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Edge trifft bei WrestleMania auf Randy Orton
Edge trifft bei WrestleMania auf Randy Orton © WWE
Lesedauer: 7 Minuten
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München - Die Mega-Show WrestleMania 36 findet in der kommenden Woche ohne Fans statt. SPORT1 hat sich umgeschaut und erklärt, wie die WWE-Stars darüber denken.

Während alle wichtigen Sportligen der Welt pausieren, hält die größte Wrestling-Liga der Welt WWE an ihrem Zeitplan fest. Die größte Show des Jahres, WrestleMania 36, wird anstatt vor euphorisierten Fans zum Geisterevent. Was halten die Protagonisten von dieser Entwicklung?

Geplant war eine berauschende Party vor circa 80.000 Fans aus der ganzen Welt im Raymond James Stadium in Tampa. Doch wie fast alle Sportevents auf der Welt fiel auch dieser Plan der Coronavirus-Pandemie zum Opfer. Ein WrestleMania, wie man es kennt und sich wünscht, kann es dieses Jahr aus bekannten Gründen nicht geben.

Da die Ansteckungsgefahr viel zu hoch wäre, haben sich die WWE-Offiziellen beraten und sind am 16. März zur Entscheidung gekommen, den Ablauf des Events zu ändern. Doch während Großereignisse wie die Fußball-Europameisterschaft oder die Olympischen Sommerspiele verschoben werden, findet WrestleMania 36 wie geplant statt.

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Unter dem Slogan "Too big for just one night" haben sich die WWE-Superstars bereits in dieser Woche ohne jegliche Zuschauer im WWE Performance Center in Orlando gegenüber gestanden. All dies soll über zwei Tage am 4. und 5. April ausgestrahlt werden. Selbst der Verzicht von Roman Reigns und anderer bisher unbekannter Stars scheint an diesen Plänen nichts geändert zu haben.

Banks will wie mit Fans performen

Das größte Event des Jahres kommt in diesem Jahr also voraufgezeichnet aus der gleichen Arena, die normalerweise dazu dient, die Zukunft der Promotion zu formen. Seit ein paar Wochen dient das Ausbildungszentrum bereits als Heimat für die Wochenshows RAW, SmackDown und NXT.

Was halten aber die Protagonisten und andere Wrestling-Persönlichkeiten von dieser Entwicklung? Steht das Roster hinter der Entscheidung oder hätten die Stars eine Verschiebung beziehungsweise gar eine Absage bevorzugt? SPORT1 zeichnet ein Bild über die Gemütslage der Stars.

Wissenswertes zum Thema Wrestling

Sasha Banks, die bei WrestleMania eine der vier Kontrahentinnen Bayleys um deren SmackDown Women's Title ist, äußerte sich in einem seltenen, nicht von ihrem Gimmick geprägten Post auf Instagram.

Es schmerze, dass Fans, die dafür lange Geld gespart haben, nicht in der Lage sein werden, das Event zu besuchen. Vor allem seien Fans nicht nur da, um die Show zu sehen, sie seien vielmehr Bestandteil davon. Dennoch habe Sicherheit und Gesundheit aller Fans die höchste Priorität. Jeder Superstar werde versuchen, eine den Zuschauern würdige Show auf die Beine zu stellen. Sasha werde dabei performen, als ob die Fans tatsächlich da wären.

Das Statement von Sasha Banks
Das Statement von Sasha Banks © Instagram/@sashabankswwe

Per Twittter dankte Banks außerdem WWE-Boss Vince McMahon und legte damit nahe, dass sie hinter der Entscheidung einer Veranstaltung ohne Fans steht.

Edge: "Von Verantwortung befreien"

Reaktionen mit einer ähnlichen Aussage tätigten auch andere weibliche Stars wie Peyton Royce (IIconics), Nia Jax, Liv Morgan, die ehemalige WWE-Ringsprecherin Lilian Garcia und Paige. Alle hoben in ihren Statements hervor, dass WWE in solch schweren Zeiten weiter versuche, die Fans abzulenken und glücklich zu machen.

Paige unterstützte die Aktionen rund um WrestleMania
Paige unterstützte die Aktionen rund um WrestleMania © Twitter/@RealPaigeWWE

Ebenso positiv äußerte sich der beim Royal Rumble zurückgekehrte Edge zum Thema. In einem Conference Call von WWE ließ der WrestleMania-Gegner von Randy Orton verlauten, dass besonders unter den jetzigen Umständen die Unterhaltung der Fans wichtig sei.

Dabei verwies er auf die Verantwortung, die Wrestler für Menschen in diesen komplizierten Zeiten haben. Es gehe darum, sie "für zwei bis drei Stunden von ihrer Verantwortung zu befreien" und zum Lachen und Spaß haben zu bringen. Dies sei "ebenso ein Privileg und eine Ehre."

