vergrößernverkleinern
Leichtathletik: Haftbefehl gegen zwei ehemalige Leichtathletik-Topfunktionäre , Walentin Balachnitschew ist ehemaliger russischer Verbandspräsident in der Leichtathletik
Leichtathletik: Haftbefehl gegen zwei ehemalige Leichtathletik-Topfunktionäre , Walentin Balachnitschew ist ehemaliger russischer Verbandspräsident in der Leichtathletik © Getty Images
Lesedauer: 2 Minuten
teilenE-MailKommentare

Frankreich erlässt einem Medienbericht zufolge Haftbefehl gegen zwei ehemalige russische Leichtathletik-Topfunktionäre.

Im Zuge des russischen Dopingskandals hat Frankreich einem Medienbericht zufolge Haftbefehl gegen zwei ehemalige russische Leichtathletik-Topfunktionäre erlassen.

Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete mit Verweis auf Justizquellen, dass Walentin Balachnitschew, ehemaliger russischer Verbandspräsident und Schatzmeister des Weltverbandes IAAF, sowie der ehemalige russische Cheftrainer Alexej Melnikow ins Visier der Justiz geraten sind.

Meistgelesene Artikel

Beide wurden nach Bekanntwerden des Doping- und Korruptionsskandals von der IAAF bereits lebenslang gesperrt.

Anzeige

Gefolgsleute von Ex-IAAF-Präsident Diack

Balachnitschew und Melnikow waren Teil eines groß angelegten Korruptionssystems mit dem ehemaligen IAAF-Präsidenten Lamine Diack an der Spitze. Dabei wurden positive Dopingtests gegen Geldzahlungen vertuscht. Diack steht derzeit in Frankreich unter Hausarrest, sein Sohn Papa Massata, der ebenfalls verwickelt sein soll, wird mit einem internationalen Haftbefehl gesucht.

"Ich kann den Fall nicht kommentieren. Ich weiß nicht, was sie mir vorwerfen", sagte Balachnitschew der Nachrichtenagentur Interfax. Er verwies weiter darauf, dass eine russische Untersuchung ihm kein Fehlverhalten attestiert hat.

Die seit 2015 laufende Untersuchung führt die französische Finanz-Staatsanwaltschaft, da die Geldflüsse auf französischem Hoheitsgebiet stattgefunden haben.

Türkische Athletin belastet Gruppe schwer

Insgesamt sollen mindestens zwei Dutzend Sportler von dem Vertuschungssystem profitiert haben. Gezahlt worden seien laut Medienberichten Beträge zwischen 300.000 Euro und 700.000 Euro pro vertuschtem Test.

Im Sommer 2016 hatte die türkische Mittelstrecklerin Asli Cakir Alptekin in der ARD von ihrem Fall berichtet und die Gruppe um Diack schwer belastet. Die Sportlerin, die ihren Olympiasieg von 2012 über 1500 m inzwischen wegen Dopings aberkannt bekam, habe sich geweigert, sich freizukaufen. Sie wurde später gesperrt.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image