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Marie-Laurence Jungfleisch wurde 2018 in Berlin EM-Dritte
Marie-Laurence Jungfleisch wurde 2018 in Berlin EM-Dritte © Getty Images
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Hochsprung-Ass Marie-Laurence Jungfleisch wird als Kind wegen ihrer Hautfarbe derart gemobbt, dass die Schule wechselt. In der Leichtathletik sieht sie keinen Rassismus.

Die siebenmalige deutsche Hochsprung-Meisterin Marie-Laurence Jungfleisch hat von rassistischen Anfeindungen berichtet.

"In der Schule wurde ich gemobbt, das kann man nicht anders sagen. Wegen meiner Hautfarbe. Meine Mutter ist aus Freiburg, ich bin dort aufgewachsen, aber ich sah anders aus", sagte die dunkelhäutige 29-Jährige, deren Vater von der Karibikinsel Martinique stammt, dem Münchner Merkur.  

"Natürlich hat sich das ausgewirkt, ich war ein zehnjähriges Kind. Meine Leistungen sind immer schlechter geworden. Ich habe das damals nicht einmal meiner Mutter erzählt", sagte die 2,00-m-Springerin des VfB Stuttgart: "Das Traurige war: Mit einem Lehrer habe ich darüber gesprochen. Aber er hat nichts unternommen und schon gar nicht geholfen. Ich habe die Schule dann gewechselt. Dann wurde es glücklicherweise besser."

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Jungfleisch: "Kein Rassismus in der Leichtathletik"

In der Leichtathletik sei ihr Rassismus hingegen "glücklicherweise überhaupt nicht" begegnet: "Ich springe schon seit ich 12, 13 Jahre alt war - in der Leichtathletik gibt es so etwas nicht. In der Schule habe ich jedoch nicht so gute Erfahrungen gemacht."

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Jungfleisch glaubt zwar nicht, "dass es hier Vorfälle gibt wie in den USA. Aber ich glaube, dass der Rassismus in Deutschland ein anderes Gesicht hat. Ich denke zum Beispiel, wenn man sich hier mit einem fremd klingenden Namen um einen Job bewirbt dann hat man schlechtere Karten."

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