Im Interview mit dem englischen Portal Metro untermalte er seine Aussage auf humorvolle Art und Weise, ohne dabei allerdings von der Wichtigkeit des Events abzurücken: "Klar ist es Entertainment. Ja, wir springen in Strumpfhosen herum. Aber in einer Zeit wie jetzt ist das sehr, sehr wichtig. Das glaube ich wirklich."

Gemischte Reaktionen der Stars

Ebenso verwies der Rated-R Superstar bei einem Podcast-Auftritt mit Gorilla Position auf die Schwierigkeiten und herausfordernden Aufgaben, die ein Auftritt ohne Fans mit sich bringt. "Noch nie wurde etwas wie WrestleMania in einem leeren Performance Center abgehalten. Es ist nicht ideal, das wissen wir. Wir müssen es ausprobieren und uns daran anpassen", erklärte er.

In die gleiche Richtung argumentiert Baron Corbin im WWE-Podcast After the Bell mit Kommentator Corey Graves. Es werde sich anders anfühlen und sicherlich interessant werden. Normalerweise helfe das Publikum dabei, die Richtung der Performance zu lenken. Dies sei nun nicht mehr möglich und man müsse sich auf die eigenen Instinkte verlassen.

Auf der anderen Seite sind neben einem Großteil der Fans auch einige bekannte Wrestling-Persönlichkeiten von der Entscheidung, WrestleMania wie geplant Anfang April durchzuführen und eine Verschiebung abzulehnen, nicht erfreut.

Für Hall of Famer Booker T sei WrestleMania beispielsweise stets ein Event und Spektakel für das Publikum, bei dem dieses auch ein Teil davon sein sollte. Wäre es seine Entscheidung gewesen, hätte er die Veranstaltung wohl verschoben. WWE-Kommentator Jerry "The King" Lawler zeigte sich unsicher, was er davon halten soll, wenn die großen Matches in einer kleinen Halle ohne jegliche Fans stattfinden.

Als einzige bei WrestleMania aktive Performerin äußerte sich Rhea Ripley möglicherweise negativ zur Ansetzung.

Das Statement von Rhea Ripley zu WrestleMania
Das Statement von Rhea Ripley zu WrestleMania © Twitter/@RheaRipley_WWE

Zwar muss der Tweet nicht heißen, dass die Gegnerin von Charlotte Flair mit der Entscheidung unzufrieden ist. Allerdings lässt sich vermuten, dass sich die NXT Women's Championesse ihren ersten Mania-Auftritt deutlich anders vorgestellt hat.

McMahon hält an Austragung fest

Auch wenn es von direkt Beteiligten kaum ablehnende Kommentare zu WrestleMania ohne Fans gibt, so hört man in diversen Wrestling-Portalen Gerüchte, dass viele Mitarbeiter und Performer auf eine Verschiebung hofften und WWE an sich Matches ohne Fans nicht mag.

© Twitter/@WrestleVotes

Wenn gerüchteweise aber eine solch große Anzahl von Mitarbeitern gegen eine Durchführung des Events ist, weshalb wird die Mega-Show dann dennoch am 4. und 5. April 2020 ausgestrahlt?

Ein gewichtiger Grund soll dabei die Haltung McMahons sein. Getreu eines Berichts von Wrestling-Insider Dave Meltzer möchte der WWE-Besitzer das Event einfach über die Bühne bringen. Es gäbe nämlich keine Gewissheit, dass eine - ebenfalls angedachte - Verschiebung in den Juni oder Juli etwas an der Situation ändern werde.

WWE als letzte Bastion

Einem Bericht von Mike Johnson vom gewöhnlich gut informierten PW Insider zufolge ist McMahon gar die einzige Person in der Firma, die den Event unter den jetzigen Begebenheiten durchführen will.

Bei Sirius XM's Busted Radio ergänzte der Hall of Famer Mark Henry, dass eine Absage für McMahon eine Aufgabe gegenüber dem Coronavirus darstellen würde. Ein Sachverhalt, den er nicht erlauben würde, denn "ein Vince McMahon verliert nun einmal nicht".

So ist WWE die letzte Bastion unter den großen Sportligen, die ihren Wettbewerb trotz der Pandemie fortsetzt und ihren Fans weltweit damit weiterhin Unterhaltung bietet.

SPORT1 zeigt weitere Kommentare aktueller und ehemaliger WWE-Stars zur Geister-WrestleMania:

Mojo Rawley
Mojo Rawley © Twitter/@MojoRawleyWWE
Rusev
Rusev © Twitter/@RusevBUL
Shayna Baszler und The Rock
Shayna Baszler und The Rock © Twitter/@QoSBaszler
CM Punk
CM Punk © Twitter/@CMPunk
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