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Weltverbandspräsident Sebastian Coe
Weltverbandspräsident Sebastian Coe © Getty Images
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Russlands Leichtathleten bleiben gut acht Monate vor den Olympischen Spielen in Tokio aus dem Weltverband World Athletics ausgeschlossen.

Russlands Leichtathleten bleiben gut acht Monate vor den Olympischen Spielen in Tokio aus dem Weltverband World Athletics ausgeschlossen.

Wie Weltverbandspräsident Sebastian Coe nach einer Council-Sitzung in Monaco am Freitag mitteilte, wird der wegen des Dopingskandals seit November 2015 suspendierte russische Verband RUSAF vorerst nicht wieder aufgenommen. Die Wiedereingliederung sei "ausgesetzt". 

Die Sonderregelung, dass russische Leichtathleten nur nach eingehender Prüfung durch World Athletics als sogenannte "Neutrale Athleten" bei internationalen Wettbewerben starten dürfen, steht auf der Kippe. Laut Coe denkt der Verband darüber nach, sie außer Kraft zu setzen. Die bisher letzte russische Mannschaft hatte bei der WM 2015 in Peking an einem internationalen Großereignis teilgenommen.

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Bereits am Donnerstag waren sieben RUSAF-Offizielle, darunter Präsident Dimitri Schljachtin, wegen "ernsthafter Verstöße" gegen die Anti-Doping-Richtlinien suspendiert worden. 

WADA-Entscheidung am 9. Dezember

Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA wird am 9. Dezember von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) erwartet. Davon will World Athletics sein weiteres Vorgehen abhängig machen.

Am Freitag empfahl das zuständige Gremium der WADA, RUSADA erneut zu suspendieren. In der Pressemitteilung ist die Rede von "ernsthaften Konsequenzen".

Der Vorsitzende des sogenannten Compliance Review Committees (CRC), Jonathan Taylor, hatte in der ARD bereits erklärt, er erwarte, dass das WADA-Exekutivkomitee die Vorschläge seines Gremiums "befürworten" werde.

Hintergrund ist die Affäre um mutmaßlich manipulierte Daten aus dem Moskauer Kontrolllabor. Mit diesen sollen das genaue Ausmaß des systematischen Dopings in Russland belegt und individuelle Strafen für Athleten möglich werden. 

Ende November 2017 hatte die WADA durch einen Whistleblower eine Kopie des Labor-Informations- und Management-System (LIMS) erhalten. Bei Vergleichen mit den Anfang 2019 übergebenen Originaldateien fielen die Unregelmäßigkeiten auf. Die WADA leitete daraufhin Mitte September ein Verfahren gegen die RUSADA ein. 

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Russland streitet eine absichtliche Manipulation der Daten vehement ab und spricht von technischen Problemen. Moskauer Experten konnten die WADA allerdings offenbar auf einem kürzlich erfolgten Treffen nicht von dieser Argumentation überzeugen. 

Die RUSADA war bereits von 2015 bis 2018 von der WADA ausgeschlossen. Die Wiederaufnahme hatte damals viel Kritik ausgelöst, da Russland zwei grundlegende Forderungen nicht erfüllte - unter anderem die Übergabe der Labordaten, diese bekam die WADA erst Anfang Januar 2019.

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