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G1-Sieger Kota Ibushi (l.) im Duell mi Minoru Suzuki
G1-Sieger Kota Ibushi (l.) im Duell mi Minoru Suzuki © NJPW
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Das Wrestling-Turnier G1 Glimax 30 der Liga NJPW hat gehalten, was es versprochen hat. SPORT1 zeichnet es nach - und kürt die fünf besten Matches.

19 Events ins 30 Tagen. Ein Turnier, das die Teilnehmer an ihre körperlichen Grenzen trieb und wie jedes Jahr für unerwartete Ergebnisse.

Das G1 Climax von New Japan Pro Wrestling (NJPW) der größten Showkampf-Promotion außerhalb der USA stand seinen Vorgängern in nichts nach und sorgte für starke Matches, Überraschungen und leitete den Weg zu Wrestle Kingdom ein, der japanische WrestleMania.

Für Wrestling-Fans, die die Mammut-Eventserie nicht oder nur teilweise gesehen haben, gibt es einiges nachzuholen: SPORT1 zeigt die besten Matches, die interessantesten Storyentwicklungen und die größten Schocker auf.

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Der geschichtsträchtige Gewinner:

Kota Ibushi ist nicht nur der erste Mann seit Hiroyoshi Tenzan (2003 + 2004), der das Turnier zweimal nacheinander gewinnen konnte, sondern auch der erste, der drei Finalteilnahmen nacheinander vorweisen kann. In einem 35-minütigen Finale konnte er SANADA, den Mann, der zuvor den Doppelchampion Testuya Naito bezwinge konnte, besiegen. Seit dem Restart der Liga hing der 38-Jährige in der Luft und ein erneuter Triumph im hochklassigsten Wrestlingturnier der Welt schien eher unwahrscheinlich. Ob Ibushi bei Wrestle Kingdom nun allerdings erneut um den Titel antreten darf, ist noch nicht sicher. Traditionell muss der G1-Climax-Gewinner seinen Titelshot vorher aufs Spiel setzen. Dieses Jahr wird dies am 7. November beim Event Power Struggle passieren. Sein Gegner ist "Switchblade" Jay White.

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Die Geschichte des Turniers:

Besagter White war auf einem guten Weg, der zweite Nicht-Japaner zu werden, der sich die Krone des G1 Turniers aufsetzen konnte. Nachdem er im Verlauf des Turniers lediglich gegen Jeff Cobb und Will Ospreay verlor, hatte er es am 17ten Abend im Main Event gegen Tomohiro Ishii selber in der Hand, das Finalticket zu lösen. Der Anführer des Bullet Clubs verlor allerdings durch Pinfall, was bei Fans und Kommentatoren zugleich zu einem schockierten Stöhnen führte.

Wissenswertes zum Thema Wrestling

Die Spitzenposition des Neuseeländers innerhalb der Gruppierung (welche von Finn Balor begründet und danach von AJ Styles und Kenny Omega angeführt wurde) wurde in letzter Zeit von Neueinsteiger EVIL gefährdet. Während des Turniers führte dies wiederholt zu Spannungen. Zwar waren White und EVIL in unterschiedlichen Blocks und konnten deswegen nicht aufeinandertreffen, für Psychospielchen gab es aber dennoch genügend Spielraum.

So verweigerten EVIL und sein Manager Dick Togo ihrem Gegner KENTA (bei NXT als Hideo Itami bekannt) - ebenfalls Mitglied des Bullet Club - den bekannten "Too-Sweet"-Gruß. Jay White ging in seinem Match gegen das bis dahin sieglose Mitglied des Bullet Club Yujiro Takahashi davon aus, dass er sich ohne Gegenwehr von ihm pinnen lässt. Dem war nicht der Fall. In diversen Backstage-Segmenten wurde angedeutet, dass EVIL und Dick Togo dahinter steckten.

Da Jay White und EVIL beide am letzten Abend der Vorrunde scheiterten, müssen Fans noch ein wenig warten, bis der Kampf um die Spitze des Bullet Clubs im Ring ausgetragen werden kann. EVIL bekommt jedoch bei Power Struggle erneut die Chance, Tetsuya Naito den IWGP Intercontinental und Heavyweight Titel abzunehmen.

Beste Matches:

Auch dieses Jahr bestach das G1 Climax wieder durch herausragendes Wrestling. Wenn man sich auf nur fünf Topmatches fokussieren muss, fallen großartige Matches wie Ibushi -Okada (Tag 1), Jay White - Shingo Takagi (Tag 1), Tagaki - Ibushi (Tag 11) oder Okada - Ospreay (Tag 17) knapp unter die Grenze.

