Ich spüre, dass ich bereit bin, mich mit den Besten der Welt zu messen."

In seinen bislang acht Profi-Kämpfen (Debüt 2017) ist er ungeschlagen, in seinem neunten Profi-Kampf bekommt es "The Original" nun mit Miguel Cesario Antin aus Argentinien zu tun.

Sein 26 Jahre alter Gegner war ihm zuvor noch nicht geläufig: "Ich kenne die Namen der Weltmeister in meiner Klasse nicht. In der unmittelbaren Kampfvorbereitung schaue ich nur ein paar Runden meines Gegners auf Video an. Das reicht mir, den Rest sehe ich dann ja im Ring."

Harutyunyan hat Leidenschaft für Tattoos

Neben dem Boxen hat Harutyunyan, dessen Idol Floyd Mayweather ist, noch eine weitere große Leidenschaft: Tattoos. Sein erstes ließ er sich gleich nachdem er volljährig wurde stechen. Im Laufe der Jahre kamen dann immer mehr dazu.

Vergleicht der 29-Jährige seinen beiden Leidenschaften miteinander, steht für ihn fest: "Sich tätowieren zu lassen tut mehr weh als Boxen. Beim Boxen achte ich darauf, dass ich nicht so oft getroffen werden. Beim Tätowieren wird man von der Nadel ja dauernd getroffen".

Auch den Medaillengewinn bei Olympia verewigte er mit zwei Samurai-Kämpfern auf seinem rechten Arm: "Die Kämpfer symbolisieren meinen Bruder und mich. Die letzten Überlebenden auf dem Schlachtfeld. Weil ich der letzte Boxer war, der aus der Nationalmannschaft noch im Rennen war und am Ende das deutsche olympische Boxen gerettet hat", erklärte Harutyunyan, dessen älterer Bruder Robert (30 Jahre) ebenfalls boxt.

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Harutyunyan mit Tochter seines Trainers liiert

Er sollte am Samstag ebenfalls in Hamburg in den Ring steigen, wurde jedoch in der Vorbereitung von einer Erkältung zurückgeworfen. "Er wird mich dann beim Kampf in der Ecke unterstützen", sagt Harutyunyan.

Neben seinem Bruder und seinen Eltern hat er auch zu seinem Trainer Artur Grigorian eine ganz besondere Beziehung, denn seit vier Jahren ist er mit dessen Tochter Karina liiert: "Wir haben ein gutes Verhältnis und können Arbeit und Privatleben gut trennen. Tagsüber ist er mein Trainer, außerhalb der Trainingshalle dann wieder mein Schwiegervater."

Einschätzung von SPORT1-Box-Experte Tobias Drews:

"Ausgerechnet Superleichtgewicht. Da hat sich Artem Harutyunyan eine der sportlich schwersten Gewichtsklassen ausgesucht. Regis Prograis (USA) und Josh Taylor (Schottland) lieferten sich vor kurzem den Kampf des Jahres 2019 - im Finale der World Boxing Super Series (WBSS) um die Ali-Trophy. Artem muss sich also auf einiges gefasst machen, wenn er die Weltspitze angreift. Das Rüstzeug ist sicher vorhanden, die olympische Medaille ein guter Indikator. Die nächsten drei bis vier Kämpfe werden Aufschluss darüber geben, wie weit der Weg von Artem gehen kann."

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