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Johannes Vetter stellt beim Meeting in Chorzow einen deutschen Rekord auf
Johannes Vetter stellt beim Meeting in Chorzow einen deutschen Rekord auf © Imago
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Speerwurf-Star Johannes Vetter ist nach seiner Fabel-Woche körperlich und mental am Ende. Bis zum nächsten Wettkampf bleiben nur wenige Tage Zeit.

Bei Speerwurf-Weltmeister Johannes Vetter haben seine jüngsten Glanzleistungen Spuren hinterlassen.

"Ich bin durch, komplett fertig vom Kopf her. Und körperlich auch. Das war aber auch zu erwarten", sagte er im SID-Interview. Vetter hatte am Dienstag in Dessau starke 86,17 m geworfen, nachdem ihm zwei Tage zuvor im polnischen Chorzow mit 97,76 m die zweitbeste Weite der Geschichte gelungen war. Am Sonntag startet er beim ISTAF in Berlin.

Vetter sprach von "anstrengenden Tagen" nach seinem Fabelwurf in Polen, den medialen Trubel nehme er aber gerne in Kauf: "Nicht nur für mich selbst, sondern auch für die Leichtathletik", so Vetter. Mit Blick auf Berlin sei der 27-Jährige froh, "dass das ISTAF echt erst am Sonntag ist. Und ich noch ein paar Tage Zeit habe bis dahin." 

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In der Hauptstadt habe er sich bereits "Physiotherapie und Osteopathie" organisiert, um zum Ende einer kuriosen Corona-Saison noch eine Top-Leistung abzuliefern: "Da soll gerne der vierte Sieg in Folge beim ISTAF dazukommen."

Danach geht es in eine vier bis sechswöchige Auszeit, ehe die Vorbereitung auf die kommende Saison beginnt. Deren Höhepunkt sind dann die Olympischen Sommerspiele in Tokio (23. Juli bis 8. August 2021).

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Vetter: "Muss den Ball flach halten"

In Zukunft möchte Vetter aber nicht nur an seinem Fabel-Wurf gemessen zu werden. "Man muss da echt den Ball flach halten", sagte der 27-Jährige. "Es ist immer schwer zu erklären, was für so einen Wurf eigentlich alles dazugehört." 

In Polen fehlten Vetter nur 72 Zentimeter zum Weltrekord des Tschechen Jan Zelezny vom 25. Mai 1996, gleichzeitig übertraf er seinen eigenen deutschen Rekord von 2017 um 3,32 Meter. Die Unterschiede in den Ergebnissen nach außen zu verkaufen, bezeichnete Vetter als oft schwierig. 

"Leistungen über 85 Meter sind eigentlich immer eine Garantie dafür, um Medaillen mitzukämpfen", sagte er: "Um über 90 Meter zu werfen, muss schon viel zusammenpassen. Wir sind halt keine Maschinen."

Ein Speerwurf bestehe laut Vetter aus "über 1000 kleinen Teilbewegungen" und wenn ein Rädchen nicht ins andere greift, "dann kann das schon entscheidend sein, ob ein Wurf über 95 Meter geht oder weit weniger." Am Sonntag beim ISTAF in Berlin schließt Vetter seine Saison ab.

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