Lesedauer: 3 Minuten
teilenE-MailKommentare

München - Mike Tyson hat die Dopingfahnder jahrelang mit fremdem Urin ausgetrickst. Nun gesteht er, dass er auch den eigenen Nachwuchs dafür einspannte.

Box-Legende Mike Tyson hat eine Karriere voller Höhen und Tiefen hinter sich - zu deren Geschichte auch ein dreister und systematischer Doping-Betrug gehörte.

Der ehemalige Weltmeister im Schwergewicht war 2001 positiv getestet worden, ihm war die Einnahme von Marihuana nachgewiesen worden. 2013 gestand er in seiner Autobiografie "Undisputed", dass er sich noch durch viele weitere Tests geschummelt hätte - mit Fremdurin.

Im Vorfeld seines großen Comeback-Fights gegen Roy Jones Jr. hat der "Baddest Man on the Planet" sein Geständnis nun mit neuen Details angereichert: Der achtfache Familienvater nutzte auch Urin seiner Kinder.

Anzeige

Mike Tyson plaudert Betrug freimütig aus

In seinem Podcast Hotboxin', in dem ironischerweise der renommierte Ex-Dopingjäger Jeff Novitzky zu Gast war, plauderte Tyson seine Tricksereien freimütig aus.

"Das war der Hammer, Mann. Ich habe den Urin meines Babys reingeschüttet. Und einmal habe ich den Urin meiner Frau benutzt", erzählte Tyson. Seine Frau habe ihn allerdings darauf hingewiesen, dass er auffliegen könnte, sollte sie schwanger sein. Also nutzte er nur noch Urin seines Kindes.

Novitzky, der einst im staatlichen Auftrag der nationalen Gesundheitsbehörde diverse Doping-Skandale aufdeckte und Sünder wie Lance Armstrong, Marion Jones und Barry Bonds überführte, wusste zu berichten, dass Tysons Befürchtung begründet war: "Ich glaube, das ist schon mal passiert. Ein Mann gab eine Urinprobe ab, die kam zurück und sie sagten: 'Sir, Sie sind schwanger. Entweder sind Sie schwanger oder es ist der Urin von jemand anderem.'"

Er meinte womöglich den kuriosen Fall des Basketballers D.J. Cooper im vergangenen Jahr - wobei Tyson sich an eine ähnliche Episode aus aktiven Zeiten zu erinnern glaubt.

"Ich glaub, dass ich davon gehört hatte. Deshalb hatte ich Angst", antwortete Tyson dem nun für die Kampfsportliga UFC arbeitenden Novitzky und fügte hinzu: "Ich hatte einen braunen Whizzinator. Aber der Typ war so ein verdammter Macho. Ich holte ihn raus und er sagte: 'Hey, Mann, nimm den Becher.' Dieser Macho wollte mich nicht anschauen."

Tyson vertuschte mit "Whizzinator" Konsum von Drogen

Nach eigenen Angaben hat Tyson "nur" betrogen, um seinen Marihuana- und Kokain-Konsum zu vertuschen, den Gebrauch von Steroiden oder anderer Mittel bestreitet er bis heute.

DAZN gratis testen und Kampfsport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE 

Als Betrugsmittel nutzte er einen sogenannten "Whizzinator", eine gefälschte Penisprothese mit einem Schlauch, der zu einem Beutel voller Urin führt. Seit den Anfängen der Urinprüfung haben Sportler immer wieder versucht, den Urin anderer als ihren eigenen auszugeben. Deshalb lassen die Kontrolleure Athleten tatsächlich vor sich urinieren.

Meistgelesene Artikel

Mit den falschen Prothesen ist selbst dann eine Täuschung möglich. Der "Whizzinator" sieht aus wie echt. Der Sportler muss lediglich auf einen Beutel zwischen seinen Oberschenkeln drücken und den Probenbecher mit sauberem Urin füllen.

Tyson ging den Kontrolleuren 2001 trotzdem ins Netz, sein Sieg über Andrew Golota wurde wegen eines Marihuana-Funds annulliert, Tyson war bereits vorher für drei Monate gesperrt worden, nachdem er eine Kontrolle vor dem Kampf abgelehnt hatte. Tyson hatte im Herbst 2000 gegen Golota gekämpft, zwei Jahre nach dem Ende seiner Sperre wegen des Ohrbisses gegen Evander Holyfield.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image