Platz 5: Jay White vs Kota Ibushi (Tag 3). In einem Rematch des letztjährigen Finals konnte sich White mit einem Konter von Ibushis Finisher Kamigoye in seinen eigenen - den Blade Runner - durchsetzen. White bestach - wie gewohnt - durch Taktik und hinterlistige Aktionen. Die Ringharmonie der beiden Stars war dabei stets zu sehen.

Platz 4: Minoru Suzuki - Kota Ibushi (Tag 13). Ein unglaublicher Schlagabtausch zwischen dem Golden Star und dem 52-jährigen, aber noch immer in unglaublicher Verfassung befindlichen Suzuki. Entweder befanden sich beide in Aufgabegriffen oder zerstörten sich gegenseitig mit Kicks und Schlägen. In diesem Match, in dem die Intensität stets stieg und Tritte stärker wurden, gewann Ibushi schlussendlich mit seinem Finisher. Schlosspointe: Als er ausgeknockt auf dem Boden lag, offenbarte Suzuki ein Grinsen.

Platz 3: Tetsuya Naito vs Hiroshi Takahashi (Tag 2). Was beide bereits in einer epischen Trilogie von Matches im Jahr 2017 bewiesen, bestätigten Sie in Osaka erneut. Spannung von Beginn an bis zum Ende. Schlussendlich gewann Naito seinen Turnierauftakt.

Platz 2: Kazuchika Okada vs Shingo Takagi (Tag 13). Trotz insgesamt 12 Punkten war es nicht das Turnier von Japan-Superstar Okada. Er versuchte sein Arsenal zu erweitern und probierte seine Matches stets mit seinem neuen Aufgabegriff - dem Money Clip - zu gewinnen. Nach einem Match, bei dem Takagi Okada an seine Grenzen führte, "sellte" Takagi als Erster den Griff so stark, dass es wie eine bedrohliche Waffe aussah. Okada gewann das Match durch Abbruch des Referees, da Shingo bewusstlos wurde.

Platz 1: Tetsuya Naito vs Zack Sabre Jr (Tag 4). Es begann auf der Matte, nahm mit der Zeit allerdings an Schnelligkeit und Intensität zu. Als das Match in die finale Phase ging, gaben beide Kontrahenten alles; was sie konnten und erreichten Nearfalls. Als kurz vor Ablauf des 30 Minuten Zeitlimits Naito zum zweiten Mal nacheinander seinen Finisher Destino anbringen konnte, war das Spektakel beendet.

Die Schocker des Turniers:

Auch abseits der Niederlagen von Jay White und EVIL an den letzten Vorrundenabenden bot das Turnier erinnerungswürdige Momente.

Als KENTA am letzten Abend von Block B Tetsuya Naito pinnte und dessen Eliminierung aus dem Turnier damit klar wahr, war der Schock in der Halle spürbar. Mit dieser Niederlage hatten die Wenigsten gerechnet. Ebenso unerwartet war der Start ins Turnier vom Comedy-Wrestler Taro Yano. In seinen ersten drei Matches konnte er den späteren Finalisten SANADA, die Legende Tanahashi und den Bösewicht EVIL - stets auf humoristische Weise - schlagen. Der weitere Turnierverlauf verlief für ihn dann jedoch komplett erfolglos.

Der größte Schocker war allerdings der Turn von Will Ospreay gegen seinen Stablechef und Mentor Kazuchika Okada. Vor ihrem Match meinte Ospreay, dass es an der Zeit wäre Okada nicht mehr als Freund zu sehen, sondern ihm zu zeigen, dass er mindestens genauso gut sei wie er. Als Okada auf dem Weg zum Sieg war, kam Ospreays Freundin Bea Priestley und der zur NJPW zurückkehrende Great O-Kharn in die Halle, irritierten den Referee und attackierten Okada. Dies führte dazu, dass Ospreay Okada erstmalig besiegen konnte. Nach dem Match verkündete der Engländer, dass er Okadas Stable CHAOS verlasse um seine eigene Gruppierung zu gründen. Okada wird bei Power Struggle nun auf O-Kharn treffen.

Das Rematch zwischen Okada und Ospreay - ein Kampf mit dem Potenzial, die Wrestling-Welt ähnlich zu bewegen wie Okada vs. Omega - hält man wohl bis Wrestle Kingdom zurück.

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