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München - Tyson Fury kämpft gegen Deontay Wilder um den WM-Gürtel der WBC. Für den exzentrischen Schwergewichtler mit der abwechslungsreichen Vergangenheit ein besonderer Kampf.

Das größte Box-Spektakel des Jahres steht unmittelbar bevor!

In der Nacht auf Sonntag deutscher Zeit kämpfen Deontay Wilder und Herausforderer Tyson Fury im Schwergewicht im legendären MGM Grand von Las Vegas um den ruhmreichen Gürtel der WBC.

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Es ist nicht das erste Aufeinandertreffen der Schwergewichts-Asse. Wilder und Fury hatten sich am 1. Dezember 2018 in Los Angeles unentschieden getrennt. In diesem Duell hatte Wilder am 1. Dezember den Briten zweimal am Boden, dennoch sahen viele Experten Fury am Ende vorn. 

Duell der Unbesiegten

Fury ist in 30 Kämpfen noch unbesiegt, neben dem Remis stehen 29 Siege (20 K.o.) zu Buche. Wilder ist ebenfalls unbezwungen, er gewann seine anderen 42 Kämpfe, 41 davon vorzeitig.

Speziell für Fury ist das Rematch für seine weitere Karriere von besonderer Bedeutung. Es ist eine große Chance, nach seiner Vergangenheit mit vielen Höhen und Tiefen wieder auf den Box-Olymp zu gelangen - und wohl seine letzte. Dem Sieger winkt ein Vereiningungskampf gegen Mehrfach-Champion Anthony Joshua (WBA, WBO, IBF). 

Fury: Vom Champion zum Dopingsünder

Der exzentrische Fury hat das Schwergewichtsboxen im vergangenen Jahrzehnt mitgeprägt. Er wurde überraschend zum Weltmeister, es folgte ein bitterer Absturz mit Drogen, Depressionen und Übergewicht - und dann ein ebenso bemerkenswertes Comeback, das jetzt mit einem Sieg gegen den US-Amerikaner Wilder die Krönung erfahren soll. 

Besonders die letzten fünf Jahre waren für Fury ein stetes Auf und Ab. Sieben Jahre nach seinem ersten Profikampf und den ersten Skandalen abseits des Boxringes bestritt der "Gypsy King" am 28. November 2015 den Kampf seines Lebens. In Düsseldorf besiegte er den zuvor seit über elf Jahren ungeschlagenen Wladimir Klitschko nach zwölf Runden einstimmig nach Punkten und wurde neuer Schwergewichts-Weltmeister der vier Verbände WBA, WBO, IBF und IBO. 

Die Freude darüber sollte aber nicht lange halten. Wegen gesundheitlicher Probleme musste Fury zwei Mal einen Rückkampf gegen Klitschko verschieben. Dazu kamen erste Dopinggerüchte. Die britische Antidoping-Agentur UKAD sperrte ihn später für zwei Jahre. Am 22. September 2016 wurde er von der amerikanischen Anti-Doping-Agentur positiv auf Kokain getestet worden.

Fury erklärte zehn Tage später seinen Rücktritt, um ihn wenige Stunden später danach zu widerrufen. Mitte Oktober 2016 gab er dann die Weltmeistertitel der Verbände WBO, WBA und IBO zurück.

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Fury stürzte ab. Kokain, Drogen, Alkohol, Depressionen. Mehr als 170 Kilo brachte der 2,06-Meter-Hüne zwischenzeitlich auf die Waage. Ein Comeback rückte, auch wegen der aus dem Kokainmissbrauch resultierenden zweijährigen Dopingsperre, in weite Ferne.

Dieses gab er dann am am 9. Juni 2018 gegen den Albaner Sefer Seferi. Nach einem weiteren Aufbaukampf gegen Francesco Pianeta aus Deutschland folgte dann der erste Fight gegen Wilder. 

Fury zu Wilder: "Du großer Penner"

Wie wichtig Fury jetzt der anstehende Rückkampf ist, zeigt, dass er im Vorfeld des Kampfes in aus der Vergangenheit gewohnter Weise keinen Trick und keinen Spruch ausließ, um Wilder zu provozieren. 

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Bestes Beispiel dafür war die finale Pressekonferenz am Mittwoch. "Du großer Penner. Du wirst ausgeknockt", sagte Fury in Richtung Wilder. "Ich bin der Mann, der Wladimir Klitschko geschlagen hat. Ich habe dir deinen größten Zahltag beschert. Du bist ein Penner - nicht einmal in deinem Land kennen dich die Leute", tönte er weiter.

Fury hält Hände in Benzin

Zudem setzte der 31-Jährige in der Vorbereitung auf einen ungewöhnlichen Trick. Inspiriert von einem Kämpfer, der seine Kämpfe mit bloßen Fäusten austrägt, tauchte er seine Hände jeden Tag fünf Minuten in Benzin. "Er hat mit gesagt, dass meine Fäuste härter werden, wenn ich sie in Benzin tauche", sagte Fury. 

Die Macher des Kampfes reiben sich jetzt schon die Hände, angeblich ist bereits ein drittes Duell geplant.

Die Arena im MGM mit 17.000 Plätzen ist restlos ausverkauft, auf dem Schwarzmarkt wurden Tickets für 10.000 Euro angeboten. Beim Pay-Per-View rechnet man allein in den USA mit zwei Millionen Kunden. Alles ist angerichtet für das größte Box-Spektakel des Jahres.

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